Im Alter von 76 Jahren gestorben: Kurt Mühlhäuser hat sich in München als Mister Stadtwerke einen Namen gemacht.
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Im Alter von 76 Jahren gestorben: Kurt Mühlhäuser hat sich in München als Mister Stadtwerke einen Namen gemacht.

Münchner Prominez trauert

Mister Stadtwerke ist tot: Kurt Mühlhäuser kämpfte für Mieter und sanierte die SWM

  • Sascha Karowski
    vonSascha Karowski
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  • Klaus Vick
    Klaus Vick
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Die Stadtwerke München warben einst mit dem Slogan: „Unser Herz schlägt rund um die Uhr.“ Eines dieser Herzen schlägt nun nicht mehr. Der ehemalige Chef der Stadtwerke und Vorsitzende des Mietervereins, Kurt Mühlhäuser, ist gestorben.

  • Kurt Mühlhäuser ist im Alter von 76 Jahren gestorben.
  • Der ehemalige Chef der Stadtwerke München sanierte das Unternehmen und kämpfte für Mieter.
  • Die Trauer um den gebürtigen Schwaben ist groß.

München - Er liebte seine Stadt, sein München - und er wird fehlen! Der ehemalige Chef der Stadtwerke und Vorsitzende des Mietervereins, Kurt Mühlhäuser, ist am 18. April nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren gestorben. Die Nachricht sorgte am Donnerstag für große Betroffenheit.

Mühlhäuser wurde am 15. Dezember 1943 in Plochingen am Neckar geboren. Er arbeitete bis 1974 im bayerischen Finanzministerium und wechselte anschließend zur Stadt München. Er engagierte sich im Mieterverein München, dessen Vorsitzender er von 1986 bis 1997 war, danach Ehrenvorsitzender. 1995 wurde der promovierte Jurist und Ökonom Geschäftsführer der SWM und sanierte das marode Unternehmen, was ihm unter anderem den Spitznamen „Mister Stadtwerke“ einbrachte.

Mister Stadtwerke ist tot: Münchner Alt-OB Ude trauert um treuen Freund

Alt-OB Christian Ude (SPD) reagierte am Donnerstag hörbar betroffen, als er von der Nachricht erfuhr. Er trauere um einen treuen Freund, der mehr als fünf Jahrzehnte ein Wegbegleiter gewesen sei. Ude bezeichnete Mühlhäuser als „grandiosen Unternehmer“. Mit ihm verliere München eine Persönlichkeit, „die sich wie kein anderer sowohl um die Münchner Mieter und ihren Interessen als auch um die Münchner Stadtwerke als das größte und wichtigste kommunale Unternehmen in Bayern verdient gemacht hat“.

Mühlhäuser allein sei es gewesen, „der mit seinen Kenntnissen, seiner Energie und seiner Durchsetzungskraft die Stadtwerke von einer schwerfälligen Behörde mit einem alljährlichen Defizit in dreistelliger Millionenhöhe zu einem der erfolgreichsten Energie- und Verkehrsunternehmen der öffentlichen Hand gemacht hat“.

München: SWM-Chef Bieberbach nennt Mühlhäuser „großes Vorbild“

SWM-Chef Florian Bieberbach sagte am Donnerstag: „Sein enormes persönliches Engagement für die SWM und für die Stadt sowie seine strategische Weitsicht haben uns nachhaltig geprägt. Uns allen wird er immer ein großes Vorbild sein, wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“ 

Mietervereins-Chefin Beatrix Zurek wird Mühlhäuser als hartnäckigen, beharrlichen Kämpfer für die Mieterrechte in Erinnerung behalten. „Er hat den Verein Mitte der 80er-Jahre übernommen, ihn zu einem Dienstleistungsunternehmen entwickelt und die Anzahl der Mitglieder verdoppelt. Er hat immer den Finger in die Wunde gelegt, was die Rechte der Mieter betrifft.“

Münchner OB Reiter wünscht Hinterbliebenen „Trost vieler schöner Erinnerungen“

OB Dieter Reiter war tief getroffen von der Nachricht. „Er war mir nicht nur damals, als langjähriger Chef der SWM beruflich eng verbunden, sondern Kurt war mir über viele Jahre ein guter Freund und Ratgeber. Er hat die Stadtwerke in kommunaler Hand gehalten. Den Mieterverein hat er als Vorsitzender aus dem Dornröschenschlaf geholt. Er wird mir und vielen anderen in unserer Stadt sehr fehlen. Seiner Familie wünsche ich für diese schwere Zeit viel Kraft und den Trost vieler schöner Erinnerungen.“

Auch um einen deutschen Moderator wird getrauert - er prägte eine sehr bekannte TV-Talk-Show. Nach dem Tod des bekannten TV-Journalisten Ulrich Kienzle schaltet seine Witwe eine bewegende Traueranzeige.

Mit nur 45 Jahren verstarb ein beliebter Radio-Reporter, der vor allem für seine Abmoderation bekannt war. Der mittlerweile 95-jährige Schauspieler Rolf Schimpf ist nahezu erblindet.

Währenddessen wird auch um den früheren Arbeitsminister Norbert Blüm getrauert. 

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