So stellen sich die Grünen die Gondel vor, die im Norden vom U-Bahnhof Dülferstraße nach Garching schweben soll.
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So stellen sich die Grünen die Gondel vor, die im Norden vom U-Bahnhof Dülferstraße nach Garching schweben soll.

Bald dem Stau entschweben?

Plan gegen Stau in München: Grüne Stadtpolitiker beantragen Seilbahnen - auf diesen drei Trassen

  • Sascha Karowski
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Volle Straßen, volle Busse, volle Züge: Warum nicht dem Stau entschweben? Die Münchner Grünen wollen genau das und haben dafür jetzt drei neue Seilbahn-Trassen beantragt.

  • Seilbahnen können Entlastungen im Nahverkehr bringen, meinen die Münchner Grünen
  • Die Stadtpolitiker wünschen sich drei Trassen
  • Eine Machbarkeitsstudie ist bereits vom Stadtrat in Auftrag gegeben worden

München - Seilbahnen schweben immer mal wieder dem ein oder anderen Politiker vor. Der Stadtrat hatte unlängst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die soll klären, ob eine Seilbahn entlang des Frankfurter Rings nennenswerte Entlastungen für den Nahverkehr bringen könnte. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat bereits signalisiert, sich als Betreiber zur Verfügung zu stellen. Am Freitag nun haben die Grünen drei weitere Trassen ins Spiel gebracht. Gerade im flächenarmen München böten sich interessante Gelegenheiten, Punkte mit hohem Verkehrsaufkommen direkt miteinander zu verbinden, ohne neue Straßen zu bauen und ohne empfindliche Grün- und Erholungsflächen in Mitleidenschaften zu ziehen, heißt es in dem Antrag.

München: Plan gegen den Stau - Seilbahn als Alternative zu Tunnelbau

Konkret wird eine Verbindung vom U-Bahnhof Dülferstraße nach Garching zur TU und in das dortige Gewerbegebiet gefordert. Nach Süden ließe sich diese Strecke auch bis zum BMW-Forschungs- und Innovationszentrum verlängern. Außerdem könnte Oberschleißheim angeschlossen werden. Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher sagt: „Eine so konzipierte Seilbahn wäre eine Alternative zu einem Tunnelbau in Verlängerung der Schleißheimer Straße, der nicht nur erhebliche Kosten verursachen würde, sondern auch eine Zunahme des Autoverkehrs auf den Straßen im Norden nach sich zöge.“ Angesichts des massiven Eingriffs in das Naturschutzgebiet stünde ein Tunnel außerdem vor rechtlichen Hindernissen. „Natürlich müssten Garching und Oberschleißheim von Anfang an in die Pläne mit eingebunden werden.“

Ein weiterer Wunsch wäre eine Seilbahn-Tangente vom S-Bahnhof Freiham bis zum S-Bahnhof Karlsfeld, die auch die geplante U-Bahnstation Freiham sowie die S-Bahnhöfe Aubing und Lochhausen miteinander verbinden würde. Verlängerungen zum S-Bahnhof Untermenzing und zum Moosacher Bahnhof seien denkbar. OB-Kandidatin Katrin Habenschaden: „Weil der öffentliche Verkehr im Westen keine leistungsfähigen Tangentialverbindungen anbietet, benutzen viele Menschen dort lieber das Auto. Eine Verknüpfung dieser Stationen mit einer Seilbahn würde eine attraktive Alternative zum Autoverkehr schaffen.“ 

München: Auch Standseilbahn als Teil des Konzepts

Die dritte Trasse soll eine Standseilbahn sein – also eine, die auf Schienen fährt, aber mit Seilen gezogen wird. Die Trasse soll unterirdisch von den Siemenswerken in Obersendling über den Tierpark bis zum Wettersteinplatz führen. Bickelbacher: „Da eine klassische Seilbahn ein ästhetisch nicht zu vertretender Eingriff in den Isarraum wäre – und angesichts der erheblichen Steigungen, die zu überwinden sind –, ist an dieser Stelle eine unterirdische, schienengebundene Standseilbahn sinnvoll.“

Wie kann München lebenswert bleiben? Wie beeinflusst die Digitalisierung unseren Alltag? All diese Fragen behandelt eine Ausstellung in der Rathausgalerie.

Der Traum von einer U-Bahn nach Germering darf weitergeträumt werden. Vertreter der Stadt München und der MVG stellten im Rathaus jetzt ihre Pläne für die Verbindung nach Freiham vor – und zeigten sich offen für eine Verlängerung nach Germering.

Es sollte ein Vorzeigeprojekt werden, der Transrapid zum Münchner Flughafen. Dann wurde das Vorhaben aus Kostengründen eingestellt. Jetzt wird eine Verbindung von München nach Dachau geprüft.

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