Wieder Panne auf der Strecke München-Berlin 

„Bahn-Fiasko“ und „ICE-Desaster“: Kunden verlieren die Geduld 

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Peinliche Pannen für die Deutsche Bahn: Auf der Tempo-Trasse zwischen München und Berlin läuft es ganz und gar nicht rund. 

München - Die Pannenserie auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke München-Berlin setzt sich auch am Dienstag fort. Der ICE701, der am Morgen von der Bundes- in die Landeshauptstadt fahren sollte, wurde ersatzlos gestrichen. Eigentlich hätte er um 7.38 Uhr am Berliner Hauptbahnhof starten sollen. Grund für den Ausfall war eine technische Störung am Zug, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn der dpa erklärte. 

Eine Kundin ärgerte sich auf Twitter, dass sie erst kurz vor der Abfahrt am Gleis davon erfuhr: 

Auch dieser Kunde wünscht sich mehr Zuverlässigkeit: 

Die Vorzeigestrecke der Deutschen Bahn wird immer mehr zum PR-Flop. Von einem „Bahn-Fiasko“ spricht Focus Online, der Bayerische Rundfunk von einem „ICE-Desaster“. Im Netz gibt es reichlich Häme und Spott. 

Am Montag fiel ebenfalls ein Zug aus, weil er als Folge einer Verspätung am Sonntag nicht abfahrbereit am Bahnhof stand. Laut der Süddeutschen Zeitung mussten andere Züge die Hochgeschwindigkeitstrasse am Montag verlassen und häuften eine zweistündige Verspätung an. Schon bei der feierlichen Eröffnung am Freitag gab es eine peinliche Panne. Ein Zug mit rund 200 Ehrengästen und Journalisten verspätete sich um zwei Stunden, brauchte sechs statt vier Stunden. Am Sonntag behinderte zudem ein Personenunfall bei Ingolstadt und die damit verbundene mehrstündige Sperrung der Strecke Nürnberg-Ingolstadt den Verkehr. 

Sicherheitstechnik ist ein großes Problem

Laut dem BR ist ein Grund für die Pannen die neue europäische Sicherheitstechnik ETCS, die über Funksignale die Sprinterzüge steuert. Offenbar wurden nicht ausreichend viele Züge mit der dafür benötigten Software ausgestattet. Auf dem übrigen Netz gilt ein anderer Standard. Wenn das System in einem Bahnhof abstürzt, muss es neu hochgefahren werden. Ein großes Problem für den engen Fahrplan.  

Laut der SZ hat die Bahn 110 ICE-Züge mit der neuen Sicherheitstechnik ausgestattet, ein Teil davon ist auf anderen Strecken ins europäische Ausland unterwegs. Übrig bleiben derzeit 35 Züge für die Schnelltrasse zwischen Berlin und München. Erst ab Ende 2018 soll sich die Lage entspannen, wenn der ICE 4 fahren soll. 

mag/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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