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Mit Wohnungen glücklich & wohlhabend: Ernst und Elisabeth Huber.

Tipps von den Profis

Neun Wohnungen und zwei Läden - Münchner Paar baut mit einer simplen Idee Immobilien-Imperium auf

Ein Münchner Paar hat sich ein kleines Immobilien-Imperium aufgebaut. Es verrät einige Tricks, mit dem dies jedem gelingen kann.

München - Die Preise: Sie sind in München immer mehr zum Haareraufen. Egal, ob man eine Wohnung mieten oder ein Haus kaufen will. Eine Grenze nach oben scheint es nicht zu geben. Oder doch? Zumindest wurde die Landeshauptstadt in einem aktuellen Vergleich gerade erst zu der Metropole erklärt, in der die Gefahr einer Immobilienblase am größten ist. Weltweit. „Deshalb würde ich jetzt nichts kaufen. Unter keinen Umständen“, rät Elisabeth Huber (Name von der Redaktion geändert). Und sie kennt sich aus. Zusammen mit ihrem Mann Ernst besitzt sie neun Immobilien und zwei Läden. Geplant war das nie.

München: Paar baut sich Imperium auf - mit 80.000 Mark fing alles an

„Das hätte ich nie gedacht“, sagt die 64-Jährige über ihren Besitz – der in München Gold wert ist. Angefangen hat die Informatikerin ihre Vermieter-Karriere mit einer Drei-Zimmer-Bleibe in Ramersdorf. „Das war ein totaler Zufall – weil ich selbst keine Wohnung gefunden habe“, erinnert sie sich. Damals, in den 80er-Jahren, gab es ein kleines Erbe von ihrem Großvater. „Das war der Grundstock.“ Investiert hat sie als erstes 80.000 Mark. Daraus wurde ein Immo-Vermögen. Finanziert hat sie den ersten Besitz dadurch, dass sie sich zwei Mitbewohner an die Seite holte. „Ich war schon immer der WG-Typ“, sagt sie. Bei ihrem Mann Ernst (63), ebenfalls Informatiker, war das nicht anders. Durch die Mieteinnahmen tat sie sich leicht, den restlichen Kredit abzuzahlen. Ihre clevere Rechnung ging auf

Nach 30 Umzügen ist Paar aus München sesshaft geworden

20 Jahre lang behielt die Münchnerin die ersten eigenen vier Wände – und kam währenddessen auf den Geschmack. Ihr guter Verdienst erlaubte es ihr, eine weitere Wohnung zu kaufen. Mit zwei Immobilien in der Hinterhand tat sich die Münchnerin leichter, den Kredit für eine dritte zu bekommen. Etwa 20 Wohnungen, von denen ein Teil wieder verkauft wurde, gehörten ihr und ihrem Mann zwischenzeitlich. 

Insgesamt 30 Umzüge liegen hinter der 64-Jährigen. Das Nomadentum endete – vorerst – 2011, als die Hubers ein schmuckes Reihenhaus im Münchner Westen bezogen. Wieder so ein cleveres Geschäft. Seitdem hat das Paar, das seit 30 Jahren zusammen, aber erst seit zehn Jahren verheiratet ist, nichts mehr verkauft. Der jetzige Besitz und die Mieteinnahmen dienen den beiden Freiberuflern als Altersvorsorge.

Ernst und Elisabeth Huber geben Tipps für gute Immobiliengeschäfte.


Das ist auch der Grund, warum sie angesichts des überhitzten Wohnungsmarkts einen kühlen Kopf behalten und Pause machen. Auch, wenn sie momentan wohl viel Geld einnehmen könnten. Wie sie erzählen, hat eine Freundin der beiden gerade ihre Drei-Zimmer-Wohnung nahe dem Giesinger Bahnhof verkauft. 

Der Schnitt sei nicht ideal, auch müsse renoviert werden. Für die 70 Quadratmeter hatte die Freundin vor 15 Jahren 120.000 Euro gezahlt. Jetzt hat sie 470.000 Euro dafür bekommen. „Das ist jenseits jeglicher Diskussion“, sagen die Immo-Füchse und fragen sich, wie diese Investition für den Käufer je aufgehen soll.

Charles Schumann ist der wohl bekannteste Barkeeper Deutschlands. Doch aktuell muss sich der Star-Gastronom mit einer hitzigen Debatte im Netz beschäftigen.

München: So funktioniert der Immobilienhandel

Wie man’s besser macht? Die Tipps der Hubers:

Gut informieren! Grunderwerbsteuer, Maklergebühren, Notarkosten: Das alles gehört zum Nettopreis für eine Immobilie. „Diese Posten muss ich genau kennen“, sagt Elisabeth Huber.

Nichts schönrechnen! Vor einem Kauf sollte jeder sein Vermögen, die Tilgungspläne und Risiken in Ruhe und realistisch durchrechnen.

Schnell sein! Passt der Rahmen und stimmt das Angebot, sollte man schnell zuschlagen können. „Deshalb unbedingt vorab mit der Bank reden“, rät Huber. Und nicht erst, wenn es konkret wird. Sonst verzögern sich die Abläufe um Wochen.

Antizyklisch denken! Preise bleiben nie gleich. Zuletzt waren sie Anfang der 2000er-Jahre im Keller. Jetzt sind sie hoch. „Mir kommt es vor, dass alle wie die Lemminge kaufen,“ sagt Elisabeth Huber. Egal, wie schlecht das Geschäft auch sein mag.

Die Kosten für Wohnraum sind in München vergleichsweise hoch. Für knapp ein Drittel der Bürger, die zur Mittelschicht zählen, gehen 40 Prozent des Einkommens für die Miete drauf. Wer derzeit auf der Suche nach einer Mietwohnung ist, sollte diese Tipps eines Experten beherzigen.

Video: Immobilienkredite: Zinsen nähern sich der Null-Marke

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