News-Ticker: Vierter Verdächtiger von der Polizei festgenommen

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Die beiden Gründerinnen von „Hilf Mahl!“Hannah Eisinger (links) und Anna Kraft (rechts)

24 Restaurants nehmen an dem Projekt „Hilf Mahl!“ teil

Essen gehen und Obdachlosen helfen - in München ist das möglich

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Speisen und gleichzeitig etwas Gutes tun? Diese Idee überzeugte Anna Kraft und Hannah Eisinger auf Anhieb. Vor drei Jahren setzten sie das Projekt „Hilf Mahl!“ deswegen in München um.

München - In dem Restaurant „Zum goldenen Kalb“  stehen kleine Holzwürfel auf dem Tisch. Darauf ist erklärt, wie das Projekt „Hilf Mahl!“ funktioniert: Auf jede Essensrechnung wird in dem Restaurant ein zusätzlicher, freiwilliger Betrag von einem Euro erhoben. Dieser fließt dann zu 100 Prozent in Hilfsprojekte, die sich für Obdachlose in München einsetzten. Und das Feedback der Kunden ist überwiegend positiv, wie der Chef des Restaurants Marko Huth berichtet: „Es gibt Gäste die spenden gleich mehr als einen Euro, manche fühlen sich aber auch überrumpelt. Das ist aber eher die Minderheit.“ 

„streetsmart“-Konzept stammt ursprünglich aus London

Die Kommunikationsberaterin Anna Kraft (49) und die Unternehmerin Hannah Eisinger (51) gründeten das Projekt „Hilf Mahl!“ in München. Eigentlich stammt die Idee aber aus London, wo das Projekt unter dem Namen „streetsmart“ bereits 1998 entstanden ist. Durch den Besuch in einem teilnehmenden Restaurant in London, brachte ein deutsches Ehepaar die Projektidee zunächst nach Hamburg und dann auch zu den langjährigen Freundinnen nach München.

Seit November 2014 wird das Projekt „Hilf Mahl!“ nun immer im Winter durchgeführt. Dass es nur halbjährig stattfindet, hat auch seinen Grund, wie Mitgründerin Eisinger unserer Redaktion erklärt: „Für die Restaurants bedeutet das Projekt Arbeit. Die Mitarbeiter müssen den Gästen Fragen beantworten, einige Restaurants fragen ihre Gäste vorab, ob es in Ordnung ist, den Spendeneuro der Rechnung hinzuzufügen, d.h. das Restaurant und sein Team müssen motiviert sein, „Hilf Mahl!“ voranzutreiben. Dies 12 Monate im Jahr aufrecht zu erhalten, ist schwierig.“ 

Und dennoch wächst das Projekt stetig: Die beiden Frauen starteten mit zwölf Restaurants, mittlerweile sind es 24 Gaststätten, die jährlich an dem Projekt teilnehmen. Und das mit großem Erfolg. Allein in der letzten Saison konnte „Hilf Mahl!“ fast 72.000 Euro einnehmen - die Hälfte durch die Restaurants, die andere Hälfte durch Spenden. 

Spenden gehen an regionale Initiativen für Obdachlose

Wer am Ende der Saison die gesammelten Spenden erhält, entscheiden die beiden Gründerinnen: „Hilf Mahl!“ gibt die Spenden ohne Abzüge an eine Auswahl bereits schon, geprüfter Initiativen, die sich seit Jahren erfolgreich für die Hilfe wohnungsloser Menschen und Menschen in sozial schwieriger Lage in München engagieren, erklärt Eisinger. 

Drei bis vier Organisationen, die jeweils einen Teil der Spenden erhalten, werden jährlich von den beiden Gründerinnen ausgewählt.

Genau dieser regionale Bezug überzeugte auch Uwe Lindner. Der 51-jährige Gastronom nimmt mit seinen Restaurants „The Victorian House“ am Viktualienmarkt und am Rotkreuzplatz an dem Projekt teil: „Es gibt so viele Aktionen, bei vielen ist man sich gar nicht mehr sicher ob auch wirklich das Geld zu den richtigen Organisationen verwendet wird. Da es sich hier um ein sehr persönliches Projekt handelt und vor allem auch im nahem Umfeld habe ich mich sofort dazu entschieden teilzunehmen.“

Gründerinnen: „Wollen noch mehr Restaurants überzeugen“

Sowohl Marko Huth als auch Uwe Lindner wurden von den beiden Gründerinnen von „Hilf Mahl“ anfangs persönlich angesprochen. Später meldeten sich auch Restaurants, die durch Zufall von dem Projekt erfahren hatten und teilnehmen wollten. Auf diesem Erfolg wollen sich Kraft und Eisinger nicht ausruhen: „Das freut uns natürlich sehr. Aber dennoch müssen wir weiterhin neue Restaurants überzeugen mitzumachen“. 

Restaurantbesitzer Marko Huth hat sich bereits entschieden. In seinem Restaurant „Zum Goldenen Kalb“ sollen auch in der kommenden Saison wieder die Holzwürfel von „Hilf Mahl!“ auf dem Tisch stehen. Und begeistert fügt er hinzu: „Es ist einfach eine schöne Sache.“ 

Alle 24 teilnehmenden Restaurants finden Sie hier in unserer Karte:

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