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Kündigung! Egon M. zeigt den Brief, mit dem die Bank die Geschäftsbeziehungen zu ihm beendet.

Der Grund macht sprachlos

Münchner Rentner zahlt sehr viel Geld bei der Bank ein - dann werden ihm alle Konten gekündigt

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Ein Münchner Rentner zahlt 5000 Euro bei seiner Bank ein, es war sein gespartes Geld. Anschließend werden ihm aber alle Konten gekündigt - aus irrem Grund.

München - Egon M. (75) ist sauer. Der Rentner hat Post von seiner Bank bekommen. Vier Schreiben sind es an der Zahl – vier Kündigungen! Die Hypovereinsbank hat dem Giesinger drei Konten und ein Schließfach gekündigt. Nach 60 Jahren!

Anfang April zahlte Egon M. am Schalter 5000 Euro bar ein. „Ich wollte mir einen Roller kaufen“, sagt er. Das Geld hat sich der ehemalige Tiefdruckätzer über die Jahre zusammengespart. Mitte April erhielt er einen Brief von der Hypovereinsbank: Er soll sich „zur Klärung einer aktuellen Transaktion“ schnellstmöglich melden. „So ein Schmarrn!“, dachte er, checkte seine Kontoauszüge – es war alles in Ordnung –, und legte den Brief beiseite. 

Einige Tage später rief eine Mitarbeiterin der Bank an: „Ich sollte ihr sagen, woher ich die 5000 Euro habe.“ M. war empört: „Das geht die Bank doch nichts an!“ Er gab keine Auskunft, beendete das Telefonat. Am 29. Mai erhielt er per Post die Kündigung.

In Moosach ereignete sich ein ähnlicher Fall. Hier drehte die Bank einem Rentner nach 70 Jahren der Geldhahn zu.

München: Rentner zahlt 5000 Euro auf der Bank - dann wird ihm gekündigt!

Rechtsanwalt Dr. Ingo Minoggio kennt solche Fälle. Dass Banken von ihren Kunden Auskünfte über Transaktionen verlangen, liege an den immer schärferen Geldwäschevorschriften, sagt der Fachanwalt für Straf- und Steuerrecht. „Die aktuelle Rechtsprechung zeigt, dass die Gerichte den nachlässigen Umgang mit den Geldwäschevorschriften strafrechtlich und bußgeldrechtlich zukünftig weitaus deutlicher verfolgt sehen wollen als bisher.“ Banken würden gesetzlich dazu verpflichtet, verdächtige Transaktionen „heimlich“ der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU), einer Abteilung des Zollkriminaltamts, zu melden.

„Beim Zoll liegen Zigtausende unbearbeitete Geldwäscheanzeigen“, sagt Minoggio. Auch eine Folge der Unsicherheit, die in der Finanzbranche herrsche, wie die neuen Vorschriften in der Praxis anzuwenden seien. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin war nach Geldwäsche-Skandalen in die Kritik geraten und nimmt Verdachtsmomente umso ernster. Der Druck auf die Banken steigt: „Wenn ungewöhnliche Geldflüsse auf einem Konto auftauchen, melden die Banken momentan nach unseren Erfahrungen oftmals Sachverhalte, bei denen noch keine Meldepflicht entstanden ist“, so Minoggio. 

Egon M. ist fassungslos - Bank äußert sich nicht

Seine Kritik: Obwohl am Verdacht selten etwas dran sei, bekämen Betriebe danach oft Post vom Finanzamt. Umso bemerkenswerter, als die tz erst vor kurzem über einen Fall berichtete, in dem eine Russin über 30 Millionen Euro in einem Schließfach bunkern konnte – ohne Probleme mit der Bank zu bekommen…

Seit der Verschärfung des Geldwäschegesetzes können auch Privatpersonen ungewollt gegen das Gesetz verstoßen, etwa, wenn sie Waren bar zahlen, die mehr als 10 000 Euro kosten – oder über 10 000 Euro bar einzahlen.

Egon M., bei dem es nur um 5000 Euro geht, ist fassungslos: „Ich habe mein Leben lang hart gearbeitet. Mit Geldwäsche habe ich nichts zu tun!“ Die tz hat bei der Hypovereinsbank nachgefragt, ob und weshalb sich M. womöglich verdächtig gemacht hat. Auf Anfrage teilt die Bank mit, dass man sich „zu etwaigen Kunden grundsätzlich“ nicht äußere.

Im Winter gab es einen Bank-Fall, der allerdings weniger mit gesperrten Konten zu tun hatte. Es ging mehr um abgesperrt Türen.

Die Postbank hat unterdessen eine Entscheidung getroffen, die weitreichende Folgen haben könnte. Sie erhöhte die Kontogebühren für ihre Kunden. Nun hat ein Experte die Befürchtung, dass weitere Banken nachziehen könnten.

Daniela Schmitt

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