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Das Lächeln trügt: Dieser charmant wirkende Sonnyboy ist ein Liebesbetrüger. Die Polizei sucht mit diesen Fotos nach dem jungen Mann.

Sie hatte Geld weiterüberwiesen

Junge Münchnerin (23) wurde zu seinem Opfer - Polizei fahndet nach diesem Mann

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Sie dachte, es wäre die große Liebe. Dabei ging eine junge Münchnerin einem Betrüger auf den Leim. Nach dem Mann wird nun öffentlich gefahndet.

  • Eine junge Münchnerin wurde das Opfer eines Liebesbetrügers.
  • So geriet sie in den Verdacht der Geldwäsche.
  • Nun fahndet die Polizei nach dem flüchtigen Mann.

München - Freundlich grinst der muskelbepackte junge Mann in die Kamera seines Smartphones. Das Foto hat der Sonnyboy offenbar im Urlaub von sich selbst aufgenommen. Doch das unschuldige Lächeln trügt: Er ist ein Liebesbetrüger (englisch: Love-Scammer), der die Gefühle einer jungen Münchnerin schamlos ausgenutzt hat.

Den Anfang nahm der Betrug Ende September/Anfang Oktober vergangenen Jahres. In der Internet-Partnerbörse Badoo chattete der Kriminelle mit der 23-Jährigen aus Neuperlach. Die beiden trafen sich daraufhin einige Male. Als der Betrüger das Vertrauen der jungen Frau erschlichen hatte, bat er sie nach Angaben der Polizei, ihn bei einer Geldüberweisung in die Türkei zu unterstützen. Dazu transferierte der Mann um die 1000 Euro, die er als Gehaltszahlung deklarierte, auf das Konto der Frau. Daraufhin überwies die Münchnerin dieses Geld auf ein Konto in der Türkei. Nach dieser Aktion verschwand der Betrüger von der Bildfläche.

Liebesbetrug in München: 23-Jährige gerät wegen Überweisung in Geldwäsche-Verdacht

Die 23-Jährige geriet zunächst in den Verdacht der Geldwäsche. Denn sie hatte den Betrag auf ein Konto überwiesen, das bereits bei zurückliegenden polizeilichen Ermittlungen im Fokus gestanden hatte. Die Beamten fanden heraus, dass im Rahmen des Betrugs zuvor jemand das Geld von dem Konto einer 50-jährigen Münchnerin abgehoben und auf das der 23-Jährigen überwiesen hatte. Wie der oder die Betrüger an die Daten der 50-Jährigen gekommen waren, will das Präsidium nicht verraten. Nur so viel: In diesem Fall war es kein Liebesbetrug.

Das zuständige Kommissariat 77 sicherte daraufhin zwei Bilder des Mannes, mit dem sich die 23-jährige Servicekraft getroffen hatte. Mit diesen Fotos fahnden die Ermittler nun öffentlich nach dem Betrüger. Es ist nicht auszuschließen, dass der junge Mann auch andere Frauen auf diese Art ausgenutzt hat. Im Partner-Portal Badoo hatte er sich laut Polizei einen türkischen Namen gegeben. Das Präsidium ist nun auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Wer den Mann kennt oder andere Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter 089/29 10-0 zu melden. Die Bilder sind auch auf der Seite der Polizei zu finden.

Liebesbetrug in München: Opfer sollen unter Vorwand der Verliebtheit ausgenommen werden

Love-Scammer nehmen jedes Jahr tausende (oft einsame) Menschen aus. Der Begriff Love Scam oder Romance Scam bezeichnet in der Regel eine Form des Internetbetrugs, bei der in den meisten Fällen gefälschte Profile in Singlebörsen dazu benutzt werden, Opfern Verliebtheit vorzugaukeln, um diese dann auszunehmen.

Die Polizei betont, dass Opfer unbedingt Anzeige erstatten sollten, damit die Möglichkeit einer Verurteilung besteht. Zudem kann das Präsidium die Prävention anpassen und die Bürger warnen.

Opfer von Betrügern wurde auch eine Münchnerin, die sogar ihr Haus für 2,9 Millionen Euro verkaufte und in ein Hotel zog. Auch die Corona-Pandemie animiert Betrüger zu abscheulichen Taten.

Ein Mann fälschte systematisch MVV-Tickets, doch die Polizei kam ihm auf die Schliche. Abgezockt und gedemütigt hat ein Liebesbetrüger eine kranke Münchnerin, die 120.000 Euro verlor.

Stefanie Wegele

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