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An der Fraunhoferstraße ist wenig Platz für Radler. Das große Bild zeigt, wie es in Zukunft aussehen soll – ohne Parkplätze.

Rad versus Auto

Die Parkplatz-Panik – Neue Riesen-Radwege sorgen für Ärger im Stadtrat

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Mehr Radwege anstelle von Parkplätzen? An dieser Frage entzündet sich Streit in der Rathaus-Regierung. Die CSU wettert gegen die geplante Radl-Autobahn über die Ludwig- und Leopoldstraße. 900 Parkplätze könnten wegfallen. Auch in der Fraunhoferstraße werden Stellplätze für Radfahrer und Fußgänger geopfert.

Am Wochenende ist Corso Leopold. Zwischen Odeonsplatz und Münchner Freiheit gehört der Straßenraum den Bürgern. Wo sonst Blechlawinen rollen, sind Autos dann tabu. Die CSU nutzt unterdessen den Corso Leopold, um an einem Info-Stand gegen die Pläne eines Radschnellweges entlang der Ludwig- und Leopoldstraße mobil zu machen. „Achtung Schwabinger aufgepasst: Alle Parkplätze weg auf der Leopoldstraße“, heißt es in einem Facebook-Aufruf von Stadtrat Thomas Schmid. Die Verwaltung plane den Wegfall von rund 960 Parkplätzen auf einen Streich. SPD und Grüne wollten dies umsetzen. „Das wäre eine Katastrophe für die Menschen vor Ort“, sagt Schmid unserer Zeitung. Er hielte eine Alternativroute über die Königinstraße für sinnvoller. Schmid hat bereits eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Parkplätze auf der Leopoldstraße gegründet.

Leopoldstraße: Schnellweg am Siegestor vorbei

Zoff in der GroKo scheint damit programmiert. Bettina Messinger, Radverkehrsbeauftragte der SPD-Stadtratsfraktion, erklärt: „Der Corso Leopold wäre eher eine geeignete Plattform, um für den Radschnellweg zu werben.“ Die SPD stehe zu dem Projekt. Messinger kritisiert, dass der Kooperationspartner ja auch den Radschnellweg von der Innenstadt nach Garching gefordert habe. „Aber wenn es zum Schwur kommt, Straßenraum umzuverteilen, kneift die CSU.“ Über die Anzahl der wegfallenden Parkplätze lasse sich zwar reden – aber dann müsste im Verlauf der Leopoldstraße die ein oder andere Fahrspur geopfert werden, meint Messinger. Die Machbarkeitsstudie zur Radl-Autobahn soll im Juli im Stadtrat behandelt werden.

Rund 960 Parkplätze könnten entlang der Leopoldstraße wegfallen, wenn der Radschnellweg von der Innenstadt nach Garching realisiert wird.

Auch die Grünen halten es für zwingend notwendig, den Radschnellweg in der Ludwig- und Leopoldstraße umzusetzen, nachdem Radfahrer das Siegestor bald auf drei Meter breiten Wegen passieren können. Dort findet bereits ein Umbau statt. Stadtrat Herbert Danner sagt, obwohl man in der Vergangenheit „kein starkes Veto“ der CSU gegen den Radschnellweg vernommen habe, wundere ihn der jetzige Widerstand nicht.

Fraunhoferstraße: Rote Fahrspuren statt Stellplätzen

Die Grünen nehmen es unterdessen „erfreut“ zur Kenntnis, dass die SPD auch bei einem anderen Projekt verkehrspolitisch Farbe bekennt und auf Distanz zur CSU geht. Schon im Sommer sollen nämlich in der Fraunhoferstraße beidseitig rot markierte Radspuren und breitere Gehwege entstehen – auf Kosten von 120 Parkplätzen. Danner: „Das ist nach der Kapuzinerstraße der nächste begrüßenswerte Quantensprung.“ Bereits in der heutigen Sitzung des Planungsausschusses soll die verkehrspolitische Wende für diesen Teilabschnitt im Glockenbachviertel beschlossen werden. Die SPD hat selbst dafür einen Antrag gestellt. Messinger: „Wir brauchen mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger in der Fraunhoferstraße.“ Zwischen den Trambahnschienen und den parkenden Autos sei sehr wenig Raum, was vor allem Radler gefährde. Der Lieferverkehr soll in den Seitenstraßen abgewickelt werden. Nach einer einjährigen Testphase will sich der Stadtrat auf eine endgültige Lösung festlegen.

Die CSU wettert unterdessen auch gegen den Plan für die Fraunhoferstraße: „Wir öffnen hier die Büchse der Pandora“, sagt Thomas Schmid. Der Parkdruck verlagere sich auf die Seitenstraßen. „Dadurch schaffen wir neue Probleme“, warnt der CSU-Stadtrat. Die Bürgerversammlung im Bezirk Ludwigs-/Isarvorstadt hatte sich hingegen mehrheitlich für die Radwege ausgesprochen.

Klaus Vick

In einem bundesweiten Vergleich der Radlfreundlichkeit schneidet die Isarmetropole überraschend schlecht ab. Der Ranking-Platz von München ist beschämend. Die Stadt will künftig dagegen Steuern und trägt in Sachen Fahrradstraßen dick auf. Allein die Grünen stellten sieben Anträge zur Optimierung der Radl-Situation in München.

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