Bluttat in Gern

Ehefrau ermordet: Lebenslange Haft für Robin L.

Im Flur schlägt er seiner Frau eine Weinflasche auf den Kopf, wenig später vernimmt er ihren letzten Atemzug - der Angeklagte erinnert sich angeblich nur noch in einzelnen Bildern an die Tat. Das Gericht trifft dennoch ein eindeutiges Urteil.

München – Für die tödliche Messerattacke auf seine Ehefrau hat das Landgericht München den 43-jährigen Robin L. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Mehrfach hatte er im April 2016 mit einem Messer auf sein Opfer eingestochen. Die Kammer wertete die Tat als heimtückischen Mord.

Der Nachhilfelehrer hatte zu Prozessbeginn gestanden, seine Frau Sylvia Z. (36) getötet zu haben. Allerdings könne er sich nur noch an einzelne Momente erinnern: Wie er ihr eine Weinflasche auf den Kopf schlage, oder an ihren letzten Atemzug. Das Gericht sah es dennoch als erwiesen an, dass er der Verletzten noch mehrfach gegen den Kopf trat oder schlug, schließlich ein Messer aus der Küche holte und zustach. Das Opfer verblutete.

Schwurgericht schließt Handlung im Affekt aus

Eine Handlung im Affekt schloss das Schwurgericht aus. Vor der Tat hatte der Angeklagte im Internet die Suchanfrage „weinflasche voll kopf kaputt“ gestellt. Der Vorsitzende Richter sprach daher von einem „Tötungsvorsatz schon beim ersten Schlag“. Am Vorabend hatte die Frau angekündigt, vorübergehend zu ihrer Mutter ziehen zu wollen. Mit dem Angriff am nächsten Morgen rechnete sie nicht, was der Täter heimtückisch ausnutzte: „Sie konnte sich nicht wehren, sie hat sich nicht gewehrt“, betonte der Richter.

Mutter und Bruder der Getöteten hatten im Prozessverlauf eine gute Ehe geschildert, frei von Gewalt. Allerdings engte der Nachhilfelehrer seine Partnerin massiv ein, selbst bei einem Urlaub in Australien musste sie ständig erreichbar sein. Zudem litt der Mann an Panikattacken, hypochondrischen Störungen und einer Depression.

Keine verminderte Schuldfähigkeit 

Trotz der psychischen Erkrankungen erkannte das Gericht keine verminderte Schuldfähigkeit. Der Richter betonte, es bestehe „kein kausaler Zusammenhang mit der Tat“. Der Angeklagte sei wütend gewesen, deshalb habe er seine Frau angegriffen.

Nach der Tat hatte sich der Mann aus dem dritten Stock des Wohnhauses gestürzt. Seither sitzt er im Rollstuhl. „Die schweren Verletzungen können nicht dazu führen“, schließt der Richter sein Urteil, „dass die lebenslange Freiheitsstrafe verkürzt wird.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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