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Ein Graffito aus München könnte vielen aus der Seele sprechen.
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Ein Graffito aus München könnte vielen aus der Seele sprechen.

Parole übermalt

„Der schlimmste Virus ist ...“: Unbekannter verbessert Corona-Graffito - viele Münchner dürften ihm zustimmen

  • Luisa Billmayer
    vonLuisa Billmayer
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Ein Graffito, das in München aufgetaucht ist, schafft es, Corona-Zweifler zu entkräften und spricht vielen aus der Seele - zumindest jenen, die seit Wochen im Homeoffice arbeiten.

  • Seit der Corona-Pandemie arbeiten viele Menschen im Homeoffice.
  • Ein Graffito, das in München entdeckt wurde, zweifelt die Maßnahmen an.
  • Doch eine nachträgliche Korrektur könnte wirklich vielen Münchner aus der Seele sprechen.

München - Am 20. März hatte Markus Söder die Corona-Ausgangsbeschränkungen verkündet, die das Verlassen der Wohnung nur noch aus „triftigen Gründen“ erlaubten. Schulen waren bereits geschlossen, Geschäfte und Restaurants ebenfalls. Spätestens seitdem arbeiteten viele, denen es möglich ist, im Homeoffice. Auch wenn es Vorteile haben kann, einen kürzeren Weg zum Arbeitsplatz zu haben und im Verlauf des Arbeitstages Wäsche waschen zu können, haben einige offenbar auch genug von der Arbeit zu Hause. Das lässt ein Graffito, das in München entdeckt wurde, vermuten.

Der Spruch, den die Instagram-Seite noticingmunich veröffentlicht hat, lautet: „Der schlimmste Virus ist blinder Gehorsam!“ Das steht in weißen Lettern auf schwarzem Grund. Nachträglich wurde jedoch „blinder Gehorsam“ mit roter Farbe durchgestrichen und durch „Homeoffice“ verbessert.

München: Graffito vergleicht Corona-Virus mit „blindem Gehorsam“

Der weiße Slogan deutet an, dass der Verfasser die Maßnahmen der Corona-Pandemie, im Zuge derer auch viele Veranstaltungen in München abgesagt wurden, nicht für angemessen oder zumindest für so kritikwürdig hält, dass „blinder Gehorsam“ nicht angebracht sei. Deutschlandweit gab es Zweifler, die die Pandemie leugneten und Verschwörungsgeschichten, die alternative Erklärungen lieferten. Auch in München fand eine Anti-Corona-Demonstration statt.

Zu behaupten, Gehorsam, was im Angesicht der Pandemie eher als Vernunft bezeichnet werden sollte, sei schlimmer als ein tödliches Virus, das die Welt lahmgelegt hat, passt in das Konzept der Verschwörungstheoretiker.

Corona München: Einige dürften längst genug vom Homeoffice haben

Wer den Slogan nachträglich verbessert hat, scheint vermitteln zu wollen, dass lediglich das Arbeiten von zu Hause schwer zu ertragen sei. Gemeint ist wohl der fehlende zwischenmenschliche Kontakt - Kaffeepausen in der Gemeinschaftsküche, Mittagessen in der Kantine, kurzer Smalltalk auf dem Flur. Der Arbeitsalltag auf Distanz hat vieles verändert. Welche Auswirkungen diese Umstellung hat, soll eine Münchner Studie zeigen.

Video: Tipps gegen Hitze im Homeoffice

Auch wenn Arbeiten vom privaten Schreibtisch seine Nachteile hat, ist das Homeoffice im Grunde ein Privileg und eine Gleichsetzung mit dem Virus ebenso schwierig. Doch unter der Annahme, dass der Verfasser es mit einem Augenzwinkern verfasst hat und mit dem Witz den Vorwurf des „blinden Gehorsams“ entkräften wollte, könnten viele, die seit Wochen oder gar Monaten nur noch zwischen Bett, Küche und privatem Arbeitsplatz pendeln, den Slogan nachvollziehen. (lb)

Markus Söder hat in München über das weitere Vorgehen in Sachen Corona-Tests informiert. Unvorsichtige Bewohner der Isar-Metropole warnte er.

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