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Vorschlag für ein Denkmal König Ludwig II. - Kini-Denkmal auf der Corneliusbrücke

Corneliusbrücke

Kini-Denkmal nimmt Gestalt an

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München - Es war stets umstritten – und ist es immer noch. Und doch könnte das Denkmal für König Ludwig II. auf der Corneliusbrücke bald neu errichtet werden. Bürgermeister Josef Schmid, CSU, hat die SPD ins Boot geholt und damit wohl eine Mehrheit im Stadtrat.

Alexander Reissl hatte eine klare Meinung. „Die Zeit der Huldigung von Herrschaften mittels figürlicher Darstellung im öffentlichen Raum“, erklärte der SPD-Fraktionschef im Jahr 2013, sei „vorbei“. Reissl lehnte es kategorisch ab, auf dem Isar-Balkon an der Corneliusbrücke ein Kini-Denkmal neu zu errichten. Die Zeiten haben sich offenbar wieder geändert. Dem Vernehmen nach wird auch die SPD an diesem Dienstag im Stadtrat eine 120 000 Euro schwere Machbarkeitsstudie für das Denkmal beschließen.

Der Weg für ein Denkmal an der Brücke – wo bis in die Nazi-Zeit eines stand – er könnte schon bald frei sein. Rote und Grüne im Rathaus hatten ein solches in den Jahren ihrer Mehrheit abgelehnt. An ihrer Position hat sich nichts geändert. Grünen-Fraktionschef Florian Roth etwa spricht von einem „überdimensionierten Projekt mit pseudohistorischem Charakter“. Die CSU aber hat die Erinnerung an den Märchenkönig schon lange zu ihrem Anliegen gemacht – und in ihrer Koalition mit der SPD jetzt wohl durchgesetzt, dass die Idee konkret verfolgt wird. Denn die Machbarkeitsstudie soll natürlich nur der Auftakt sein. „Wenn es am Ende nicht um völlig unverhältnismäßige Beträge geht, werden wir es machen“, unterstrich CSU-Bürgermeister Josef Schmid am Sonntag im Gespräch mit unserer Zeitung. Die CSU erfülle damit auch ein Wahlversprechen.

Im an die Corneliusbrücke angrenzenden Gärtnerplatzviertel ist der Denkmal-Plan beliebt. Hotelier Dietmar Holzapfel („Deutsche Eiche“) hat die Idee schon vor Jahren dem Bezirksausschuss vorgestellt. Holzapfels Idee: Das Denkmal soll durch erhebliche Spendengelder finanziert werden. In seinem Hotel zeigt er einen selbst produzierten Film zum Thema, nach seinen Angaben kommen jede Woche Besuchergruppen, tausende Unterschriften habe er gesammelt. „Es geht nicht darum, die Monarchie wieder einzuführen, sondern ein Stück Geschichte lebendig zu halten“, argumentiert er. Es gehe um die einzige Statue eines Herrschers, die in der Nazi-Zeit eingeschmolzen wurde. „Warum nur er?“, fragt Holzapfel. „Wegen seiner Homosexualität?“ Die Meisterschüler der Steinmetz-Schule wären „dankbar“, schreibt Holzapfel, wenn sie mit ihren Schülern das Kunstwerk wieder errichten dürften. Er wirft den Gegnern vor, das Projekt teurer zu machen als nötig. „Wenn man etwas nicht will, dann rechnet man die Kosten hoch und holt die Meinungen ein, die man hören will.“

Doch wenn die SPD mit der CSU stimmt, haben die Gegner ohnehin keine Mehrheit im Stadtrat mehr. Der Weg könnte also frei gemacht werden. Bürgermeister Schmid ruft die Kritiker auf, sich näher mit der Geschichte des Kinis zu beschäftigen. „Seine Aktualität wird verkannt“, sagt Schmid. „Er zog nicht in den Krieg, sondern war der König des Friedens, der Kultur und des Geistes.“ Der Grüne Florian Roth findet all das kein Argument für das Denkmal. Er nennt den Beschluss, der diese Woche fallen soll, eine „seltsame Prioritätensetzung“ in Zeiten des sparsamen Haushaltens. „Wenn der CSU und der SPD die unhistorische Restaurierung des Denkmals eines Monarchen, der mit München nichts am Hut hatte, einen Millionenbetrag wert ist, muss man über nachhaltige Finanzpolitik nicht reden“, sagt Roth. Schwarz-Rot aber steht wohl zum Kini – und hofft, die Kosten im Rahmen halten zu können.

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