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Denken gemeinsam über Lösungen nach: Wissenschaftsministerin Marion Kiechle mit dem Ärztlichen Direktor Prof. Karl-Walter Jauch (re.) und Chefarzt Prof. Christoph Klein. 

„Brauchen bessere Vergütung“

Mangel an Pflegekräften trifft Kliniken schwer: Neu-Ministerin schlägt Alarm

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Engpässe in der Notfallversorgung, freie Stellen, die nicht besetzt werden können, Betten, die leer bleiben müssen: Der Mangel an Pflegekräften bereitet den Münchner Universitätskliniken große Probleme.

München - Besonders groß ist die Not bei der Kinderpflege. Am Donnerstag besuchte Professorin Marion Kiechle, neue bayerische Wissenschaftsministerin, die Haunersche Kinderklinik, um sich vor Ort ein Bild zu machen. 192 Vollzeitstellen gibt es hier für Pflegefachkräfte, 30 sind derzeit unbesetzt. 30 von 152 Betten stehen derzeit deshalb leer. Händeringend wird neues Personal gesucht, bisher mit wenig Erfolg. Viele schrecken die hohen Mieten in München ab, andere studieren lieber noch einmal oder gründen eine Familie.

Ein weiteres Problem: Es sind vor allem viele junge Frauen, die in der Kinderpflege arbeiten, der Frauenanteil liegt bei 98 Prozent. „Viele davon gehen uns verloren, weil sie eine Familie gründen oder ein Studium beginnen“, sagt Prof. Karl-Walter Jauch, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des LMU-Klinikums. Andere arbeiten wegen eigener Kinder nur noch Teilzeit. Die verschiedenen Schichten im Arbeitsablauf zu besetzen, wird immer schwieriger, sagt Pflegerdirektorin Helle Dokken.

„Oft hapert es an der Spezialisierung“

Auch auf Rettung aus dem Ausland setzt man in der Haunerschen Kinderklinik nicht. Natürlich versuche man, wie auch in der Altenpflege, Kräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Heuer etwa beginnen etliche Pflegekräfte von den Philippinen ihren Dienst. „Doch oft hapert es an der Spezialisierung“, gibt Chefarzt Prof. Christoph Klein zu bedenken. Es sei ein langer Weg, um für diese Arbeit wirklich ausreichend qualifiziert zu sein.

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Marion Kiechle, selbst vom Fach – die Gynäkologin arbeitete lange im Klinikum rechts der Isar –, hat sich „das Thema Personalmangel auf die Fahnen geschrieben“. Vor allem in München sei das ein großes Problem. In anderen Universitätskliniken, etwa in Erlangen oder Regensburg, sei das kein Thema – was nicht zuletzt an den niedrigeren Lebenshaltungskosten liege. „Doch insbesondere die Versorgung kranker Kinder darf in München darunter nicht leiden“, sagt die Ministerin. Klar sei: Allein könne sie das Problem nicht lösen. 

Kiechle wirbt für Krankenpflegegipfel

Daher will sie zusammen mit Bau-, Finanz-, Gesundheits- und Bildungsministerium einen „Krankenpflegegipfel für die Universitätsmedizin“ veranstalten. Die Stoßrichtung sei klar: „Wir brauchen eine bessere Vergütung“, so Kiechle. Angedacht sei etwa, künftig nach dem Tarif öffentlicher Dienst zu bezahlen und nicht nach dem Tarif der Länder, was auf dem Lohnzettel mehr ausmache. Auch Zulagen, die bereits gezahlt werden, könnten weiter erhöht werden.

Darüber hinaus, so die Ministerin, müsse der Pflegeberuf attraktiver gestaltet werden durch eine Akademisierung. Die rechtlichen Bedingungen habe man geklärt, Fachhochschulen in München hätten bereits Interesse an einem entsprechenden Studiengang geäußert. „Man muss den Leuten auch Aufstiegschancen bieten, beim Krankenpfleger darf nicht Schluss sein“, sagt Kiechle.

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Nicht zuletzt müsse man den Pflegekräften zu Wohnraum in München verhelfen. Bei der Vergabe von neuen Wohnungen, die der Freistaat bauen will, müssten Pflegekräfte Priorität haben. 

Doris Richter

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