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Ein Lager voller Schätze: Tanja Michels Mutter hat alles rund um Puppen gesammelt, darunter handgestrickte oder genähte Kleidungsstücke.

Die Fundgrubengeschichte

Eine Einladung ins Puppensammler-Paradies

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Eine Kleinanzeige, oft sind das nur zwei knappe Zeilen. Doch hinter ihnen verbirgt sich manch spannende Geschichte. Zum Beispiel die von einer Münchnerin, die ein Puppen-Paradies vererbt bekam. 

Renate Pickl hat ihrer Tochter Tanja ein Puppensammler-Paradies hinterlassen. Ein 200 Quadratmeter großes Lager gefüllt mit handgestrickten Puppenkleidchen, Puppen-Dirndln, Puppen-Stuben – und jeder Menge Puppen. Nur eines hat sie ihrer Tochter nicht vererbt: die große Begeisterung für alles, das mit Puppen zu tun hat. Renate Pickl hat diese Leidenschaft durchs Leben begleitet. Sie hat die Kleidchen selbst genäht oder gestrickt. Oder gekauft. Und sie dann auf Märkten wieder verkauft. Ihr Leben hat sich um Puppen gedreht. Wie sehr, das merkt Tanja Michel erst jetzt, seit ihre Mutter gestorben ist.

Sie hat seitdem viele Stunden damit verbracht, die Kisten in dem Lager durchzuschauen, zu ordnen, einen Überblick zu bekommen. Einige Kleidchen und Puppen hat sie verkauft. Aber es gibt noch viel zu viele Kisten. „Das Adressbuch meiner Mutter ist leider im Müll gelandet“, erzählt die 41-Jährige. Sie kann mit ihren Stammkunden keinen Kontakt aufnehmen und muss auf einem anderen Weg Käufer finden. Deshalb hat sie nun eine Kleinanzeige aufgegeben. „Ich möchte, dass die Schätze meiner Mutter in gute Hände kommen“, sagt sie. Zu Menschen, die die Begeisterung für Puppen teilen. Sie hat ein paar Monate gebraucht, bis sie sich zu diesem Schritt durchringen konnte. Es ist eine Vernunft-Entscheidung. „Meine Mutter würde es so wollen“, ist sie sicher.

Für Interessierte würde sie das Puppen-Paradies gerne aufsperren. „Sie müssen sich am besten selbst im Lager umschauen“, sagt sie. Denn die Auswahl ist riesengroß. Dort gibt es Bikinis, Pullis, Sommerkleidchen, Dirndl oder Taufkleider für Puppen. „Es sind Kleidungsstücke dabei, die ich selbst gern tragen würde“, sagt die Münchnerin und schmunzelt. Auch die Puppenstuben mit all ihren Details hat sie lange betrachtet. Tischdecken und Teddybären hat ihre Mutter ebenfalls gesammelt. In jeder Kiste steckt neben den vielen Schätzen auch eine Menge Leidenschaft. Wenn sie diese Liebe für Puppen auch nicht teilt, ist es für Tanja Michel doch eine Herzenssache, das Erbe ihrer Mutter in gute Hände weiterzugeben. Ihre Hoffnungen ruhen nun auf wenigen Zeilen – darauf, dass ihre Kleinanzeige viele Puppen-Begeisterte erreicht.

Die Kleinanzeige

Löse große Sammlung von besonderen Puppenkleidern, Puppen und Puppenhäusern auf, Besichtigungen möglich; Kontakt unter Tel. 0163/6135917.

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