Zwei neue Gebäude sollen das alte Fina-Parkhaus ersetzen, das voraussichtlich 2018 abgerissen wird. Das größere der beiden soll 51 Hotelzimmer beherbergen und über zwei Brücken mit dem Hotel Mandarin Oriental verbunden werden – die Brücken gefielen der Stadtgestaltungskommission allerdings nicht.

Fina-Parkhaus am Mandarin Oriental

Angst vor der nächsten Bausünde

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München - Das Fina-Parkhaus am Mandarin Oriental wird 2018 abgerissen. Die Experten der Stadtgestaltungskommission debattieren über die nachfolgenden Gebäude - und sind verschiedener Meinung.

Als „nicht mehr zeitgemäße Bausünde“ hatte Stadtbaurätin Elisabeth Merk das Fina-Parkhaus beim Mandarin Oriental an der Hildegardstraße einmal bezeichnet. Dass die „Bausünde“ weg soll, ist schon länger klar. Nun ist aber auch klar, was ihm folgen soll: Die Stadtgestaltungskommission hat für den Entwurf des Münchner Architekturbüros „Hild und K“ grünes Licht gegeben.

Der Entwurf sieht zwei Gebäude vor, von denen das eine über zwei Brücken mit dem Mandarin-Haupthaus verbunden werden soll. In den beiden Häusern sollen 51 Hotelzimmer samt unterirdischem Spa- und Wellness-Bereich entstehen, außerdem mehrere Ladengeschäfte sowie ein Restaurant mit Bar. In den Obergeschossen sind zudem Wohnungen mit direktem Hotelservice geplant. Die Tiefgarage bietet rund 140 Stellplätze und steht sowohl den Nutzern der neuen Gebäude als auch den Anwohnern im Umfeld zur Verfügung.

Ganz ohne Diskussion passierte der Entwurf die Stadtgestaltungskommission allerdings nicht. Denn: Es gibt auch einen Entwurf von Nieto Sobejano Arquitectos, die recht progressiven Architekten, die auch für den modernen und umstrittenen Königshof-Entwurf verantwortlich zeichnen. Mit ihren Glas-Fassaden und der terrassenartigen Anmutung hatten die spanischen Architekten zwar den Wettbewerb gewonnen, konnten aber vor allem die Denkmalpfleger nicht überzeugen. Zu modern war ihnen der Entwurf, insbesondere für das traditionelle Altstadt-Umfeld.

Das wiederum brachte Architekt Ludwig Wappner, der auch Fan vom Königshof-Entwurf ist, auf die Palme. „Wir haben Angst vor Fortschritt in der Stadt“, klagte er. Man dürfe zeitgemäße Architektur nicht verteufeln und müsse dringend darüber diskutieren, wohin die Reise gehen soll. Nach längerer Diskussion rang sich die Kommission dann aber doch zu einem „vorsichtig positiven“ Votum für den traditionelleren „Hild und K“-Entwurf durch. Lediglich die zwei Brücken über die Neuturmstraße stießen auf Ablehnung, auch wenn ihre genaue Gestaltung noch nicht feststeht.

Zunächst aber wird das charakteristische Fina-Parkhaus noch voraussichtlich drei Jahre lang stehen bleiben. Erst wenn im Jahr 2018 unter dem Thomas-Wimmer-Ring die dreigeschossige Tiefgaragenamens „Tom“ fertig gestellt ist, wird das Parkhaus abgerissen und durch die Gebäude „Hilde“ ersetzt.

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