Nach Messer-Attacken am Samstag

Es geht um ein Handyvideo: Bild-Zeitung stellt Strafanzeige gegen Münchner Polizei

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Ein Handyvideo im Zusammenhang mit den Messer-Attacken von München schlägt hohe Wellen: Die Bild-Zeitung stellt Strafanzeige gegen die Münchner Polizei.

München - Entsprechende rechtliche Schritte kündigte Bild-Chefredakteur Julian Reichelt am Montag auf Twitter an. Das Bayerische Landeskriminalamt prüft laut Deutscher Presseagentur die Vorwürfe der Bild-Zeitung gegen die Münchner Polizei im Zusammenhang mit den Messerangriffen am Samstag

Um diese Vorwürfe geht es

Die Bild berichtet, einer ihrer Reporter habe die Festnahme des mutmaßlichen Täters gefilmt. Anschließend sei er von Zivilbeamten genötigt worden, die Aufnahme von seinem Smartphone zu löschen. Zunächst sei er nur ermahnt worden. Als sich der Reporter als Journalist zu erkennen gegeben und deshalb weitergemacht habe, hätten die Polizisten geantwortet: „Das interessiert uns einen Scheißdreck“

Anschließend hätten die Beamten den Bild-Reporter körperlich bedrängt und seine Arme auf den Rücken gedrückt. Am Ende sollen die Polizisten gedroht haben, das Handy zu beschlagnahmen. So unter Druck gesetzt, habe der Journalist das Video letztlich doch gelöscht. 

Video: Das ist der blutige Weg des Münchner Messerstechers

Bild-Chefredakteur Julian Reichelt zeigte sich auf Twitter entrüstet: „Was sich die Polizei München hier erlaubt hat, ist ein Angriff auf die Pressefreiheit, wie wir ihn bei Bild selten zuvor erleben mussten!“ 

Innenminister Herrmann: Aussage gegen Aussage

 „Der Vorgang ist bekannt und wird geprüft“, erklärte ein LKA-Sprecher in München. Mehr könne man dazu aktuell nicht sagen. Die Polizei München wolle intern prüfen, welche Beamten vor Ort waren und was genau passiert sei, sagte ein Sprecher. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) äußerte sich in der Bild-Zeitung: „Es steht Aussage gegen Aussage. Es muss jetzt unabhängig geprüft werden, welche Version stimmt.“ 

Genau diese unabhängige Untersuchung sichert Polizeipräsident Hubertus Andrä zu, man werde die Vorwürfe und den Sachverhalt sorgfältig prüfen. 

Auch hinsichtlich der Twitter-Aktivitäten der Münchner Polizei gab es eine bissige Reaktion von Bild-Chef Reichelt. Er meinte, die Polizei solle lieber ermitteln, als auf Twitter nach „Social-Media-Applaus“ zu suchen. 

mag, mit Material der dpa, Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa/red (Symbolbild)

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