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Bald kommt der nächste Star

Streetart-Legende Blu malt am Königsplatz

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München - Am Königsplatz hat Streetart-Legende Blu eine Wand bemalt. Schon in wenigen Wochen soll der nächste prominente Künstler in München ein öffentliches Werk schaffen.

München soll bekannt werden als eine Streetart-Stadt. Finden Sebastian Pohl und Josef Schmid. Davon ist man noch weit entfernt. Aber Pohl, der künstlerische Leiter des Kunstvereins "Positive Propaganda", hat einen der bekanntesten Streetart-Künstler der Welt überzeugt, in München zu malen. Der CSU-Bürgermeister hat es genehmigt. Und jetzt ist auf der Wand einer Berufsschule am Königsplatz tatsächlich ein 16 mal 8 Meter großes Werk von Blu zu sehen.

Der Italiener Blu ist eine Legende. Einst malte er an der Fassade der Tate Modern in London, sein Krawatten-Mann mit zwei goldenen Armbanduhren – die Handgelenke in Handschellen – wurde in Berlin-Kreuzberg zur Touristenattraktion.

In Berlin ließ er sein Werk in einer Nacht-und-Nebel-Aktion übermalen. Es heißt, er habe nicht die Kulisse bieten wollen für das neue Kreuzberg, in dem die Investoren mit dem alten, wilden Ruf des Viertels viel Geld verdienen. Stattdessen hat er jetzt in München gemalt. Bürgermeister Schmid gefällt diese Symbolik sehr gut – will er doch München stärker als eine kreative Stadt vermarkten. „Wir stellen uns dem Wettbewerb der Metropolen“, sagt er.

Sebastian Pohl stand sechs Jahre in Verbindung mit Blu, den er den „wichtigsten Künstler der Gegenwart“ nennt. Blu entschied sich, auf die Berufsschule einen kleinen Buben zu malen, der seine rechte Hand nach einem Geldautomaten ausstreckt, ihn aber nicht erreicht. „Blu hat in München diese jungen Menschen gesehen, eigentlich noch Kinder, aber schon so gestresst“, sagt Pohl. Das habe den Künstler – der immer noch anonym lebt – inspiriert. Ein Bezug zur Nazi-Geschichte, wie mancher missverstehen könnte, habe Blu mit dem ausgestreckten Arm sicher nicht herstellen wollen, betont Pohl. Bürgermeister Schmid sagt, das Werk sei „kapitalismuskritisch“. „Das ist mir fremd. Aber Kunst darf und muss provozieren.“

Der CSU-Mann ist stolz darauf, das Werk ermöglicht zu haben. In Münchens Kulturpolitik hat man sich bislang zu wenig getraut – so sieht er das. „Wir brauchen mehr Innovation und weniger Biedermeier“, sagt er. „Kunst braucht Ermöglicher und keine Bedenkenträger.“ Ermöglicher wie Schmid, soll das heißen – und tatsächlich ist Pohl ganz begeistert, wie Schmid sich durchgesetzt habe. Der Künstler habe auf der Fläche machen können, was er wollte – und das an prominenter Stelle. „So jemandem können Sie nicht einfach irgendeine Fläche anbieten“, sagt Schmid. Er will die Streetart weiter unterstützen – mit einer institutionellen Förderung für Pohls Kunstverein.

Pohl zumindest ist überzeugt, dass man München zu einer Stadt machen kann, in der Bilder der bekanntesten Streetart-Künstler der Welt zu sehen sind. Schon bald will er seinen nächsten Coup verkünden. Shepard Fairey werde noch heuer im ersten Halbjahr im öffentlichen Raum in München malen, erzählt Pohl. Das sei fest vereinbart. Fairey ist unter anderem für die berühmten „Hope“-Plakate in Barack Obamas Präsidentschafts-Wahlkampf bekannt. Wo er in München malen wird, ist noch geheim. Aber wer Pohl reden hört, darf sich sicher sein: Es wird wieder ein Ort sein, an dem sehr viele Münchner täglich vorbeikommen.

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