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MM-Redakteurin Christine Ulrich.

Kommentar zum Amoklauf in München

Wurde Ali S. gemobbt? Blick für den Mitmenschen schärfen

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München - Das Leben wird komplexer, auch durch die Digitalisierung. Es braucht mehr Schulsozialarbeit, mehr Fachleute. Doch sie werden niemals leisten können, was nur auf alltäglicher zwischenmenschlicher Ebene geschehen kann.

Wie wurde Ali S. zum Amokläufer? Die ganze Wahrheit werden wir nie erfahren. Doch Spuren zeichnen sich ab. Womöglich wurde er von Mitschülern gemobbt, übelst bloßgestellt. Was lernen wir daraus? Es bleibt zu akzeptieren, dass eine solche Wahnsinnstat nie ganz zu verhindern sein wird. Auch wenn der Ruf nach mehr Repression – mehr Polizei, Verbot von Killerspielen – populär ist.

Die schwierigere Debatte aber, die über Prävention, muss neu geführt werden: Was ist das mit dem Mobbing? Wie lernen wir, psychische Erkrankungen besser zu akzeptieren? Und, Kernfrage: Wie viel bekommen wir alle mit von unseren Mitmenschen? Wie genau schauen wir hin, wie es Jugendlichen geht? Arbeiten wir alle unter solchem Druck Lehrpläne oder To-Do-Listen ab und starren zu viel in unsere Smartphones, dass uns der Blick fürs Wesentliche verloren geht? Wie oft fragen wir unsere Nächsten: Wie geht es dir? Was beschäftigt, was bedrückt dich?

Fakt ist: Da das Leben komplexer wird, auch durch die Digitalisierung, braucht es etwa mehr Schulsozialarbeit. Mehr Fachleute mit geschultem Blick und Umgang. Doch niemals werden sie leisten können, was nur auf alltäglicher zwischenmenschlicher Ebene geschehen kann.

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