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Oktoberfest ohne das Rote Kreuz? Diese Entscheidung sorgt für Wirbel. Mit diesem Schreiben fühlen sich BRK-Helfer unter Druck gesetzt.

Wirbel um Schreiben an Ehrenamtliche

Nach Wiesn-Aus: Setzt das Rote Kreuz seine Helfer unter Druck?

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Nach dem Ende auf dem größten Volksfest der Welt befürchtet das BRK einen Personalschwund in Richtung Konkurrenz. Ein internes Schreiben an die Mitarbeiter sorgt für (noch) mehr Wirbel.

München - Nach dem Aus auf der Wiesn-Wache geht es beim Roten-Kreuz (BRK) drunter und drüber. Die Bereitschaft Freising warnt Mitglieder, für die Aicher Ambulanz zu arbeiten, die von der Stadt München den Zuschlag für den Sanitätsdienst erhalten hat. Helfer reagieren empört.

Wie wir berichteten, möchte das Rote Kreuz die Entscheidung der Stadt nicht auf sich sitzen lassen und hat rechtliche Schritte für den Fall angekündigt, dass auch die Regierung von Oberbayern als Prüfbehörde die Vergabe der Stadt stützt. Das BRK war seit 1885 auf der Wiesn im Einsatz. „Es ist unsere Herzensangelegenheit, die nicht verramscht werden darf“, ließ das Rote Kreuz seine Mitglieder intern wissen. Das Schreiben ist mit dem Hinweis versehen, dass man in Zweifel ziehe, „wie eine andere Organisation bis September diese Leistungsfähigkeit aufbauen will“. Setzt die Aicher Ambulanz dabei auf Ehrenamtliche, die bisher für das BRK auf der Wiesn waren?

„Sie glauben ja gar nicht, wie das hier seit dieser Woche abläuft.“

Ein Schreiben der BRK Bereitschaft Freising an ihre Mitglieder sorgt jedenfalls für Wirbel. Denn dort heißt es: „Wir halten es für moralisch geboten, dem Roten Kreuz nicht dadurch zu schaden, dass ihr euch in die Dienste der Privatanbieter stellt.“ Und dazu gibt es gleich noch eine klare Warnung: „Verletzung von Vorschriften oder verbandsschädigendes Verhalten können ein Disziplinarverfahren nach sich ziehen.“

Nach 130 Jahren wird das Bayerische Rote-Kreuz von der Wiesn weichen.

Ein BRK-Mitglied, das aus Angst vor Repressalien nicht genannt werden möchte, findet dieses Vorgehen „unmöglich“. Er sagt: „Das BRK hat mit uns Ehrenamtlichen jahrelang gut verdient und jetzt drohen sie uns mit Rausschmiss, wenn wir für Aicher entgeltlich arbeiten würden. Ist das nicht Erpressung?“ Der Mann, der nach eigenem Bekunden „ewig“ für das BRK tätig ist, will sich zwar nicht näher äußern, verrät aber: „Sie glauben ja gar nicht, wie das hier seit dieser Woche abläuft.“

Wiesn-Aus für das BRK: „Ein Schlag ins Gesicht von 180.000 Ehrenamtlern“

Das Schreiben des BRK Freising wird von der Dachorganisation des Roten Kreuzes schmallippig kommentiert. Landesbereitschaftsleiter Michael Raut: „Es liegt uns fern, unseren ehrenamtlichen Helfern disziplinarische Konsequenzen anzudrohen.“

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