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Raus ins Leben

Schulanfang: Das erwarten sich die Münchner Eltern und Kinder

Heute ist Schulanfang. Mehr als 1900 ABC-Schützen strömen in Münchens Bildungsstätten. Wir haben uns unter Eltern und  Kindern umgehört. 

München - Start in ein neues Schuljahr, und der ist nicht unproblematisch: Die städtischen Schulen platzen längst aus allen Nähten. Der Berufsverband für Lehrkräfte und Pädagoge (KEG) kritisiert die dünne Personaldecke. „Der Beginn des neuen Schuljahres hält altbekannte Themen und Herausforderungen für uns bereit“, sagt Verbandsvorsitzende Ursula Lay. Krankheiten, Fortbildungen und Schwangerschaften würden für viele Lehrer-Ausfälle sorgen. 

Eine Entspannung sei nicht absehbar, denn München wächst und mithin auch die Zahl der Schüler. Gingen im Schuljahr 2000/01 noch etwa 86 000 Münchner zur Schule gingen, sind es aktuell bereits 107 614, verteilt auf städtische (24 762) und staatliche Häuser (82 852). Und das Schulreferat prognostiziert jetzt schon für 2035/36 eine Zahl von 125 000 Schülern. Die Stadt baut fleißig neue Einrichtungen, im Sommer erst hat der Stadtrat das zweite Schulbauprogramm auf den Weg gebracht: 38 Neubauten oder Sanierungen für rund 2,4 Milliarden Euro. 

Von all dem kriegen die Schulanfänger freilich noch nichts mit. Sie sind vor allem auf ihre Schultüten und die vielen neuen Eindrücke gespannt. Der erste Schultag ist aber nicht nur für die Kleinen ein Nervenkitzel – auch die Eltern fiebern ordentlich mit. Ist der Schulweg meines Kindes sicher? Wird es schnell neue Freunde finden? Unsere Zeitung hat sich bei Eltern und ABC-Schützen umgehört.

Sandra G. (37), Controllerin, mit Marco (6): „Seinen Schulweg von 1,3 Kilometern hat Marco mit dem Hort schon mehrfach fleißig geübt. Wir sind den Weg auch schon öfter abgegangen, und morgen begleiten wir ihn auch noch mal. Ab dann wird er ihn alleine mit seinen Freunden bestreiten. Momentan besitzt er noch kein Handy, allerdings überlege ich mir, ob wir ihm ein simples Telefon geben, mit dem er mich im Notfall erreichen kann.“

Jan P. (35), IT-Spezialist, mit Maxi (7): „Zur Hohenbrunner Grundschule fährt Maxi mit dem Schulbus, da muss ich mir also ohnehin nicht zu große Sorgen machen. Wie viele andere Kinder drängt uns auch Maxi schon mit seinem Wunsch nach einem Handy. Da das für mich überhaupt keine Option ist, muss ich mich schon echt anstrengen, um dagegenzuhalten – es ist einfach noch zu früh für so etwas.

Kusun H. (41), Pharmazeutisch-technische Assistentin, mit Lisa (6): „Meine Lisa freut sich wahnsinnig, ihren neuen PferdeSchulranzen endlich benutzen zu können. Im Gegensatz zu mir scheint sie etwas entspannter zu sein. Bei solchen Ereignissen sind wir Eltern wahrscheinlich immer etwas aufgeregter als die Kinder selbst. Lisa wird eine bilinguale Grundschule besuchen, 50 Prozent Englisch, 50 Prozent Deutsch. Da es leider keine große Auswahl gibt, ist die Schule etwas weiter weg. Das ist aber kein Problem, wir fahren sie gerne mit dem Auto hin. Sie hat bisher immer schnell Anschluss gefunden. Durch ihre offene Art wird sie sich auf jeden Fall wohl fühlen.

Sarah H. (45), Jursistin, mit Valentin (8): „Valentin geht schon in die dritte Klasse, deswegen ist die Aufregung auch nicht mehr ganz so groß wie am ersten Schultag. Er fährt jeden Tag ohne mich mit dem Roller zur Grundschule am Gärtnerplatz. Begleitung hatte er nur in der ersten Klasse. Ich hatte damals bei der Einschulung nicht das Gefühl groß loslassen zu müssen. Im Kindergarten war ich ja auch nicht dabei.“

Henri B. (37), Musiker, mit Arthur (9, re.) und Charles (6): „Ich bin auf jeden Fall sehr zuversichtlich, da Charles sehr neugierig und offen ist. Weil er in einem anderen Viertel im Kindergarten war, kommt jetzt etwas ganz Neues auf ihn zu. Arthur geht schon in die 4. Klasse der Grundschule am Gärtnerplatz. Deswegen können die Jungs in diesem Schuljahr zusammen zu Fuß laufen – dauert ja auch nur fünf Minute.

Wladimir Kaseko, Johanna Kiesl

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