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Müllmann Max Nothalt in seiner neuen Wohnung.

tz-Bericht bewegte die Leser

Obdachloser Müllmann Max findet neue Wohnung - dann folgt eine rührselige Überraschung 

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Müllmann Max war verzweifelt auf Wohnungssuche in München. Doch mittlerweile hat er nicht nur ein neues Zuhause gefunden, sondern wurde auch noch anderweitig überrascht!

Update vom 30.12.18: Auf dem Fußabstreifer prangt der Schriftzug „I kimm aus Bayern“. Fröhlich lächelnd öffnet Müllmann Max Nothaft die Tür zu seinem eigenen kleinen Reich und bittet stolz herein. Der 53-Jährige hatte im Obdachlosenasyl leben müssen, weil er trotz 150 Bewerbungen keine Wohnung fand. Der tz-Bericht vom 6. November brachte ihm eine neue Bleibe und eine großzügige Spende… 

Max hat es verdient, dass er wieder lachen kann. Als er im November in der Obdachlosenunterkunft lebte, war er völlig verzweifelt. Weil er seinem Sohn Constantin (9) Albträume bescherte. „Er wachte nachts auf, träumte, dass Papa unter der Brücke schlafen muss“, sagt Max. Verzweifelt auch, weil er sich aus der Stadt und aus der Gesellschaft gedrängt sah, für die er seit mehr als zehn Jahren als Müllmann schuftet. 

Doch schon eine Woche nach dem tz-Artikel sah die Welt besser aus: Max unterzeichnete einen Mietvertrag für eine 22-Quadratmeter-Wohnung in seinem geliebten Giesing, in dem er seit über 30 Jahren lebt. Damit nicht genug des Guten: Unser tz-Engel, der immer anonym spendet, wenn eine Geschichte sehr ans Herz geht, schickte einen Umschlag mit 500 Euro. In seinem persönlichen Brief an Max schrieb der tz-Engel: „Dass sich die tz immer wieder für die kleinen Leute in Not einsetzt, zeigt, dass sie eine Zeitung mit Herz ist! Schön, dass Müllmann Max dank der tz endlich eine eigene Wohnung bekommt. So eine Neueinrichtung ist aber mit Kosten verbunden. Dazu will ich gerne ein Scherflein beitragen.“

Lesen Sie auch: Obdachloser packt über sein Leben aus - „vereinsame hier draußen total“

Max kann diese Spende sehr gut brauchen. In einer neuen Wohnung - 22 Quadratmeter für 550 Euro warm - schläft er auf einer Matratze auf dem Fußboden, und seine Kleidung bewahrt er mangels Schrank in Kisten auf. Ansonsten ist es bereits wohnlich. Couch, Schränkchen, Fernseher, Küchen-Utensilien und Kleidung hatte Max bei seiner ehemaligen Lebensgefährtin im Keller zwischengelagert. Im Obdachlosenasyl am Giesinger Berg wäre kein Platz gewesen für seine bescheidene Habe. 

Dort teilte er sich ein Dreibettzimmer mit zwei anderen Männern. Schwierig, denn Max muss um halb vier Uhr aufstehen. Er ist froh, dass er nun mit seinem Fleiß niemanden mehr stört. Und abends niemanden mehr um Ruhe bitten muss, damit er schlafen kann.

Max (53) suchte verzweifelt nach einer Wohnung in München. Sein Schicksal bewegte unsere Leser.

Obdachloser Müllmann Max war verzweifelt auf Wohnungssuche - nun gibt es eine Wende

Unser Artikel vom 13.11.18:

München - Endlich kann er wieder lachen! Müllmann Max Nothaft hat eine Wohnung gefunden. Am Montag lud ihn sein neuer Vermieter zur Unterzeichnung des Mietvertrags. Groß ist das neue Reich von Max nicht: 22 Quadratmeter für 550 Euro warm. „Für mich reicht es, ich bin überglücklich“, sagt der 53-Jährige.

Das Beste: Max muss nicht weg aus seinem geliebten Giesing, in dem er mit einer Unterbrechung seit 1986 lebt. Nachdem seine Mutter Karolina (85) nach einem Sturz ihre Giesinger Wohnung kündigte, in der auch Max wohnte, musste der 53-Jährige ins Obdachlosenasyl am Giesinger Berg umziehen! Trotz 150 Bewerbungen fand er nichts – nur vier der angeschriebenen Vermieter antworteten. Obwohl Max einen festen Vollzeitknochenjob hat und seine ehemalige Lebensgefährtin, mit der er einen neunjährigen Sohn hat, bei den Bewerbungen half.

Trotz Vollzeitstelle - keine Chance auf eine Wohnung

Dann berichtete die tz – und die Lage von Max wendete sich zum Guten. Sein Schicksal bewegte viele Leser. „Herzlichen Dank allen tz-Lesern, die mir Angebote gemacht oder ihr Mitgefühl geschenkt haben“, sagt Max Nothaft. Das große öffentliche Interesse hat ihn aber auch überfordert – zwei Fernsehsendern, die mit ihm drehen wollten, sagte er zunächst zu und dann wieder ab. 

Dass einige Außenstehende ihn wegen seines Lohnes von 1400 Euro brutto kritisierten, traf Max schwer. „Das verletzt mich. Öfters schon hat man mir zu verstehen gegeben, es wäre einfacher mit einer Sozialwohnung, wenn ich nicht arbeiten würde.“ Doch Max arbeitet gerne: „In meinem Alter gehört man heute ja schon zum alten Eisen, und ich bin froh, dass ich das Gegenteil beweisen kann.“ Indem er jeden Tag ab 4.30 Uhr schwere Mülltonnen schleppt und geduldig bleibt, wenn Autofahrer hupen. Zudem ist ein geringer Lohn wie der von Max kein Einzelfall – er liegt mit 1040 Euro netto über dem Existenzminimum von 9000 pro Jahr.

Am Montag konnte Müllmann Max strahlen, denn er hat eine neue Bleibe.

„Mir geht es wieder gut“

„Man ist doch kein schlechter Mensch, wenn man auch mit wenig zurecht kommt“, sagt Max. Sein Arbeitgeber, ein privater Müllentsorger, überweist ihm die Kaution für die neue Wohnung als Vorschuss. Max freut sich: „Mir geht es wieder gut, ich freue mich auf mein kleines Reich.“ 

S. Sasse

Eine Schlehdorfer Familie aus dem Mittelstand findet sich unversehens in der Obdachlosigkeit wieder. Der Fall zeigt einmal mehr, wie gravierend die Wohnungsnot in der Region ist.

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