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Das „Mira“ an der Dülferstraße kommt nicht so recht ins Rollen. Viele Geschäfte haben ihre Verträge nicht verlängert, haben bereits zu oder schließen – wie etwa „Jenas Fritz“, der an diesem Samstag das letzte Mal öffnet. Der Immobilienentwickler Hines will nun das Konzept verändern.

Viele Geschäfte stehen leer

Investor will Münchner Einkaufszentrum flottmachen

Das „Mira“ im Münchner Norden wird zehn Jahre alt, doch zum Jubiläum flüchten zahlreiche Mieter. Das Einkaufszentrum läuft sichtbar schlecht. Ein Investor arbeitet deshalb an einem neuen Konzept: Das Gebäude soll zu einer Art Stadtteilzentrum werden.

München - Ein Nachmittag gegen 17.30 Uhr im Einkaufszentrum Mira an der Dülferstraße: Auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches: Menschen bummeln durch die Gänge, die Läden sind zwar nicht überfüllt, aber es geht geschäftig zu. Im Burger-Restaurant „Hans im Glück“ warten die ersten Gäste auf ihr Abendessen. Doch wenn man weiter geht, fallen schnell die Poster in Rot und Orange auf: „Räumungsverkauf! Bis zu 70% radikal reduziert!“, heißt es im Schaufenster von Elektronikmarkt „Expert“. „Wir schließen“, steht auf dem Aushang des Schuhladens „Humanic“. Hinter vielen Schaufenstern gähnen leere Geschäftsräume.

Viele Mietverträge laufen jetzt aus

Vor ziemlich genau zehn Jahren hat das Mira im Norden Münchens eröffnet. Viele Mietverträge laufen jetzt aus – und die Mieter gehen reihenweise. Im zweiten Stock zeugt nur noch ein Schild davon, dass hier bis vor kurzem „Tom Tailor“ eine Filiale hatte. Eine gute weitere Handvoll schließen in den kommenden Tagen und Wochen für immer ihre Türen.

Dass das Shoppingcenter an der Grenze zwischen Hasenbergl und Harthof einen schwierigen Standort hat, ist nichts Neues. Zu nah liegt es am Olympiaeinkaufszentrum (OEZ), zu niedrig ist die Kaufkraft im Münchner Norden. Schon in den vergangenen Jahren gab es immer mal wieder Gerüchte, dass die Mieter das Mira verlassen wollen.

Erst im vergangenen Sommer hat der internationale Immobilienkonzern Hines das Mira vom bisherigen Eigentümer übernommen. Hines gehören bereits mehrere große Gebäude in München, unter anderem das Hochhaus Uptown München am Georg-Brauchle-Ring und die Einkaufspassage Hofstatt in der Altstadt.

Vom Shoppingcenter zum Stadtteilcenter

Mit dem Eigentümerwechsel hingen die Schließungen nicht zusammen, wie das Unternehmen gegenüber unserer Zeitung betont. Einige Geschäfte hätten ihren Mietvertrag bereits vor der Übernahme gekündigt gehabt, einige Verträge seien aus strategischen Gründen nicht verlängert worden. Man sehe die Situation als Chance, das Center zu optimieren.

Anstelle eines klassischen Shoppingcenters soll aus dem Mira ein Stadtteilcenter werden. Neue Geschäfte, mehr Restaurants und Cafés. Der Vorplatz soll in Abstimmung mit der Stadt umgestaltet werden, um den Stadtteil mit einem attraktiven Aufenthaltsort für Kinder und Familien zu ergänzen. Details, ob in Zukunft vielleicht sogar eine Bibliothek, eine Kindertagesstätte oder andere gemeinnützige Einrichtungen in dem Einkaufszentrum Platz finden, wollte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage nicht kommentieren.

„Es gibt bald eine Informationsveranstaltung“

„Es wird schon bald eine Informationsveranstaltung für Mieter und Anwohner geben, in der das neue Konzept vorgestellt wird“, sagt der Eigentümer. Man wolle in den Dialog mit den Anwohnern gehen, ihre Bedürfnisse anhören und bestmöglich miteinbeziehen. Dazu will sich der neue Investor nach eigenen Angaben demnächst auch mit den Lokalpolitikern des Bezirksausschusses Milbertshofen-Am Hart treffen. In dem Gespräch solle es nicht darum gehen, fertige Pläne vorzulegen, vielmehr möchte man im Dialog weitere Ideen und Verbesserungsvorschläge erarbeiten, heißt es. Man sei sich bewusst, dass das Objekt spezieller Aufmerksamkeit bedürfe. Der Unternehmenssprecher: Man sei kein Investor, der nichts macht und nur verwaltet. Das MIRA werde bestehen bleiben, nur viel attraktiver. Es werde sich sehr bald deutlich etwas tun. Davon sollen am Ende alle profitieren. Wichtige Mieter wie Aldi, dm, H&M und New Yorker haben ihre Verträge verlängert. Bis zum Sommer wolle man die Pläne abstimmen und mit ersten Maßnahmen beginnen. Die Zeichen auf Zukunft gestellt werden bereits im Rewe-Markt: Auch hier sind zwar einige Regale leer, aber der Supermarkt bleibt und baut lediglich um. Und zum 1. April soll ein Süßigkeiten-Laden eröffnen.

von Caspar von Au

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