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Laura König kriegt vom Klavierspielen nie genug. 

Tasten voll Adrenalin

Zwischen Leidenschaft und Lampenfieber: Laura König über ihr Leben am Klavier

Laura König studiert Klavier an der Hochschule für Musik und Theater in München. Warum sie ihre Leidenschaft trotz Lampenfieber nicht aufgeben möchte, darüber spricht sie im Interview.

München – Das Herz rast, sie blickt abwartend auf die schwarz-weißen Tasten und der Adrenalinspiegel steigt – so geht es Laura König (22) oft kurz vor einem wichtigen Auftritt. Doch sobald die Straubingerin zu spielen beginnt, ist die Aufregung verflogen und sie konzentriert sich ganz auf den Klang der Musik. Sie studiert Klavier an der Hochschule für Musik und Theater in München und ist auf dem besten Weg, Konzertpianistin zu werden. Von einem Leben zwischen Druck und Erfolg, Klassik und elektronischer Musik, einsamen Stunden am Klavier und Auftritten vor großem Publikum. 

Frau König, Sind Sie nervös, wenn Sie vor vielen Menschen auftreten?
Ich habe vor großen Auftritten zwar schon Lampenfieber, aber das ist für mich nicht so schlimm, weil es bei mir noch in einem normalen Ausmaß auftritt. 

Haben Sie einen Trick gegen Lampenfieber?
Sobald ich spiele, konzentriere ich mich auf andere Dinge und dann lässt die Aufregung nach. Ein bestimmtes Glücksritual habe ich aber nicht. 

Trotz Aufregung und Lampenfieber haben Sie sich für ein Leben als Musikerin entschieden. Was gefällt Ihnen daran, Pianistin zu sein?
Ein Vorteil des Jobs ist, dass er sehr flexibel ist. Es gibt keinen sturen Alltag und auch die Musiker, die man kennenlernt, sind sehr abwechslungsreiche, bunte Menschen. Generell lernen Musiker viele neue, interessante und oft ausgefallene Menschen kennen. Besonders schön ist natürlich auch, dass wir das machen können, was wir lieben, denn wir lieben die Musik. 

Gibt es auch Nachteile?
Ja, die gibt es. Mit der Zeit kommt es zum Beispiel oft zu gesundheitlichen Problemen durch das lange Sitzen und die Belastung der Hände. Das betrifft mich zum Glück aber bisher nicht. Zu den Nachteilen gehört auch, dass man viel alleine ist, zum Beispiel beim Üben. Außerdem haben Freunde, die nicht selbst Musiker sind, oft wenig Verständnis, wenn man zum Beispiel sehr lange üben muss. Musiker und Musikstudenten haben da einen ganz anderen Lebensrhythmus. Wer Konzertpianist werden will, muss auch auf viele Dinge verzichten, die ein längeres Aussetzen vom Üben mit sich bringen.

Worauf zum Beispiel?
Zum Beispiel konnte ich nach dem Abitur nicht einfach ein Jahr Work and Travel in Australien machen. 

Wie oft und wie lange üben Sie denn am Klavier?
Wie viel ich übe, ist Tag für Tag unterschiedlich. Das hängt davon ab, ob ich an dem Tag auch Vorlesungen habe oder nicht. Durchschnittlich spiele ich fünf bis sechs Stunden täglich, aber ich nehme mir zum Semesterende auch mal eine Woche Auszeit. Vor Wettbewerben übe ich dafür manchmal länger. Es hängt immer davon ab, was gerade ansteht. 

Haben Sie nach so vielen Stunden am Klavier überhaupt noch Zeit und Lust, privat Musik zu hören?
Auf jeden Fall! Ich höre auch privat viel Klassik, das ist meine liebste Musikrichtung. Dann mag ich gerne elektronische Musik und die Lieder, die mein Papa in seiner Jugend gehört hat. Also aus den Sechziger und Siebziger Jahren, zum Beispiel von Bob Dylan und den Beatles. 

Hat Ihre Familie Sie bei Ihrer Entscheidung, Klavier zu studieren, beeinflusst?
In gewisser Weise: ja. Meine beiden Schwestern brachten mich erst auf die Idee, Klavier zu studieren. Sie haben beide ebenfalls ein Musikstudium absolviert. Meine Eltern haben mich dann von Anfang an total unterstützt. 

Sind Ihre Eltern heute stolz auf das, was Sie erreicht haben?
Ja, meine Eltern sind schon stolz auf mich. Das wäre aber auch so, wenn ich nicht Musik, sondern etwas anderes machen würde. 

Was waren bisher Ihre größten musikalischen Erfolge?
Vor vier Jahren habe ich bei Jugend musiziert in der Kategorie „Klaviertrio“ deutschlandweit den ersten Preis gewonnen. Und ich habe nach dem Abitur an drei Musikhochschulen vorgespielt und wurde überall angenommen. Jetzt freue ich mich, dass ich an meiner Traumhochschule in München studieren kann. Bei Wettbewerben zu gewinnen, ist aber sehr schwierig, deshalb sehe ich schon die Teilnahme als Erfolg. Letztes Jahr durfte ich zum Beispiel bei einem Kammermusikwettbewerb in Schweden dabei sein. 

Haben Sie trotz Ihrer Erfolge manchmal Zukunftsängste?
Nein, eigentlich nicht. Es ist zwar nicht leicht, als Konzertpianistin erfolgreich zu sein, aber ich studiere Klavier in einem künstlerisch-pädagogischen Studiengang. Durch die pädagogische Richtung kann ich mich immer auf eine Stelle als Klavierlehrerin bewerben und Unterricht geben. 

Obwohl es schwierig ist, als Konzertpianistin Erfolg zu haben, haben Sie sich entschieden, das Klavierspielen zum Beruf zu machen. Woher nehmen Sie die dafür nötige Motivation und das Durchhaltevermögen?
Mich begeistert die wahnsinnige Schönheit und Ästhetik der Musik. Vor allem die klassische Musik ist vollkommen und hat so viele Farben und Emotionen. Meine größte Motivation ist daher schon seit meiner Kindheit die absolute Besessenheit von Musik. Ich glaube, die braucht man dafür auch. Um ein Instrument wie Klavier zu studieren, muss man, denke ich, auch ein bisschen verrückt und risikofreudig sein.cia

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