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Baustelle am Münchner Romanplatz.

Darum wird es jetzt noch schlimmer 

Bau-Stadt, Stau-Stadt: Wie München im Verkehr erstickt

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München erstickt im Verkehr. Grund dafür sind unter anderem die vielen Baustellen. Besserung ist nicht in Sicht.

München - Jeder Münchner spürt es jeden Tag: überfüllte U-Bahnen und Busse, ­dazu Mega-Stau auf den Straßen – die Stadt erstickt im Verkehr! Und die Vielzahl der Baustellen macht das Chaos noch schlimmer. Am Wochenende gibt es obendrauf eine ärgerliche Terminkolli­sion: Zeitgleich mit der langen Nacht der Münchner ­Museen ist die Stammstrecke gesperrt, zudem verkehren die U3 und die U6 nur eingeschränkt. Wir geben einen Überblick über die Baustellen und die Entwicklung beim Pendeln. Denn auch die Zahl der Bürger, die für den Job in die Stadt fahren, ist massiv angestiegen.

München: Es wird überall gebuddelt

Kräfig gebuddelt wird im ganzen Stadtgebiet. Viele Autofahrer und Radler sagen: So schlimm war es noch nie. Bei der Neugestaltung des Romanplatzes (Nymphenburg) führen die Stadtwerke zum Beispiel noch bis Herbst 2020 Gleis- und Straßenbauarbeiten durch. Bis Mitte Dezember ist die Notburgastraße vor dem Romanplatz stadteinwärts von zwei auf eine Fahrspur reduziert. Die südliche Umfahrung des Rondells ist nicht mehr möglich. Wegen der Bauarbeiten zur zweiten Stammstrecke ist bis 14. Dezember die Laimer Unterführung zwischen Landsberger- und Winfriedstraße für Autos gesperrt. Die Arbeiten zur Modernisierung des U-Bahnhofs Sendlinger Tor dauern bis Mitte 2022. An der Kreuzung Sonnen-/Lindwurmstraße gibt’s Behinderungen. Gebaut wird auch rund um den Hauptbahnhof.

In den Münchner Ring-Tunnels wird immer wieder gewerkelt – in diesen Tagen besonders intensiv

Gerade auf dem Mittleren Ring sind Geduldsproben für Autofahrer eher die Regel als die Ausnahme. Zurzeit ist es aber besonders heftig. Der Altstadtringtunnel ist ein Nadelöhr – hier werden Sicherheitseinrichtungen und Brandschutz ertüchtigt. Das Bauende ist noch in weiter Ferne. Inklusive Fahrbahnoberfläche und Neugestaltung der Freiflächen am Westportal dauern die Arbeiten voraussichtlich noch bis Mitte 2024. Bis Ende Dezember 2019 verbleibt im Haupttunnel in beiden Richtungen je eine Fahrspur. Bis Juni 2020 ist die Tunnelausfahrt zum Franz-Josef-Strauß-Ring in Richtung Ost gesperrt. Und: In der Nacht auf Freitag bleibt der Tunnel zwischen 22 und 5 Uhr ganz gesperrt. Grund sind nach Angaben des Baureferats gesetzlich vorgeschriebene Wartungsarbeiten an der Betriebstechnik. Gleiches gilt für den Brudemühltunnel in der Nacht auf Donnerstag.

Die Münchner Stammstrecke ist am Wochenende gesperrt - Pech für Besucher der Museums-Nacht

Es ist ein Schmankerl für alle Kunst- und Kulturliebhaber: Am Samstag findet zum 20. Mal die lange Nacht der Münchner Museen statt. Über 90 Museen, Sammlungen, Galerien, Kirchen, architektonische Schmuckstücke und historische Orte laden von 19 bis 2 Uhr zum nächtlichen Rundgang ein. ’zigtausend Besucher werden wieder erwartet.

Doch just am kommenden Wochenende ist dieS-Bahn-Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof komplett gesperrt. Viele Bürger fragen sich: Warum gerade an diesem Termin? Wer von außerhalb Münchens kommt, muss auf Ersatzbusse umsteigen. Zudem fahren wegen der Modernisierungsmaßnahmen am ­U-Bahnhof Sendlinger Tor auch U3 und U6 nur eingeschränkt. MVG-Sprecher Matthias Korte: „Die Bautätigkeit bei U-Bahn und ­S-Bahn nimmt stark zu, beide Systeme kommen in die Jahre.“ Außerdem gebe es immer mehr Großveranstaltungen. Überschneidungen ließen sich nicht vermeiden. Laut einer Bahnsprecherin haben die Planungen für eine Totalsperrung auf der Stammstrecke einen Vorlauf von mindestens 24 Monaten. Die Terminierung werde sensibel geplant. „So achten wir darauf, dass während des Oktoberfests keine Bauarbeiten im Innenstadtbereich stattfinden.“ Ralf Gabriel, Veranstalter der Langen Nacht, zeigt Verständnis: Der Ausbau der Infrastruktur sei notwendig, davon profitiere letztlich auch die Kultur. Schön sei es natürlich nicht, „dass wir wie im Vorjahr wieder Leidtragende sind“.

München: Tagtäglich bricht in der Stadt der Verkehr zusammen

Die Straßen werden nicht breiter, die Baustellen mehr – und dazu wächst auch die Zahl der Pendler unaufhörlich. Laut einer aktuellen Mitteilung der IG Bau-Agrar-Umwelt kamen 2018 rund 390 000 Menschen zum Arbeiten regelmäßig von außerhalb in die Stadt. Im Jahr 2000 waren es noch 295 000 Einpendler. Die IG Bau beruft sich auf eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Die Folgen sind gravierend: Regelmäßig kommt es in München auf den Ein- und Ausfallstraßen morgens und abends zum Mega-Stau. Übrigens ist auch die Zahl der Pendler in den Landkreis München drastisch angestiegen: von 137 000 im Jahr 2000 auf nunmehr 207 000. Gewerkschafter Michael Müller schlägt Alarm: Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in Ballungsräumen.

Klaus Vick

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