Hammer-Urteil im Diesel-Skandal gegen VW: BGH-Entscheidung ist gefallen

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Rollifahrer Oswald Utz (53) kann auch nach der Sanierung nicht in jeden Zug steigen.

Auch nach Millionen-Sanierung immer noch Ärger

Münchner Hauptbahnhof: Dieses große Problem gibt‘s immer noch

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Teile des Münchner Hauptbahnhofs wurden zuletzt für viele Millionen umgebaut. Barrierefrei und somit behindertengerecht ist er trotzdem nicht...

München - Satte 15 Millionen Euro hat’s gekostet, nun kommen die Rollstuhlfahrer endlich zum Zug! Sollte man meinen…

Monatelang wurde gebaut, genervte Fahrgäste mussten den langen Umweg von der Haupthalle über die Bayerstraße zu den Gleisen 5 bis 10 nehmen. Aber es ging schließlich um eine wichtige Maßnahme: Denn diese Gleise am Holzkirchner Flügelbahnhof werden endlich barrierefrei. Die Bahnsteigkanten wurden dafür von 38 auf 76 Zentimeter erhöht, damit Rollstuhlfahrer problemlos einsteigen können. Aber: Sind die Züge höher als 76 Zentimeter, dann ist der Zug abgefahren.

Oswald Utz (53) ist Behindertenbeauftragter der Stadt München. Er steht am Gleis 9, einem der frisch sanierten Bahnsteige. Neben ihm fährt ein Zug der Südostbayernbahn ein. Ohne Hilfe einsteigen? Unmöglich, der Einstieg ist zu hoch. Er müsste am Service einen Hublift beantragen.

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„Lückenlos barrierefrei im Münchner Hauptbahnhof“ – diese Mitteilung verbreitet die Deutsche Bahn derzeit im Netz. Stolz eröffneten Staatsministerin Ilse Aigner (CSU) und DB-Konzernbevollmächtigter Klaus-Dieter Josel gestern die neu sanierten Gleise. 

Freistaat hat Umbau „freiwillig“ bezahlt

Aigner betont, dass der Freistaat Bayern den Umbau „freiwillig“ mit zusätzlichen Mitteln bezahlt habe. Ob der Hauptbahnhof tatsächlich „lückenlos barrierefrei“ ist, wenn Rollstuhlfahrer in einige Züge nicht alleine einsteigen können? Wohl kaum.

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Etwa 130 Fernverkehrszüge fahren täglich in den Hauptbahnhof ein. „Deren Einstieg ist in der Regel nicht barrierefrei, dafür stehen die Züge aber länger am Gleis“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn auf tz-Nachfrage. In dieser Zeit könne man eine „Mobilitätshilfe“ nutzen. Zudem führen drei bis vier Züge der Südostbayernbahn täglich an den neuen Gleisen 5 bis 10 ein – auch die haben eine Trittstufe. Um welche Züge es sich aber genau handelt, ist in der App der Deutschen Bahn allerdings nicht ersichtlich.

„Der Umbau ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Oswald Utz. „Aber es ist nunmal keine vollständige Barrierefreiheit.“ 

Kathrin Braun

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