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Archivbild: „Ohne uns, kein Verkehr“, hieß es bei Warnstreik im September 2017.

Die aktuelle Verkehrslage

Nach großem MVG-Warnstreik: U-Bahn, Bus und Tram fahren wieder normal

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Am Donnerstag hat Verdi zu Warnstreiks bei der MVG aufgerufen. Zwischen 4 und 8 Uhr gab es massive Einschränkungen. Die aktuelle Verkehrslage im Überblick.

Update 10 Uhr: MVG meldet normalen Betrieb

Wie die MVG meldet, sind die U-Bahnen, Trambahnen und Busse der MVG seit ca. 9.30 Uhr wieder weitgehend vollzählig im Einsatz und inzwischen auch nahezu im gewohnten Takt unterwegs. Allerdings kann es weiterhin zu einzelnen Ausfällen und zu Verspätungen kommen. Der Streik war um 8 Uhr offiziell zu Ende. Die schnelle Rückkehr zum voll-ständigen Betrieb laut MVG auch darauf zurückzuführen, dass der U-Bahnverkehr bereits um kurz nach 7 Uhr nach und nach anlaufen konnte. 

Bei der Tram waren während des Streiks wie angekündigt die Linien 19 und 20 sowie zusätzlich die Linie 27 im Einsatz. Beim Bus konnten viele wichtige Linien bereits zu Betriebsbeginn nahezu komplett ausrücken. Die MVG zeigt sich zufrieden: „Auf fast allen Linien gab es zumindest ein eingeschränktes Angebot. Wir bedanken uns bei den Fahrgästen, dass sie sich so gut auf die Einschränkungen eingestellt haben – und für ihre Geduld.“

Update 9.45 Uhr: Noch Verspätungen bei Tram und Bus

Wie ein Sprecher der MVG meldet, sind die Streiks seit 8 Uhr beendet. 

Die aktuelle Verkehrslage:

U-Bahn: Betrieb auf allen Linien, in der Regel im 10-Minuten-Takt, U2 im 5-Minuten-Takt. Es kommt noch zu Unregelmäßigkeiten.

Tram und Bus: Betrieb auf allen Linien, derzeit noch größere Unregelmäßigkeiten. Die Buslinie 147 wird noch nicht bedient.

Update 9.10 Uhr: Unfall am Haidenauplatz sorgt für weitere Behinderungen

So mancher Pendler beklagte volle Straßen am Donnerstagmorgen, viele Menschen waren auf ihre Autos ausgewichen, um es pünktlich zur Arbeitsstelle zu schaffen. Zusätzlich ereignete sich am Haidenauplatz auch noch ein Unfall zwischen einem Radfahrer und Autofahrer, der für weitere Behinderungen sorgte. Nach ersten Informationen der Pressestelle des Polizeipräsidiums wurde der Radfahrer dabei glücklicherweise nur leicht verletzt.

Update 7.45 Uhr: Erste U-Bahnen fahren wieder

Der U-Bahnbetrieb wurde eingeschränkt aufgenommen, aktuell aber nur mit einzelnen Zügen. Ursprünglich wurde durch die Gewerkschaft Verdi angekündigt, dass bis 8 Uhr morgens keine U-Bahn fahren werde. 

Update 6.15 Uhr: Die aktuelle Streiklage

Die Pressestelle der Münchner Stadtwerke München teilte nun die aktuelle Streiklage am Donnerstagmorgen mit: 

  • Die U-Bahnen verkehren wie angekündigt bis 8 Uhr morgens gar nicht. 
  • Die Tram-Linien 19 und 20 fahren im 10-Minuten-Takt, die Linie 27 geht nun nach 6 Uhr ebenfalls in Betrieb. 
  • Auf den MetroBus-Linien (50 bis 63 sowie X30) sind etwa die Hälfte der geplanten Fahrzeuge im Einsatz. Es kann jedoch zu größeren Taktlücken kommen. 
  • Auf den anderen Bus-Linien und dem CityRing (58/68) gibt es nur einen sehr unregelmäßigen Betrieb mit großen Taktlücken.

„Es kommt zu massiven Einschränkungen“

München – Am Donnerstag wird es massive Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr geben. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem großen Warnstreik im Münchner Stadtgebiet aufgerufen. Matthias Korte, Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), sagte vorab: „Ab Donnerstag sollten sich die Fahrgäste darauf einstellen, dass es zu massiven Einschränkungen kommen könnte.“ Wer in München wichtige Termine habe, solle sich vorsichtshalber „alternative Möglichkeiten“ überlegen.

So läuft der Streik ab

Der Streik begann mit Betriebsbeginn um 4 Uhr und soll nach vier Stunden um 8 Uhr am frühen Vormittag enden. Dennoch sei auch im Anschluss noch mehrere Stunden mit Verspätungen und Einschränkungen zu rechnen, bis sich der Betrieb wieder eingespielt hat, wie die MVG mitteilt.

Die U-Bahnen verkehren in der Zeit von 4 bis 8 Uhr gar nicht.

Die Tram-Linien 19 und 20 sollen fahren. Je nach Verfügbarkeit weiterer Fahrer können auch weitere Linien bedient werden.

Da die Busse zur Hälfte von privaten Kooperationspartnern betrieben werden, kann die MVG auf vielen Linien einen eingeschränkten Betrieb mit unregelmäßigen Takten anbieten.

Die S-Bahnen sind nicht von den Warnstreiks betroffen.

Erste Streiks in Augsburg und Regensburg 

Die Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag Nahverkehrsbetriebe Bayern (TV-N) laufen seit Mai. Erste Warnstreiks fanden Mittwochmorgen vier Stunden lang in Augsburg und Regensburg statt. Laut Kai Winkler von Verdi Bayern waren dort am Dienstag mehr als 60 Prozent der Belegschaft streikbereit, so dass mit „wesentlichen Ausfällen“ im Berufsverkehr zu rechnen war. Die Gewerkschaft äußert sich üblicherweise nicht zu weiteren Plänen. Norbert Flach, Verhandlungsführer von Verdi Bayern, sagte lediglich: Bis Freitag, dem nächsten Verhandlungstag, werde es „weitere Aktionen geben“, und es sei „denkbar“, dass Donnerstag München an der Reihe sei.

Verdi wehrt sich gegen die Vorwürfe der MVG

Verdi Bayern weist den Vorwurf, dass es bei den Warnstreiks im ÖPNV um eine „unnötige Zuspitzung“ (so die MVG München) handele, entschieden zurück. „Das bisher vorliegende Angebot lässt nämlich die Frage der Arbeitsbedingungen und Arbeitsentlastung für die Beschäftigten völlig außer Acht und ist deshalb absolut unzureichend“, erklärte der Verhandlungsführer von Verdi Bayern, Norbert Flach.

In der Tarifrunde gehe es nicht nur um die Lohnerhöhung. Es wird auch über den Manteltarifvertrag verhandelt. Die Entlastung des Fahrpersonals ist dringend nötig, weil die tagtäglichen Belastungen der Bus-, U-Bahn- und Trambahnfahrer ständig zunehmen.

Bessere Bedingungen bei der Schichtarbeit gefordert 

Verdi will ein Lohnplus von sieben Prozent, mindestens aber 220 Euro monatlich erreichen, Laufzeit: zwölf Monate. Gefordert werden zudem bessere Bedingungen vor allem bei der Schichtarbeit, um neues, dringend benötigtes Personal zu gewinnen. „Es darf nicht sein, dass Leute aus ihren freien Tagen geholt werden“, so Flach. Den Verkehrsbetrieben fehlen zunehmend Mitarbeiter, allein die MVG sucht 300 Fahrer. Rund 1800 Fahrer sind aktuell bei Bussen, Trams und U-Bahnen in München beschäftigt, die Hälfte im TV-N. Das Angebot der öffentlichen Arbeitgeber liegt bei 7,5 Prozent mehr Gehalt auf eine Laufzeit von 30 Monaten.

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