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Burim G. vor dem Landgericht München I.

Er stach seinem Opfer in den Kopf

So lange muss der Messerstecher von der Landsberger Straße hinter Gitter

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Aus Wut über ein Hausverbot stach Burim G. einen Wirt in den Kopf. Jetzt - fast ein Jahr später - steht das Urteil fest. Das Gericht sah ein Mordmerkmal.

München - Als der Richter das Urteil verkündet, knicken dem Angeklagten die Beine weg. Um nicht zu fallen, krallt er sich an die Tischkante: Schuldig des versuchten Mordes, neun Jahre Freiheitsstrafe für Burim G. (Name geändert)! Entgeistert fährt sich der 46-Jährige durch die Haare, schüttelt den Kopf. Er hatte einem Wirt ein Messer in den Kopf gerammt.

Es geschah am 7. September 2016. G. wollte mal wieder in seine Stammkneipe an der Landsberger Straße – besser: ehemalige Stammkneipe. Immer wieder war er nämlich mit dem Wirt in Streit geraten – und hatte Hausverbot bekommen. An diesem Abend brachte G. ein Taschenmesser mit in die Kneipe. Der Wirt stand an der Kaffeemaschine, mit dem Rücken zur Tür. Die neun Zentimeter lange Klinge traf ihn am Hinterkopf. Umstehende Barbesucher konnten den Angreifer daran hindern, weiter zuzustechen. Die Ehefrau des Wirtes stand wenige Meter entfernt. Ihr Mann blutete stark, wurde im Krankenhaus genäht.

Das Gericht sah ein Mordmerkmal: Heimtücke

Burim G. hat gestanden, sich beim Opfer entschuldigt. Wollte ihm sogar 10 000 Euro zahlen. Das Gericht sah bei ihm trotzdem ein Mordmerkmal: Heimtücke. Er habe einen Mann angegriffen, der arg- und wehrlos gewesen sei. G. hatte bei der Tat etwa drei Promille Alkohol im Blut, er trank regelmäßig, leidet unter Depressionen. Urteil des Gerichts: trotzdem voll schuldfähig. Der Angeklagte habe „nicht spontan, sondern gezielt“ angegriffen. Sein Opfer habe sterben sollen. Nach der Tat hatte G. das Messer im Gras abgewischt, es einem Kumpel zugesteckt und sich in ein Café gesetzt. Die Polizei nahm ihn dort fest.

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