+
Die Polizei zeigt sich mit dem Verhalten der Münchner im Rahmen der Corona-Ausgangsbeschränkung zufrieden. Doch es ist ein schmaler Grat.

Kommentar von Mike Schier

Kontrollen in Corona-Zeiten: Die Akzeptanz nicht gefährden

  • schließen

Die Polizei zeigt sich mit dem Verhalten der Münchner im Rahmen der Corona-Ausgangsbeschränkung zufrieden. Doch es ist ein schmaler Grat. Ein Kommentar von Mike Schier.

München - Die Polizei gab sich nach dem Wochenende zufrieden: Die Menschen hätten sich größtenteils an die Ausgangsbeschränkungen gehalten, bilanzierten die Ordnungshüter. Tatsächlich ist es ebenso erstaunlich wie lobenswert, auf welch große Disziplin und Akzeptanz die Corona-Maßnahmen stoßen - schließlich stellen sie nie gekannte Eingriffe in persönliche Freiheit und Privatleben dar.

Wer diese Akzeptanz auf Dauer aufrecht erhalten will - und das wird mit der Exit-Debatte und der schrittweisen Aufhebung einzelner Maßnahmen noch eine echte Herausforderung -, wird in den kommenden Wochen bei den Kontrollen allerdings ein wenig mehr Augenmaß an den Tag legen müssen. 

München/Kommentar zur Kontrolle in Corona-Zeiten: Die Akzeptanz nicht gefährden

Das gilt vor allem in München, wo sich 1,6 Millionen Menschen nicht einfach in Luft auflösen können. Erst jetzt, da Reisen und Ausflüge praktisch verboten, Sport- und Freizeitmöglichkeiten quasi nicht vorhanden sind, merken viele, wie beengt sie in einer Stadt mit horrenden Immobilienpreisen leben.

Hunderttausende drängt es deshalb im Sonnenschein an die frische Luft – zum Spazieren, Joggen oder auf dem Fahrrad. Das ist gut fürs eigene Seelenheil in einer belastenden Zeit. Und viele setzten sich an der Isar oder in den Parks eine Weile in die Sonne – mit Sicherheitsabstand wohlgemerkt! Allein, zu zweit, mit der engeren Familie. 

Wie es halt jeder andere tut, der über den Luxus eines eigenen Gartens verfügt. Die Polizei kam trotzdem und scheuchte alle per Lautsprecher davon. Das mag regelkonform sein – auf Dauer ist es aber eher kontraproduktiv.

Mike Schier

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Münchner Freibäder sollen wieder öffnen - doch für Kinder und Jugendliche gibt es schlechte Nachrichten
Am 8. Juni sollen die Freibäder wiedereröffnen. Allerdings ohne freien Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Was 2019 neu eingeführt wurde, ist nach …
Münchner Freibäder sollen wieder öffnen - doch für Kinder und Jugendliche gibt es schlechte Nachrichten
Münchens Corona-Studie: tz-Redakteur nahm teil - jetzt ist der Brief mit dem Test-Ergebnis da
Am Tropeninstitut des LMU-Klinikums wird derzeit versucht, die Dunkelziffer der Corona-Erkrankungen in München festzustellen.
Münchens Corona-Studie: tz-Redakteur nahm teil - jetzt ist der Brief mit dem Test-Ergebnis da
Corona-Alarm am Münchner Schlachthof: 170 Tests nötig - Sprecherin erklärt, warum der Betrieb weiterläuft
Auch in Münchner Fleischbetrieben gibt es jetzt Coronavirus-Infektionen. In den Betrieben wurden umgehend Reihentests durchgeführt. Genaue Fallzahlen stehen noch aus.
Corona-Alarm am Münchner Schlachthof: 170 Tests nötig - Sprecherin erklärt, warum der Betrieb weiterläuft
Münchner Gastro in der Corona-Krise: Wirte sind verunsichert - „Haben sehr hohe Kosten“
Nach den Corona-Lockerungen kehrt in die Wirtshäuser das Leben zurück - aber es ist für alle ungewohnt. Ein Stimmungsbild.
Münchner Gastro in der Corona-Krise: Wirte sind verunsichert - „Haben sehr hohe Kosten“

Kommentare