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Zwei Schätze von vielen: Johannes Berger sammelt historische Füller. Er besitzt bereits einige hundert.

Die Fundgrubengeschichte

Opas alter Füller als treuer Begleiter

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Eine Kleinanzeige, oft sind das nur zwei knappe Zeilen. Doch hinter ihnen verbirgt sich manch spannende Geschichte. Zum Beispiel die eines 70 Jahre alten Füllers, der eine Leidenschaft entfacht hat. 

München - In wichtigen Momenten seines Lebens hatte Johannes Berger (Name geändert) einen treuen Begleiter. Den Füller seines Großvaters. Er hat ihn vor vielen Jahren vererbt bekommen. Mit ihm hat er viele wichtige Papiere unterschrieben, mit ihm hat er seine Abschlussprüfungen an der Fachhochschule gemeistert – und auch einige Liebesbriefe verfasst. „Ich habe ihn immer gern benutzt“, erzählt der Münchner. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Allerdings hat der knapp 70 Jahre alte Pelikan-Füller inzwischen Gesellschaft bekommen. Er hat aus Johannes Berger einen Füller-Sammler gemacht. Es fing ganz harmlos mit einem Flohmarkt-Besuch an. Ende der 90er Jahre hat er erstmals ein kleines Sammlertreffen in München besucht. Dort lernte er einen Füller-Sammler aus Hamburg kennen. Der konnte mit einer solchen Begeisterung über Füller reden, dass Johannes Berger als überzeugter Sammler nach Hause zurückkehrte. „Er hat mich inspiriert“, berichtet er. „Wir sind bis heute in Kontakt.“

Dreimal pro Jahr finden in Deutschland Füller-Sammler-Treffen statt. Der Münchner lässt sich kaum eines entgegen. Seit drei Jahren organisiert er im Januar in München sogar selbst ein kleines Treffen. „Es wird immer größer“, erzählt er. „Die Sammler kommen teilweise sogar aus Amerika oder Japan.“ Es scheint sich also um eine weltweite Leidenschaft zu handeln.

Die Gelegenheiten, seinen treuen Begleiter von früher zu nutzen, sind seltener geworden, berichtet Johannes Berger. Seine Sammlung wächst dafür immer weiter. Inzwischen hat er einige hundert historische Füller zu Hause. Er sammelt vor allem Exemplare aus den 50er Jahren oder früher. „Danach hat das Plastikzeitalter begonnen“, erklärt er.

Allerdings wird es für ihn immer schwerer, neue Schätze für seine Sammlung zu finden. „Auf Flohmärkten gibt es kaum noch Füller.“ Johannes Berger hat die Hoffnung, dass in manchen Haushalten noch alte Füller in Schubladen liegen und nicht mehr benutzt werden. Deshalb hat er nun mit einer Kleinanzeige einen Aufruf gestartet. Vielleicht ergibt sich dadurch auch ein neuer Kontakt zu anderen Sammlern in der Region – oder sogar eine Freundschaft unter Gleichgesinnten. Es wäre schließlich nicht das erste Mal.

Die Kleinanzeige

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