Aufrüstung

Jetzt steht es fest: Zu diesem Zeitpunkt kommt das WLAN in den Münchner S-Bahnen

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Die Münchner S-Bahn und die Bayerischen Oberlandbahn sollen künftig mit kostenfreiem WLAN ausgestattet werden. Wann ist es endlich so weit?

München - Die Züge der Münchner S-Bahn sowie der Bayerischen Oberlandbahn werden endlich mit WLAN ausgestattet. Die S-Bahn ab Ende 2020, die BOB schon im Laufe des nächsten Jahres. Bei der S-Bahn ist das ein Kraftakt, weil nicht weniger als 238 Züge umgerüstet werden müssen. Alles zu den Änderungen:

MVV: WLAN in Testzug funktioniert gut

Schon seit April 2018 fährt ein Testzug. Auf den Fenstern ist zu lesen „Jetzt in diesem Zug gratis WLAN testen!“. Der Zug werde „gut angenommen“, heißt es bei der Bahn, er liefere zudem wertvolle Erkenntnisse zur Qualität des Angebots und den Kosten. S-Bahn-Nutzer bestätigen, dass das drahtlose Netzwerk im Testzug gut funktioniert.

Ursprünglich sollte der Versuch schon 2018 abgeschlossen werden, doch es gab eine Verlängerung. Nun aber will sich die S-Bahn endlich flächendeckend ins Internet-Zeitalter wagen: „Auch die Münchner S-Bahn-Züge sollen mit WLAN ausgestattet werden“, bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage. „Geplant ist eine Umrüstung ab Ende 2020 – im Rahmen des ersten Münchner S-Bahn-Vertrags.“

An Münchner U-Bahnhöfen wird es aber vorerst kein WLAN geben. Die Regierung von Oberbayern halte eine Ausweitung des Angebots auf Bahnsteige aus mehreren Gründen nicht für „nicht genehmigungsfähig“.

Freies WLAN in München: Aufrüstung der S-Bahnen wird mehrere Millionen kosten

Der Vertrag wird derzeit zwischen Bahn und Freistaat verhandelt, bisher sind nur Eckdaten bekannt. Die Laufzeit soll zwölf Jahre betragen, in dieser Zeit wird die S-Bahn auch neue und mehr Fahrzeuge anschaffen. Da sich das noch Jahre hinzieht, wird nun WLAN in die alten, freilich modernisierten S-Bahnen eingebaut. Über die Kostenaufteilung schweigen die Beteiligten noch, doch sicher ist, dass die technische Ausstattung für die 238 S-Bahnen im Münchner Netz Millionen kosten wird. 

BOB ist schon weiter als die S-Bahn

Einen Hinweis auf den Umfang der Kosten gibt die Umstellung bei der Bayerischen Oberlandbahn: zwischen 25.000 bis 50.000 Euro je Zug, sagt Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU). Die BOB tut sich etwas leichter als die S-Bahn, denn sie hat sowieso schon 31 neue Züge beim Zughersteller Alstom (Salzgitter) bestellt. 25 Züge des Typs Lint kommen Mitte 2020, sechs weitere Ende 2020 – alle dann mit drahtlosem Netzwerk.

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die dem Verkehrsministerium untersteht, hat der BOB einen Auftrag zum Einbau erteilt. Die Ausrüstungskosten übernimmt der Freistaat, die Betriebskosten die BOB. Das Ministerium erklärte zudem, in künftigen Neuausschreibungen von Zugstrecken in Bayern WLAN zur Pflicht zu machen.

Dirk Walter

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