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Bekommt München weitere Auto-freie Isar-Überquerungen?

Forderung der Rathaus-CSU

Autofreie Isar-Querung in der Stadt: Brauchen wir eine Radlerbrücke?

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München ist noch lange keine echte Fahrradstadt. Doch kleine Stellschrauben können die Situation langfristig verbessern. Die Union zieht mit einem Antrag den Unmut von SPD und Grüne auf sich.

München - Die CSU plädiert dafür, eine neue Querungsmöglichkeit für Radfahrer über der innerstädtischen Isar zu schaffen. In einem Antrag fordert die Stadtratsfraktion die Verwaltung auf, zu prüfen, wo eine oder mehrere Brücken für einen Radschnellweg errichtet werden könnten. Die CSU stellt den Antrag auch vor dem Hintergrund, dass die Mehrheit des Stadtrats unlängst die Reduzierung der Fahrspuren auf der Ludwigsbrücke beschlossen hat. Dadurch werde sich der Verkehr weiter verdichten und eine Verdrängung auf die benachbarten Maximilians- und Corneliusbrücke stattfinden, befürchtet die CSU. Dabei gebe es dort bereits jetzt an den Knotenpunkten zur Isarparallele Kapazitätsdefizite – ganz abgesehen von der Verschlechterung der Situation für den Autoverkehr auf der Ludwigsbrücke aufgrund der Reduzierung der Fahrspuren. Die CSU-Radlbeauftragte Sabine Bär meint: „Wir brauchen zusätzliche attraktive und effiziente Angebote, damit Radler gut, sicher und komfortabel über die Isar kommen.“

Neue Radlerbrücke in München? SPD und Grüne attackieren Union

Fraglich ist indes, ob der CSU-Antrag echte Realisierungschancen hat. Zum Beispiel gibt es schon lange Pläne für eine neue Querung zwischen der Reichenbach- und der Wittelsbacherbrücke. Doch der sogenannte Klenzesteg steht weit hinten in der Prioritätenliste der Stadt für den Bau neuer Brücken.

Am Isarring sind viele Radler unterwegs. Auch Zählstellen zur Frequenz wurden dort schon von der Stadt angebracht.

SPD und Grüne kritisierten auf unsere Nachfrage die Initiative der CSU. Grünen-Fraktionschef Florian Roth bezeichnete den Vorstoß als „unausgegoren und unseriös“, zumal seit Langem über den Klenzesteg diskutiert werde. Der Antrag sei „ins Blaue hinein“ gestellt. Der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Jens Röver, erinnerte daran, dass die Prioritätenliste über den Neubau von Brücken erst unlängst im Stadtrat behandelt worden sei: „Da hätte man sich ja zu Wort melden können.“ Es sei absurd, zu glauben, alle Verkehrskonflikte würden sich lösen, „wenn mal schnell eine neue Brücke über die Isar gebaut wird“. Roth und Röver empfinden den Antrag auch deshalb als unschlüssig, weil sich die CSU bei der Ludwigsbrücke dem Wunsch verweigert habe, mehr Platz für Radfahrer zu schaffen. 

Lesen Sie dazu: OB Dieter Reiter über die Altstadt der Zukunft - Kaum noch Autos, mehr Grün

Außerdem könnte eine Vision wahr werden: Die Bahn steht einer Rad-Hochtrasse von der Isarvorstadt bis nach Giesing entlang der bestehenden Gleise offen gegenüber. Hintergrund der Gespräche zwischen Bahn und Politikern sind die Pläne zum Regionalhalt an der Poccistraße. 

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