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Der Laternenumzug am Odeonsplatz.

„Warum sollen nur Kinder den Spaß haben?“

Erst verboten, dann die Wende: Erster Laternenumzug für Erwachsene in München

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Die Stadt München hatte den ersten Laternenumzug nur für Erwachsene verboten. Die Veranstalter, das Start-up „Ingwer Narrisch“ waren enttäuscht. Dann gab es die Wende - und am Sonntagabend dann doch noch den Umzug.

Update vom 11. November, 21 Uhr: Der Laternenumzug für Erwachsene (und natürlich Kinder) hat bekanntlich nun doch stattgefunden. Es sei alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ gewesen, schreibt uns Leser Djordje Matkovic, auch wenn die Beschallung sehr leise gewesen sei.

Update vom 9. November 2018, 13 Uhr: Tausende Menschen interessieren sich für die öffentliche Facebook-Veranstaltung „1. Münchner Laternenumzug für Erwachsene“: am Sankt-Martins-Tag (11. November 2018) in der Innenstadt. Doch vor ein paar Wochen mussten die Veranstalter, die Gründer des Start-ups „Ingwer Narrisch“ den Teilnehmern enttäuscht schreiben, dass die Stadt München das Event verbietet. Der Grund: Hinter der Idee steckte eine junge Firma, die mit der Veranstaltung nebenbei für ihr Getränk werben wollte. Weil sich das „Ingwer Narrisch“-Team aber mit dem lokalen Sender Radio Gong 96.3 verbündet hat, lässt sich das Verbot umgehen: Der Radiosender hat nämlich die Idee aufgegriffen und nach eigenen Worten „den größten Martins-Umzug der Stadt“ erfolgreich beim KVR angemeldet. Das Ganze sei dem Moderator Mike Thiel innerhalb von nur einer Woche gelungen - mithilfe der Erzdiözese München und Freising, dem Kreisverwaltungsreferat und der Polizei und Feuerwehr. Jeder (nicht nur Erwachsene, auch Kinder) sei eingeladen, mit seiner Laterne singend mitzulaufen. Treffpunkt ist am Sonntag um 17 Uhr auf dem Marienplatz, von wo aus der Zug über die Theatinerstraße zum Odeonsplatz geht. 

Meldung vom 25.10.: Tausende interessieren sich für Laternenumzug nur für Erwachsene - doch Stadt verbietet ihn

München - Wieder interessieren sich tausende Menschen für eine öffentliche Facebook-Veranstaltung in München. Sie heißt „1. Münchner Laternenumzug für Erwachsene“ und sollte am Sankt-Martins-Tag (11. November, 19 Uhr) stattfinden. Treffpunkt: der Stachus-Brunnen; Gastgeber ist „Ingwer Narrisch“, ein Start-up in Unterschleißheim im Landkreis München, das mit einem Bier-Ingwer-Gemisch sein Geld verdient.

Wie ernst ist es dem Team, die Veranstaltung wirklich durchzuziehen? Wir hatten Anfang September mit einem der beiden Gründer, Alexander Inderst, gesprochen. Er bestätigte: sehr ernst. Er hatte die Veranstaltung bei der Stadt München angemeldet und wartete auf das Okay. „Das geht jetzt vermutlich durch 9000 Instanzen. Aber wenn rechte Demos durchgehen, müsste unsere spaßige, unpolitische Veranstaltung auch durchgehen“, sagte Inderst. Doch die Stadt verbietet die Gaudi jetzt. Am 24. Oktober schrieb Inderst enttäuscht in der Facebook-Veranstaltungsgruppe: „Sehr sehr schade und enttäuschend, dass so eine friedliche, kulturelle und unpolitische Veranstaltung nicht genehmigt wird! Wir sollten alle der zuständigen Stelle schreiben und unsere Enttäuschung kundtun.“ 

Aufgeben wolle Inderst seine Idee für den ersten Münchner Laternenumzug für Erwachsene nicht. Er schlägt den Interessierten vor, sich privat zu treffen, irgendwo dort, wo sie niemanden stören. 

So ist die Idee für Münchens ersten Laternenumzug entstanden

Die Idee sei im November 2017 entstanden, erzählte Inderst, als er und sein Kollege Siggi Gabriel eine ähnliche Veranstaltung in Burghausen erlebt haben. „Die lustige Idee müsste es auch in München geben, dachten wir, und dann wurde es konkreter.“ Außerdem passe so etwas Ausgefallenes zur Marke, die das Wort „narrisch“ im Namen trägt. Inderst und Gabriel gründeten die Facebook-Veranstaltung und staunten über die vielen Menschen, die auf „interessiert“ klickten. „Aber das darf man nicht überbewerten“, schränkte Inderst ein. Das seien ja noch keine Zusagen.   

Die Gründer von Ingwer Narrisch: Siggi Gabriel und Alexander Inderst. 

Um für den Erwachsenen-Laternenumzug zu werben, schrieben die Start-up-Gründer scherzhaft: „Wir finden: Wenn sich nur Kinder an St.-Martinszügen erfreuen und mit selbstgebastelten Laternen durch München ziehen dürfen, dann ist das Diskriminierung von Erwachsenen.“ Sie fordern die Teilnehmer auf, Lampions und Laternen mitzubringen, „für eure Singstimmen haben wir im Bollerwagen das ein oder andere Ingwer Narrisch mit dabei.“

Natürlich war das eine super Eigenwerbung für die Firmengründer. Aber zugegeben: Es ist eine lustige Werbung für alle, die neidisch auf die Laternenumzüge der Kinder sind. 

Hier entlang zur Facebook-Veranstaltung „1. Münchner Laternenumzug für Erwachsene“.

Lesen Sie hier den Bericht „Münchner Waldfest im Englischen Garten: Muss der Veranstalter jetzt blechen?“

sah

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