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Pannen bei der IT haben zuletzt für Probleme beim KVR gesorgt.

Bürgerbüros mit erheblichen Problemen

IT mehr als 44 Stunden ausgefallen! Das Pannen-Protokoll des KVR

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Das Pannen-Protokoll des KVR! Seit März ist in den städtischen Bürgerbüros die IT mehr als 44 Stunden ausgefallen. Das bringt folgenschwere Probleme mit sich.  

München - Seit Ende März ist die IT in den städtischen Bürgerbüros mehr als 44 Stunden lang ausgefallen, teilweise an mehreren Tagen hintereinander. Das Kreisverwaltungsreferat fordert daher 24 neue Stellen – sonst drohe eine „deutliche Verschlechterung des Bürgerservice“. Kämmerei und Personalreferat winken ab.

Die Bürgerbüros mutieren zunehmend zum größten Sorgenkind der Verwaltung. Zwar arbeitet das Kreisverwaltungsreferat eifrig daran, die Situation zu verbessern, Technikprobleme führen aber immer wieder zu chaotischen Zuständen in den Bürgerbüros

Eine Maßnahme gegen das Chaos: Seit dem Jahreswechsel ist an allen Standorten eine Online-Terminvergabe möglich. Damit reduzierten sich zwar die Wartezeiten, jedoch sind die vorab buchbaren Kapazitäten überschaubar, freie Termine erst Monate später buchbar.

München: Das Pannen-Protokoll des KVR - IT 44 Stunden ausgefallen

KVR-Chef Thomas Böhle fordert mehr Personal.

Ab April ergriff das Referat Sofortmaßnahmen, die Öffnungszeiten wurden verlängert, Mitarbeiter konnten freiwillig auch samstags arbeiten, was viele taten, um den Rückstau aufzuarbeiten. Ein Tropfen auf den heißen Stein, den Bedarf an Terminen konnten auch die Notfallmaßnahmen nicht decken. Hinzu kommt, dass seit Ende März wieder gehäuft IT-Ausfälle und -Störungen im sogenannten Fachverfahren „OK.EWO“ einer Softwarefirma auftreten.

Das Pannen-Protokoll weist 19 Fälle aus, mehr als 44 Stunden streikte die Technik – nicht mit eingerechnet sind Tage, an denen der Server gleich mehrfach hintereinander ausfiel. KVR-Chef Thomas Böhle (SPD) erläutert, dass es während des Parteiverkehrs zu wiederholten starken Beeinträchtigungen und zeitweise auch zu Komplettausfällen kam. Personalausweise, Reisepässe und Expressreisepässe konnten nicht bestellt oder gedruckt werden. Zwischenzeitlich wurde sogar mit dem IT-Referat eine Task Force eingerichtet.

München: KVR-Wahnsinn und die Folgen

Die Fehlersuche war nicht sehr erfolgreich, die Folgen für die Bürgerbüros sind derweil offenkundig. Mitarbeiter konnten sich nicht – oder nur nach langer Wartezeit – im System anmelden. Zum Teil funktionierten Scanner und Signatur-Tablets nicht korrekt, die Ausgabe von Wartenummern oder von Terminen musste gestoppt werden. 

Manche Bürger, die vorab einen Termin vereinbart hatten, wurden wieder nach Hause geschickt – ohne einen zeitnahen Ersatztermin. „Die IT-Unzulänglichkeiten führten in den vergangenen Wochen dazu, dass die Wartezeiten im Bürgerbüro – auch für Kunden mit vorab gebuchtem Termin – oft nach wie vor unzumutbar hoch sind“, sagt der KVR-Chef.

Außerdem verschlingen die IT-Ausfälle Personalressourcen. Böhle fordert daher dringend 24 neue Stellen. Und das bereits zum 1. August. Denn: Die Probleme treten vermehrt auf, wenn Neuerungen und technische Umstellungen vorgenommen werden. Das wäre bereits im Herbst wieder der Fall, wenn Drucker ausgetauscht, das Programm und die IT umgestellt und neue Updates eingespielt werden. 

München: KVR-Chef fordert 24 neue Stellen

Böhle schreibt: „In diesem Zusammenhang ist es daher dringend erforderlich, dass nicht nur ausreichend Personalressourcen für die Abwicklung des Parteiverkehrs zur Verfügung stehen, sondern auch für die im Zusammenhang mit den im Herbst anstehenden IT-Umstellungen zu erwartenden Mehraufwände. Ohne die Zuschaltung von ausreichenden Personalkapazitäten ist mit einer deutlichen Verschlechterung des Bürgerservices zu rechnen.“

Allerdings lehnen die Kämmerei und das Personalreferat die Forderung ab. Denn der Stadtrat hatte sich bereits darauf verständigt, dass neues Personal nur dann unterjährig zugeschaltet werden darf, wenn der Bedarf unabweisbar ist. Das sei hier nicht der Fall. 

Hinzu kommt, dass unklar ist, wo die 24 neuen Mitarbeiter einziehen sollen. Platz wäre lediglich im zweiten Stock des Bürgerbüros Orleansplatz. Die Räume sind allerdings dem IT-Referat zugesagt. Böhle: „Das KVR fordert im Rahmen der Prioritätensetzung, die Flächen komplett dem KVR zu überlassen, damit die zusätzlichen Dienstkräfte untergebracht werden und die Stellenzuschaltungen wirken können.“ Der Stadtrat entscheidet am Mittwoch in der Vollversammlung. Dann wird auch ein Thema sein, ob städtische Mitarbeiter in den Bürgerbüros, also mit viel Kundenkonakt, eine weitere Zulage erhalten sollen.

Sascha Karowski

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