Frau stundenlang gefesselt, geschlagen und gewürgt: SEK-Einsatz in Kirchheim

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Hubertus Andrä ist Präsident des Polizeipräsidiums München. Am Freitag stellte er den Kriminalitätsbericht für 2017 vor. Fazit: München ist noch sicherer geworden.

Kriminalitätsbericht 2017 

Kriminalität in München: Stadt so sicher wie seit 30 Jahren nicht

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München ist so sicher wie seit 1988 nicht mehr. Die Zahl der Straftaten sank im Jahr 2017 auf einen Tiefstwert von knapp 103 000. Sorgen bereiten dem Präsidium vor allem Kriminelle, die sich als Polizisten oder Handwerker ausgeben.

München - Von wegen „Früher war alles besser“: Polizeipräsident Hubertus Andrä (62) verkündete am Freitag, als er die Kriminalstatistik für

2017 präsentierte, einen deutlichen Rückgang der Straftaten in fast allen Bereichen. Das Präsidium München verzeichnete für das vergangene Jahr 109 264 Delikte – 18 877 weniger als 2016 (-14,7 Prozent). Bereinigt um Verstöße nach dem Aufenthaltsgesetz sank die Zahl der Straftaten auf 102 884 – ein Minus von 6,8 Prozent. Auf 100 000 Einwohner kamen im vergangenen Jahr 5658 Straftaten. Das sind 7,7 Prozent weniger Taten als 2016. Die Aufklärungsquote: 62,1 Prozent.

Hauptbahnhof

Besonders erfreulich ist laut Andrä, dass die Straftaten am Bahnhof deutlich zurückgehen. Dort gilt seit Januar 2017 das Alkoholverbot. Ohne ausländerrechtliche Verstöße registrierte die Polizei hier 7259 Straftaten (-15,4 Prozent). Der Sicherheitsreport schlüsselt die Rückgänge getrennt in den nördlichen, südlichen und inneren Bereich auf. Im Bahnhof registrierte die Polizei 2016 noch 4059 Fälle, 2017 waren es 3370 (-17 Prozent). Im nördlichen Bereich – dort liegt der Alte Botanische Garten – verzeichnete das Präsidium einen Rückgang von 17,7 Prozent, im südlichen fällt er mit 12,4 Prozent etwas geringer aus. Grund für den Rückgang seien unter anderem die hohe Präsenz und die enge Kooperation mit Bundespolizei, Stadt, Bahn und MVG.

Tötungsdelikte

Sieben Menschen kamen im vergangenen Jahr gewaltsam ums Leben. Insgesamt registrierte die Polizei 41 Mord- und Totschlagsdelikte – 17 weniger als im Vorjahr. Bei 34 Fällen handelte es sich somit um Versuche. „Alle Straftaten in dem Bereich wurden aufgeklärt“, betonte Andrä. Bei mehr als der Hälfte der Taten kam der Täter aus dem näheren Umfeld des Opfers.

Gewalt

Auch die Gewalt- und Straßenkriminalität gingen im Jahr 2017 zurück (-8,6 Prozent). Unter Gewaltkriminalität fallen unter anderem Raub und gefährliche sowie schwere Körperverletzung, Straßenkriminalität sind Straftaten im öffentlichen Raum. Vor allem die Straftaten in der Nacht unter Alkoholeinfluss (-8,3 Prozent) und im Öffentlichen Personennahverkehr (-4,8 Prozent) nahmen ab. Nur bei schwerem Diebstahl aus Banken verzeichnete das Präsidium einen Anstieg. Dabei handelte es sich im eine Serie, bei der Betrüger die PIN der Opfer ausspähten.

Wohnungseinbruch

„Die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche ist und bleibt Schwerpunktthema“, betonte der Polizeipräsident. Zwar konnte das Präsidium nach 2016 nun einen Rückgang um 20,8 Prozent auf 1219 Taten vermelden. Auch die Aufklärungsquote stieg um 7,4 Punkte auf 20,1 Prozent. Und jeder zweite Einbruchversuch blieb erfolglos. „Ein deutlicher Beweis für die technische Prävention“, so Andrä. Doch aktuell steigen die Zahlen wieder. „Wir gehen weiter offensiv gegen die Täter vor“, sagte Andrä. So wolle man unter anderem die internationale Zusammenarbeit ausbauen. „Die psychischen Folgen sind für viele Opfer fast noch schlimmer als der materielle Schaden“, sagte Andrä. „Viele können nicht in der Wohnung bleiben.“

Lesen Sie auch: Zahl der Wohnungseinbrüche in Erding geht zurück

Falsche Polizisten

Große Sorgen bereitet dem Präsidium der rasante Anstieg bei Betrügern, die sich als falsche Polizeibeamte ausgeben. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl derer, die vor allem Senioren um ihr mühsam Erspartes bringen, um das mehr als Zehnfache auf 3239 Delikte. Der Gesamtschaden liegt bei mehr als vier Millionen Euro. Ebenso verschafften sich Kriminelle als falsche Handwerker häufiger Zugang zu Wohnungen (+7,5 Prozent). „Wir wissen, dass die Täter meist von Callcentern aus der Türkei agieren“, sagte Andrä. Daher sei es ein Anliegen, die Kontakte zur türkischen Polizei zu intensivieren. „Ich kann Ihnen versichern, dass wir vehement gegen das Phänomen Trickdiebstahl vorgehen.“ Vor allem die Jüngeren, müssten ihre „Omas und Opas“ sensibilisieren.

Rauschgift

Betäubungsmittel-Delikte sind um zwölf Prozent oder in absoluten Zahlen um 1097 angestiegen. In 68 Prozent der Fälle handelte es sich dabei um Cannabis. Doch der Anstieg liege vor allem daran, dass mehr kontrolliert wird, sagte Andrä. Rauschgiftdelikte gehören zur Gruppe der Kontrolldelikte. „Je mehr wir kontrollieren, desto mehr Straftaten werden ermittelt und desto höher ist auch der Anstieg der Zahlen.“ In München werde jeder Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz konsequent zur Anzeige gebracht – unter anderem, weil die Statistik zeigt, dass nicht wenige Menschen, die straffällig werden, unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stehen.

Zuwanderer

Zuwächse gab es bei Kriminalität durch Zuwanderer (+21 Prozent). Zum 31. Dezember 2017 lebten in Stadt und Landkreis etwa 34 000 Flüchtlinge. 7154 Straftaten registrierte das Präsidium, 1256 davon waren Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht. Der größte Anteil liegt bei Rohheitsdelikten (1880). Mehr als ein Drittel der Körperverletzungen oder Raubdelikte wurde in Asylunterkünften begangen. „Man darf nicht die reinen Zahlen sehen, sondern muss unter anderem die Wohnsituation und das Alter berücksichtigen“, sagte Andrä. „Wesentlicher Bestandteil für ein geordnetes Zusammenleben ist umso mehr die Integration der Zuwanderer.“

Stefanie Wegele

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