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Seit 2006 sitzt der Neffe von Charlotte Böhringer (links) im Gefängnis – verurteilt als Mörder seiner Tante Charlotte Böhringer. Doch er bestreitet die Tat. Ein Unterstützerkreis will eine Revision erwirken.

Ist ihr Neffe doch unschuldig? 

Münchner Mordfall vor spektakulärer Wende: Wer erschlug die Parkhaus-Millionärin wirklich?

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13 Jahre sind seit dem Mord an Parkhaus-Millionärin Charlotte Böhringer bereits vergangen, nun könnte der Fall erneut aufgerollt werden. Ist Benedikt Toth doch nicht der Mörder? 

München - Insgesamt 13 Jahre sind seit dem Mord an Parkhaus-Millionärin Charlotte Böhringer in der Münchner Baaderstraße bereits vergangen, nun könnte der Fall erneut aufgerollt werden. Der 2008 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilte Neffe der Ermordeten, Benedikt „Bence Toth“, stellte nun mit seiner Verteidigung einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Toth, der bis heute die Tat bestreitet, holte sich hierfür prominente Hilfe. 

Experten fordern Wiederaufnahme: Ist Benedikt Toth doch nicht der Täter?

Der Hamburger Anwalt Gerhard Strate verriet nun im Gespräch mit Bild (hinter einer Bezahlschranke), dass vor allem zwei für die damalige Verurteilung wichtige DNA-Spuren nicht mehr zweifelsfrei dem Neffen von Charlotte Böhringer zugewiesen werden könnten. Obwohl der Prozess 2008 die Schuld des Angeklagten feststellte und Toth zu lebenslanger Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt wurde, könnte demnach nun die Indizienkette wackeln. Vor allem die DNA-Spuren am Testament und am Sakko des Opfers* geben nun, 13 Jahre nach der Tat, Rätsel auf. Das Gericht ordnete die Spuren zur damaligen Zeit dem Verurteilten Toth zu. Wie Gerhard Strate nun jedoch berichtet, könnte die DNA auch von einem anderen Mitglied der Familie stammen. 

„Der Kölner Molekulargenetiker Prof. Peter Schneider fand nun heraus, dass ebenso Benedikts Bruder und seine Mutter als Spurenverursacher infrage kommen", erklärt Strate in dem Interview. Toth, der zur damaligen Zeit anhand von sieben Indizien verurteilt wurde, könnte mit den neu gewonnenen Erkenntnissen somit um zwei Indizien erleichtert werden. 

Lesen Sie außerdem von dem bestialischen Mord in Wien: Eine Frau hat ihren Freund zerstückelt - doch damit nicht genug, wie tz.de* berichtet.

Die Münchner Penthouse-Wohnung von Charlotte Böhringer

Wie die Abendzeitung berichtet, fordert der renommierte Münchner Anwalt Petter Witting die sofortige Freilassung des Verurteilten. Und auch der prominente Fallanalytiker Axel Petermann liefert neue Erkenntnisse im Parkhaus-Mord von München. Während die Münchner Kripobeamten zur damaligen Zeit ermittelten, dass Benedikt Toth seine Tante an der Wohnungstür abgepasst und angegriffen habe, ergibt sich für Petermann ein gänzlich anderer Ablauf. Laut gesicherter Spuren habe der erste Schlag Charlotte Böhringer getroffen, als sie etwa zwei Meter von der Haustür entfernt gestanden habe. 

Lesen Sie auch: Die Familie des Verurteilten Benedikt Toth öffnete bereits vor Jahren die Türen der Mord-Wohnung, wie merkur.de* berichtete. 

Mord an Charlotte Böhringer: Wird das Verfahren neu aufgenommen? 

Für Axel Petermann ist klar: „Ich denke, man hat die Blutspritzer falsch interpretiert". Und auch bei der Körpertemperatur des Opfers seien erhebliche Fehler gemacht worden, behauptet Petermann. "Frau Böhringers Körpertemperatur wurde am Tatort nicht gemessen, was man üblicherweise tut. Das ist ein grobes Versäumnis." Die zu einem späteren Zeitpunkt gemessene Körpertemperatur könne somit keinem gesicherten Zeitfenster zugeordnet werden: „Der Todeszeitpunkt lässt sich nicht genau eingrenzen" so Petermann. 

Anwalt Peter Witting ist sich sicher: "Wir sind überzeugt, dass bei objektiver Beurteilung unseres Vortrags nur eine Wiederaufnahme des Verfahrens in Betracht kommen kann." Wann der Antrag jedoch tatsächlich geprüft wird, ist unklar. Die Familie von Benedikt Toth kämpft bereits seit Jahren um die Freilassung des Verurteilten, 2014 wurde deshalb die Summe von 250.000 Euro auf neue Hinweise ausgelobt, wie Merkur.de* berichtete

Lesen Sie auch: Der Mörder von Charlotte Böhringer erhält 900 Euro Entschädigung, wie Merkur.de* schrieb. 

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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