Wohnen wird zum Luxus

Mieten in München: So teuer ist es in Ihrem Stadtteil

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München - Die Mieten in München gehen weiter durch die Decke. Wohnen in München wird zum Luxus. Hier sehen Sie die Mietpreise in den Stadtteilen.

Wer in der Isarmetropole im Jahr 2016 eine neu gebaute Wohnung zur Miete bezog, musste dafür im Schnitt 18,91 Euro je Quadratmeter hinblättern – satte 11,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies belegt eine Auswertung von Mietwohnungs-Angeboten durch die Stadtverwaltung. Auch beim Altbestand ist der Preisanstieg mit 6,3 Prozent deutlich. 15,72 Euro je Quadratmeter wurden für eine wiedervermietete Wohnung heuer im Durchschnitt verlangt.

Günstige Wohnungen sind in München selten -und heiß begehrt. 

Noch vor zwei Jahren hatte die Stadt in ihrem Wohungsmarktbarometer gemutmaßt, dass möglicherweise eine Mietspitze in München erreicht sein könnte. 2014 war die Preissteigung bei Wiedervermietungen nach großen Sprüngen in den Vorjahren mit 4 Prozent gering ausgefallen. Dies hatte die Verwaltung als Indiz auf möglicherweise sinkende Preise gedeutet. Doch der zehnjährige Zyklus von Mietenspitzen und -tälern in München, der bislang Gültigkeit hatte, scheint durchbrochen. Die letzten beiden Höhepunkte, die fallende Preise zur Folge hatten, lagen in den Jahren 1992 und 2002. „Derzeit gibt es keine Anzeichen für das Erreichen der nächsten Preisspitze“, schreibt die Stadt in ihrem aktuellen Wohnungsmarktbarometer. Im Gegenteil. Die Preisspirale dreht sich immer weiter.

Wie auch in den Vorjahren werden in den Innenstadtlagen die höchsten Mieten erzielt. Etwa der Isarvorstadt. Hier werden inzwischen im Schnitt über 20 Euro pro Quadratmeter für kleinere Wohnungen (20-40 m2) bezahlt. Am günstigsten lebt es sich in Allach-Untermenzing und Aubing. Dort kostet der Quadratmeter Mietwohnung im Schnitt noch unter 14 Euro. Früher zählte auch der Münchner Norden noch zu den günstigeren Wohngegenden. Das ändert sich aber. Die höchsten Steigerungen bei den Mietpreisen registrierte die Stadt 2016 im Norden.

Immer mehr Menschen sparen bei der Wohnfläche

Weil Mieten in München so teuer ist, sparen immer mehr Menschen bei der Wohnfläche. Laut Wohnungsmarktbarometer haben Bauherren darauf reagiert. 2016 wurden vermehrt kleine und mittlere Wohnungen gebaut, während große Objekte, die oft zum Luxussegment gezählt werden, seltener geworden sind. Wer Glück hat, kommt in einer preiswerten Wohnung bei einer Baugenossenschaft unter oder wohnt in einer städtischen Wohnung. Die durchschnittlichen Grundmieten im Wohnungsbestand der beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften liegen bei unter 50 Prozent der Marktmieten (GWG: 6,65 Euro/m², GEWOFAG: 6,90 Euro/m²). Die Stadt will deshalb mehr geförderte Wohnungen bauen als je zuvor. „Die Preisentwicklung auf dem freien Mietwohnungsmarkt zeigt deutlich, dass die Stadt unbedingt weiter an ihrem ehrgeizigen Wohnungsbauprogramm festhalten muss“, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Wer sich diesen Wahnsinn nicht antun will, dem bleibt nur der Umzug

Wer sich den Münchner Miet-Wahnsinn nicht mehr antun will, dem bleibt nur der Umzug. Im Umland bewegen sich die Mietpreise unter Münchner Niveau. Im Landkreis München lagen 2016 die Wiedervermietungsmieten mit 12,80 Euro je Quadratmeter allerdings nur geringfügig unter den Preisen Münchner Randbezirke. Mit leichtem Abstand folgt der Kreis Starnberg, wo durchschnittlich 11,98 Euro je Quadratmeter bei Wiedervermietung fällig werden. Etwas günstiger kann man mit 10 bis 11 Euro je m2 in den Kreisen Ebersberg, Fürstenfeldbruck, Freising oder Dachau wohnen.

Alles, was Sie über die Mieten in München wissen müssen, haben wir für Sie zusammengefasst. 

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