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Bald komplett gebührenfrei? Im Sommer berät der Stadtrat über kostenlose Kindergartenplätze.

Teures Vergnügen

München: So hoch sind die Zuschüsse der Stadt bei diesen Angeboten

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Ob Theatertickets, Kita-Plätze oder Eintritts­karten für Museen – sie werden alle von der Stadt ­subventioniert. So viel Geld schießt die Stadt zu.

Es ist ein großes Zuschusskonzert – und ohne diese Finanzspritzen wären viele Kulturangebote unerschwinglich: Kämmerer Ernst Wolowicz (SPD) hat am Freitag einen Überblick über die städtischen Leistungen präsentiert. Auch für Kitas gibt München jährlich fast eine halbe Milliarde Euro aus.

München lebt auch von seinen Theatern. Sie sind beliebt bei Einheimischen – und bei Touristen. Über 7,5 Millionen Hotel-Übernachtungen gibt es in München pro Jahr – knapp ein Drittel dieser Besucher kommen auch explizit wegen eines Kulturereignisses nach München, sagt das Kulturreferat. Was womöglich viele nicht wissen: Fast alle Theater, aber auch das Stadtmuseum, das Lenbachhaus, die Stadtbibliothek oder die Philharmoniker sind millionenschwere Zuschussbetriebe. Doch selbst der städtische Finanzminister hat nichts dagegen: „Wir wollen, dass diese Einrichtungen möglichst viel genutzt werden“, sagte Wolowicz bei der Vorstellung seines Zahlenwerks.

Das Deutsche Theater trägt sich selbst

Einzig das Deutsche Theater trägt sich weitgehend selbst. Es musste 2016 mit einem relativ geringen Zuschuss von 1,2 Millionen Euro unterstützt werden. Anders die Kammerspiele: Der Deckungsgrad betrug hier 15,5 Prozent. Die Stadt musste 34,1 Millionen Euro hineinpumpen. „Ansonsten hätten die Eintrittskarten bis zu 200 Euro gekostet“, sagte Wolowicz. Dabei sank die Zahl der Besucher: von der Spielzeit 2014/15 zu 2015/16 von 197 600 auf 174 000.

Die Philharmoniker erhielten 2016 einen Zuschuss in Höhe von 20,1 Millionen Euro, das Volkstheater 8,3 Millionen Euro. Bei letzterem allerdings gilt laut Wolowicz: „Der Deckungsgrad von 20,8 Prozent ist für ein öffentliches Theater sehr hoch.“ Für die Galerie im Lenbachhaus zahlte die Stadt 12,6 Millionen Euro drauf, für das Stadtmuseum 15,5 Millionen Euro, für das NS-Dokuzentrum 4,7 Millionen Euro, für die Stadtbibliothek gar 43,6 Millionen Euro. Einen Einbruch der Besucherzahlen von 2015 zu 2016 gab es im Lenbachhaus und im NS-Dokuzentrum. Für Wolowicz aber jeweils erklärbar: Im Lenbachhaus waren 2015 die beiden Ausstellungen „Macke und Marc“ sowie „Klee und Kandinsky“ absolute Zugpferde, im NS-Dokuzentrum war der Eintritt von Mai bis August 2015 umsonst.

Die Landeshaupstadt kann sich das alles leisten

Weitgehend selbst trägt sich der Tierpark, die Olympiapark GmbH erhält nahezu konstant einen gleichbleibenden Zuschuss von 17 Millionen Euro pro Jahr. Bei den Kitas könnten schon bald noch mehr Kosten auf die Stadt zukommen, wenn der Stadtrat in diesem Sommer die Gebührenfreiheit beschließt. Schon jetzt zahlen etwa ein Drittel der Münchner Eltern aus sozialen Gründen keine Gebühren.

Die Landeshauptstadt kann sich all das leisten, weil es ihr finanziell gut geht. 2017 gab es in der Stadtkasse ein Plus von 200 Millionen Euro. Der Schuldenstand wurde abermals auf jetzt 724 Millionen Euro reduziert. 2005 betrugen die Verbindlichkeiten noch 3,4 Milliarden Euro. Angesichts der bevorstehenden Milliarden-Investitionen in den Schulbau und in den ÖPNV ist aber auch dem Kämmerer klar: „Es wird die Zeit kommen, in der wir wieder eine Netto-Neuverschuldung haben.“

Von Klaus Vick

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