Jetzt ist klar, wie es mit den Augustiner-Wirtshäusern weitergeht.

Das wird die Münchner freuen

Neue Wirte in zwei Traditions-Wirtshäusern

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Im einen Lokal hörte ein Starkoch auf, im anderen eine Traditions-Familie: Jetzt ist klar, wie es mit den Augustiner-Wirtshäusern weitergeht.

München - Es ist eine der letzten Vorstadtwirtschaften Münchens: das Wirtshaus „Zur Schwalbe“ im Westend. Nun hat die Augustiner-Brauerei einen neuen Wirt gefunden: Dirk Zeilmann (45) wird ab März der Nachfolger von Starkoch Karl Ederer (62).

Ederer hatte Ende 2017 „von sich aus aufgehört“, wie es von Augustiner hieß. Der neue Wirt Zeilmann führt seit eineinhalb Jahren bereits ein Weinlokal in Anzing (Landkreis Ebersberg) zusammen mit Stefan Oelze. Dieser wiederum betreibt auch das „La Kaz“, das wie die Schwalbe im Westend liegt. Sein Kumpel Oelze werde auch in der Schwalbe mithelfen, sagt Zeilmann. Das Lokal will der neue Wirt mit seiner Frau Tiziana (43) „frischer, jünger, lebendiger“ machen. Das Wirtshaus solle zukünftig für alle Gäste da sein: Arbeitskollegen, Rentner, Kegelgruppen, Familien. „Auch wer einfach nur ein Bier trinken möchte, soll angesprochen werden.“ Essen aus dem süddeutschen – und nicht nur bayerischen – Raum will Zeilmann anbieten.

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Rahmfleckerl solle es genauso geben wie Brezensalat, Schnitzel und Fisch vom Ammersee. Auch ein Käsebrett soll auf der bewusst klein gehaltenen Karte zu finden sein. Besonders wichtig ist dem neuen Wirt die Wiederbelebung des idyllischen Biergartens (60 Plätze, 50 Plätze im Wirtshaus). Derzeit kommt in der Schwalbe neue Farbe an die Wände, die Kegelbahn wird renoviert und ein neuer Bartresen angebaut. Eröffnen will Zeilmann, wenn alles gut läuft, im März.

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Einen Monat später aufsperren möchte ein Trio im ehemaligen „Zwingereck“ beim Isartor. Neue Pächter werden die Geschwister Xaver (22), Theresa (25) und Jakob (26) Portenlänger. Deren Eltern betreiben in Grünwald das Bio-Hotel und -Lokal „Alter Wirt“. Derzeit bauen Handwerker im Zwingereck schon um. Einen neuen Namen werde das Wirtshaus bekommen, verraten die Portenlängers. Welcher genau das sei, müsse noch endgültig mit Augustiner geklärt werden.

Beim Essen wollen die Geschwister auf bayerische Küche setzen. Nicht bio, wie bei den Eltern. Aber regional und von Lieferanten, die sie kennen. „Da sind wir durch unsere Familie vorgeprägt“, sagt Xaver Portenlänger. Augustiner sei auf sie zugekommen, ob sie die Gaststätte übernehmen wollten. „Das ist eine Riesenchance.“ Trotzdem ist es keine einfache Aufgabe für die Jung-Wirte: Das Zwingereck hatte zuvor mehr als 40 Jahre lang die Pächterfamilie Kulz geführt, die aus Altersgründen aufhörte. Das Lokal war wegen seiner unspektakulären, bodenständigen Art bei Stammgästen beliebt. Diese Gäste sollten sich auch weiterhin bei ihnen wohlfühlen, sagen die Geschwister. „Wir werden das Wirtshaus modernisieren, sind aber alle trotzdem sehr traditionsbewusst.“

Ramona Weise

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