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Vor den Riem Arcaden machten Jugendliche in der Vergangenheit immer wieder Ärger.

Jetzt soll die Stadt noch sicherer werden

Jugendliche platzieren Pflastersteine vor Münchner Einkaufszentrum - sie sollten wohl auf Beamte fliegen

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München gilt als sicherste Großstadt Deutschlands. Damit das auch so bleibt, plant das Aktionsbündnis S.A.M.I. weitere Maßnahmen. Dabei geht es auch um Bauprojekte.

  • Das Aktionsbündnis S.A.M.I. setzt sich für mehr Sicherheit in München ein.
  • Der Blick wird auch aus den Städtebau gerichtet.
  • Besonders dunkle Ecken sollen vermieden werden.

München - Schon im vergangenen Jahr ist das Sicherheits- und Aktionsbündnis der Münchner Institutionen, kurz S.A.M.I, zehn Jahre alt geworden. „Wir wollten letztes Jahr Jubiläum feiern und sind zu spät dran“, witzelte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei einem Gespräch am Mittwoch. So nahmen der OB, Polizeipräsident Hubertus Andrä und Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle das Gründungsdatum von S.A.M.I., den 14. Januar 2009, zum Anlass, über die erfolgreiche Zusammenarbeit sämtlicher städtischer Stellen und dem Polizeipräsidium zu berichten.

Ins Leben gerufen wurde das Aktionsbündnis damals, weil das stets makellose Image Münchens, die sicherste Großstadt Deutschlands zu sein, einen Fleck hatte: Die öffentlichen Plätze wie beispielsweise Orleans-, Sendlinger-Tor- und Gärtnerplatz. An den Treffpunkten der Drogen- und Alkoholszene, aggressiv auftretenden Bettlerbanden und jugendlichem Partyvolk sah man Handlungsbedarf.

Video: Wird die Jugend krimineller? - "Das Gegenteil ist der Fall"

München soll sicherer werden: Vorfälle auf Platz der Menschenrechte vor Riem Arcaden

Um Lösungen zu finden, müssten alle an einem Strang ziehen, hieß es damals. „Genau das Netzwerk ist ein entscheidender Erfolgsfaktor“, betonte Hubertus Andrä. Vor allem der zweite Buchstabe, Aktionen zu setzen, sei wichtig. Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit, sagte Böhle, wo es immer wieder zu Sicherheitsstörungen durch Jugendliche gekommen ist, sei der Platz der Menschenrechte vor den Riem Arcaden. 

Polizisten entdeckten bei einem Einsatz mehrere Depots mit Pflastersteinen, die offenbar auf Beamte geworfen werden sollten. Im Rahmen von S.A.M.I entfernten Einkaufszentrum und Baureferat die Depots, die Polizei kontrollierte mehr, zudem wurden Streetworker eingesetzt. Das Ergebnis: Die Situation hat sich beruhigt.

„Große Herausforderung, zu verhindern, dass Unsicherheit entsteht“

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre sollen künftig der Stadtentwicklung mehr zu Gute kommen. „Der Raum wird enger, aber gemeinsam genutzt - die einen wollen wohnen, die anderen feiern“, so Andrä. „Es ist eine große Herausforderung, von vornherein zu verhindern, dass Unsicherheit entsteht.“ 

Stichwort sei hier die städtebauliche Kriminalprävention. Das bedeute, auf „Sicht“ und „Licht“ zu achten, sprich, dunkle Ecken zu vermeiden. So sollen in neuen Stadtteilen wie Freiham klare Sichtachsen und bauliche Maßnahmen zur Sicherung von Plätzen - etwa zur Terrorabwehr - für ein hohes Sicherheitsgefühl sorgen.

Am Marienplatz schlug ein Mann einer Seniorin ins Gesicht - in der S-Bahn fand er die nächsten Opfer. Die Polizei beobachtete zufällig, wie Jugendliche eine Frau am Bahnhof Pasing attackierten. Ein Streit in einem Burger King eskaliert völlig - schließlich kommt es am Münchner Ostbahnhof zu einer Steinwurf-Attacke.

Stefanie Wegele

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