Hermann "Beppo" Brem war Vorsitzender des Kreisverbands München.

Er führte den Kreisverband München

Aus Frust: „Beppo“ Brem wirft als Grünen-Vorsitzender hin

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Hermann "Beppo" Brem ist als Vorsitzender des Kreisverbands München der bayerischen Grünen zurückgetreten. Dafür führt er persönliche und berufliche Gründe an. 

München - Die Grünen brauchen schon wieder einen neuen Stadtvorsitzenden. Hermann Brem ist überraschend zurückgetreten. Gudrun Lux ist damit vorübergehend alleinige Vorsitzende der Partei. Bei der ersten Stadtversammlung nach der Sommerpause – vermutlich Ende September – soll der verwaiste Posten nachbesetzt werden. Die Grünen haben stets eine Doppelspitze.

Personelle Kontinuität war bei den Grünen in den vergangenen Jahren nicht zu verzeichnen. 2014 zog sich Sebastian Weisenburger zurück, dann die jetzige Landtagsabgeordnete Katharina Schulze. Es folgten Brem und Heidi Schiller, die 2016 allerdings auch ihren Position aus beruflichen Gründen aufgab. Gudrun Lux übernahm im September 2016.

Nun also geht Brem, und die Grünen sind wieder auf der Suche. Wie es aussieht, könnte der Nachfolger jemand aus der jetzigen Vorstandsriege sein; also entweder Schatzmeister Christian Smolka oder die Beisitzer Helena Geißler, Julia Post und Sylvio Bohr. Reguläre Vorstandswahlen finden erst wieder im April 2019 statt.

Lux bedauerte am Freitag den „überraschenden Rücktritt“ von Hermann Brem. Sie habe eng und vertrauensvoll mit ihm zusammengearbeitet. „Wir haben gemeinsam für eine ökologische, gerechte und weltoffene Stadt gekämpft. Seine Leidenschaft für die Sache war und ist inspirierend“ , erklärte die Stadtvorsitzende der Grünen.

Atmosphärische Störungen mit dem Parteiumfeld

Brem führt für seinen Rücktritt persönliche und berufliche Gründe an. Er habe sich im Februar beruflich verändert. „Es hat sich eine Dynamik entwickelt, die die Frage aufwirft, wie man das zeitlich noch unter einen Hut bringen kann“, sagte Brem. Das entscheidende Motiv für seinen Rückzug waren aber wohl eher atmosphärische Störungen mit dem Parteiumfeld. 

Brem räumte ein, es habe ihm in jüngster Zeit immer weniger Freude gemacht, parteipolitisch aktiv zu sein. Der 55-Jährige sprach von „einer Summe an Erlebnissen“ in den vergangenen Monaten. Es sei ein „hoher Frustrationspegel“ entstanden. „Eine gewisse Traurigkeit und Resignation“, so Brem. Der Frust richte sich nicht gegen eine Person, sondern eine allgemeine Art, wie Leute sich in Szene setzten. Hinter den politischen Zielen der Grünen stehe er weiterhin. 

Nach Informationen unserer Zeitung hatte Brem keinen Konflikt mit dem Vorstand oder der Stadtratsfraktion, sondern mit der Grünen Jugend. Gudrun Lux sagte: „Wir haben als Team gut funktioniert.“ Sie könne den Schritt Brems aber auch nachvollziehen, weil man als Politiker in der heutigen Zeit immer mehr massiven persönlichen Anfeindungen ausgesetzt sei.

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