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Zum 15. Dezember 2019 ändern sich in München die Fahrpreise für die Öffentlichen.

Fahrplanwechsel ab 15. Dezember

Große MVV-Reform tritt in Kraft: Alle Tarife und Neuerungen hier im Überblick

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Es ist für den MVV München die größte Reform seit 20 Jahren. An diesem Sonntag tritt die Tarifreform in Kraft. Was sich alles ändert und was Sie jetzt wissen müssen.

  • Am 15. Dezember tritt die MVV-Tarifreform für München und den Großraum in Kraft.
  • Zugleich ändert sich der Fahrplan der Münchner Verkehrsunternehmen.
  • Für MVV-Abonnenten gibt es Übergangs-Regelungen.

München - Noch ein Monat, dann kommt zum 15. Dezember zeitgleich mit dem Fahrplanwechsel die größte MVV-Tarifreform seit 20 Jahren. Hier ein Überblick über Neuerungen und Übergangsregelungen:

Tarifreform beim MVV - Neue Zonen: 

Statt 16 Ringen und vier Zonen gibt es künftig sieben Tarifzonen: die Zone M, die ganz München mit angrenzenden Orten wie etwa Haar, Unterföhring, Lochhausen oder Gräfelfing umfasst, sowie sechs Zonen drumherum. Derzeit kosten vier Münchner Ringe monatlich 79,10 Euro im Einzelverkauf. 

  • Der Monatspreis für eine IsarCard in der neuen M-Zone beträgt dagegen 55,20 Euro, im Abo hat man zwei Freimonate und kommt umgerechnet auf einen Preis von 43,40 Euro. 
  • Der Vorteil der M-Zone: Sie umfasst ganz München. Der Nachteil: Die bisherigen vier Ringe gibt es nicht mehr. Wer bisher kleinteilig fuhr und beispielsweise wochenweise Tickets für Ring 1 und 2 zog, der muss jetzt zuzahlen. Beispiel: Die IsarCard (Woche) für die Strecke der U5 vom Laimer Platz zum Stachus kostet jetzt 17,10 Euro. Bisher zahlte man für die Ringe 1 und 2 nur 15,40 Euro.
  • Wichtig für Busfahrer: Es gibt (fast) keine Tarifgrenzen mehr durch geschlossene Ortschaften. Wohl aber liegen viele S-Bahn-Haltepunkte in „Überlappungszonen“ – zum Vorteil für den Kunden, wie der MVV betont. Für die Fahrt beispielsweise von Allach zum Hauptbahnhof bezahlt man nur die M-Zone.

Die M-Zone ist das Herzstück der Tarifreform. Sie umfasst das komplette Stadtgebiet (entsprechend in etwa den vier innersten aktuellen Ringen) und kostet im Monats-Abo künftig 55,20 Euro. Drum herum sind künftig sechs Ringe gruppiert (statt bisher zwölf). Das System wird damit insgesamt zwar einfacher, ist aber trotzdem nicht auf den ersten Blick zu durchschauen.

Eine Einordnung hilft, wenn man in die umliegenden Landkreise blickt. Auf die MVV.Tarifreform im Landkreis München beispielsweise. Im Gegensatz zu früher haben es hier die Anwohner mit den Zonen 1 und 2. Im Landkreis Fürstenfeldbruck wird die MVV-Tarifreform nochmal interessanter - alle wichtigen Fragen und Antworten dazu finden Sie unter den beiden Links zu Merkur.de*.

Tarifreform beim MVV - Neue Preise

Die Streifenkarte kostet unverändert 14 Euro, sonst ändern sich fast alle Preise. Im Schnitt sinkt der Preis um sieben Prozent, wirbt der Ebersberger Landrat und Sprecher der MVV-Landkreise Robert Niedergesäß. Aber es gibt Ausnahmen: So steigt der Preis für die Einzelfahrkarte (1 Zone) von 2,90 auf 3,30 Euro. 

Der MVV gibt zu, dass es im Einzelfall auch für Abokunden teurer wird. Wer etwa die Ringe 2 bis 5 abonniert hat, muss künftig die Zonen M + 1 kaufen – das kostet elf Prozent mehr, hat freilich den Vorteil, dass man in ganz München umherfahren kann. Wer bislang die Ringe 6 bis 9 kauft, muss künftig 3 Zonen erwerben – und statt 79,10 Euro nun 88,90 Euro zahlen. 

Video: Schon 2018 wurden Weichen für das neue MVV-Tarifsystem gestellt

Unter www.tarifcheck.mvv-muenchen.de lassen sich die heutigen mit den neuen Preisen vergleichen. Münchner profitieren unstreitig: Derzeit kosten vier Münchner Ringe 79,10 Euro im Einzelverkauf, die M-Zone ist für 55,20 Euro zu haben, im Jahresabo sogar für nur 43,50 Euro. Das sei sensationell günstig, wirbt MVV-Chef Bernd Rosenbusch für „seine“ Reform.

Neuer MVV-Chef Bernd Rosenbusch

Tarifreform beim MVV - Neue Tickets:

Für 15- bis 20-Jährige gibt es künftig eine eigene Streifenkarte U21, die 7,70 Euro kostet. Für die Fahrt in der M-Zone sind zwei Streifen zu entwerten – kostet umgerechnet 1,54 Euro. 

  • Aber Achtung bei der Kurzstrecke: Jugendliche sollten nie einen Streifen allein abstempeln, sonst sind sie Schwarzfahrer.

Beispiel: Von Fürstenfeldbruck nach Puchheim stempelt man einen Streifen auf der 14 Euro teuren Streifenkarte (Kosten somit: 1,40 Euro), aber zwei Streifen auf der Streifenkarte U21 – kostet umgerechnet 1,54 Euro.

Tarifreform beim MVV - Umtausch & Übergang: 

Für die rund 345.000 Abonnenten soll der Übergang bequem werden. Sie müssen nichts beantragen, Zonen werden automatisch angepasst, neue Preise ab 1. Januar 2020 abgebucht. Sollte sich der Preis erhöhen, wird für die Zeit von 15. bis 31. Dezember nichts nachberechnet: Man kann mit seinem bisherigen Ticket weiterfahren. Wenn Tickets günstiger werden und ein Jahresabo läuft, wird die Ersparnis ohne Antrag aufs Konto überwiesen. Bei einer Erhöhung wird auch hier nichts nachberechnet. 

Der MVV rät, über den MVV-Tarifcheck (tarifcheck.mvv-muenchen.de) die neuen Fahrpreise zu überprüfen. Denn mitunter lauern bei der Umstellung Fallen.

MVV Plan

Fernverkehr: Nicht nur beim MVV gibt’s Neuerungen, sondern auch bei der Bahn: Die fährt ab Sonntag mit einem neuen Fahrplan. Alle Infos hierzu gibt’s im Netz unter www.deutschebahn.com.

Dirk Walter

Alle Fahrpreise ab 15. Dezember 2019 im Überblick gibt es hier auf der MVV-Webseite (als Pdf). Leider verläuft die Umstellung im Dezember 2019 nicht so reibungslos wie erhofft

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