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Die Bäckerei-Kette Aumüller fordert nun höhere Preise von den Kunden.

Auf einmal gibt es höhere Preise

Beliebte Münchner Bäckerei plötzlich deutlich teurer: Der Grund ist heikel

Zwölf Prozent Aufschlag auf alle Waren - das erwartet nun die Kunden einer beliebten Münchner Bäckereikette, wenn sie ihre Waren im Café-Bereich verzehren. Das ist der Grund.

München - Das dürfte einigen Kunden der beliebten Bäckerei-Kette Aumüller böse aufgestoßen sein: Ein deutlicher Aufschlag auf alle Produkte, die im Haus verzehrt werden, also nicht zur Mitnahme gekauft werden. Ohne Ankündigung wurde die doppelte Preisauszeichnung eingeführt. Eine Erklärung für die verwunderten Kunden gibt es scheinbar auch in den Filialen nicht, wie ein Kunde unserer Redaktion mitteilte. Auf Anfrage teilte eine Sprecherin der Bäckerei-Kette nun den Grund für den plötzlichen Preisanstieg mit.

Zur Einordnung muss man wissen, dass es schon seit mehreren Jahren ein Gesetz gibt, das den Verzehr „im Haus“ und „außer Haus“ regelt. Demnach wird bei den Waren, die zur Mitnahme verkauft werden ein Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent fällig. Werden die Produkte im Haus verzehrt, steigt der fällige Steuersatz auf 19 Prozent. Eine Ausnahme bilden Getränke: Kaffee, Tee und Co. werden im Normalfall immer mit 19 Prozent besteuert - egal wo sie verzehrt werden.

Bisher zahlte der Aumüller-Chef - doch das geht jetzt nicht mehr

Die Sprecherin von Aumüller erklärte nun, dass der Junior-Chef des Bäcker-Unternehmens, Franz Ehrnthaller, den Kostenunterschied zwischen in-Haus- und außer-Haus-Verzehr bisher aus eigener Tasche ausgeglichen habe. Dies sei nach einer Veränderung der wirtschaftlichen Lage in den vergangenen Monaten nicht mehr tragbar, so das Statement von Aumüller. Deshalb würde der Mehrwertsteuer-Zuschlag nun erstmals nach Einführung des Regelung auch für den Kunden selbst spürbar.

Eine Kundin (45) findet das komisch: „Bei absolut gleicher Qualität mehr zahlen zu müssen, finde ich ein bissl frech.“

Auch andere Cafés in München haben unterschiedliche Preise

Warum dies im Vorfeld nicht an die Kunden kommuniziert wurde und Kunden offenbar auch auf direkte Nachfrage in den Filialen keine ausreichende Antwort auf ihre Fragen bekommen, ließ die Sprecherin offen.

In München ist das Vorgehen von Aumüller definitiv kein Einzelfall. So gibt es noch viele weitere Cafés und Bäckereien, in denen der Verzehr in- und außer-Haus einen preislichen Unterschied macht.

Kunden nicht nur wegen Preiserhöhung enttäuscht 

Einige Stammkunden sind bereits enttäuscht, weil es dort die klassische Kaisersemmel nicht mehr gibt. Schon seit einigen Wochen hat Aumüller die Kaisersemmel durch eine so genannte „Feuerrose“ ersetzt, eine Weizensemmel mit knusprigen, „abgeflammten“ Spitzen. „Es war Zeit, Neues anzubieten. Die Kaisersemmel gibt es überall“, sagte Franz Ehrnthaller, Geschäftsführer der Traditionsbäckerei, der Allgemeinen Bäckerzeitung. Statt einer Leberkäsesemmel gebe es nun eben eine Leberkäse-Feuerrose. Das neue Produkt komme sehr gut an. Auch andere Bäckereien fahren ihre Kaisersemmel-Produktion zurück. Bei Zöttl (38 Filialen im Raum München) werde sie am Sonntag wegen zu geringer Nachfrage längst nicht mehr verkauft. Andere Bäckereien verkaufen statt der „Kaiser“ so genannte „Bäckersemmeln“.

Christopher Kruse, Geschäftsführer vom Landesinnungsverband für das Bayerische Bäckerhandwerk, sieht landesweit keine Tendenz für das Aussterben der Kaisersemmel. Wenn Bäcker auf andere Produkte umstiegen, sei das eher ein Zeichen für die tolle Vielfalt im Bäckerhandwerk - im Gegensatz zu einförmigen Industrieprodukten. Trotzdem: Viele Kunden, wie etwa tz-Leser Peter D. (56), sind durchaus enttäuscht, dass sie bei Aumüller keine „Kaiser“ mehr kriegen.

Video: Discounter vs. Bäcker - Wer macht die beste Breze?

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