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Hier wird ein Fußballplatz vorbildlich von den Schneemassen befreit - in der Landeshauptstadt funktioniert das nicht immer reibungslos.

Erschwerte Trainingsbedingungen

Nicht geräumte Plätze nerven Münchner Kicker - Begründung des Sportamts verwundert

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In München durften die Kunstrasenplätze auf den Bezirkssportanlagen zuletzt nicht geräumt werden. Das sorgt für Ärger bei den Kickern.

München - Die Vorbereitung auf die restliche Rückrunde in Oberbayern ist in vollem Gange. Der Winter war die vergangenen Wochen in Bayern unterwegs und bereitete den Mannschaften in ganz München Kopfzerbrechen. Die Kunstrasenplätze auf den Bezirkssportanlagen durften nicht geräumt werden. Viele Sportvereine mussten deshalb ihr Training an diese Bedingungen anpassen und auf Sportanlagen anderer Vereine ausweichen, machten Straßenläufe oder räumten die Plätze selbst. Testspiele mussten abgesagt werden und die Planungen der Trainer änderten sich laufend.

Sobald Schnee liegt, haben die Platzwarte alle Hände voll zu tun. Kunstrasenplätze müssen regelmäßig geräumt werden, damit natürlch trainiert werden kann und die Verletzungsgefahr verringert wird. "Wenn wir auf dem Schnee trainieren, treten wir ihn fest. Über Nacht wird er dann bei den kalten Temperaturen zu Eis und dann können wir den Platz gar nicht mehr räumen", berichtet Kadir Alkan, Teammanager vom SV Türkgücü-Ataspor München, im Gespräch mit Fussball Vorort sinnbildlich die Probleme der Münchner Vereine.

Reaktion des Münchner Sportamts verwundert

"Der Platzwart darf nichts machen. Nicht mal mit der Schneefräse darf er räumen. Wir haben zehn Schaufeln gekauft und mit der Jugend und Mannschaft den Platz selbst geräumt",sagt Alkan weiter. "Das Spiel am Wochenende gegen SB Rosenheim mussten wir absagen. Wir mussten externe Kunstrasenplätze anmieten, um überhaupt trainieren zu können. Das sind natürlich zusätzliche Kosten."

Hier rollt die Kugel: Die Kicker des TSV Gräfelfing dürfen auch im Winter auf Kunstrasen spielen.

Nicht nur Türkgücü Ataspor München geht es so. Fussball Vorort stand auch mit anderen Vereinen in Kontakt und hat stets die selben Antworten bekommen. Deshalb hat unsere Redaktion sich mit der Stadt München in Verbindung gesetzt, um weitere Informationen zu bekommen. Es fühlte sich zunächst an, als würde sich beim Sportamt niemand für diese Angelegenheit zuständig fühlen. Nach mehreren E-Mails und Telefonaten bekamen wir dann letztendlich vom Baureferat eine Antwort, weshalb die Kunstrasenplätze auf den Münchner Bezirkssportanlagen gesperrt sind:

„Das Baureferat ist im Auftrag des Sportamtes als Fachdienstleister für den Unterhalt der städtischen Sportanlagen, also auch für Kunstrasenplätze verantwortlich.

Einige Unterhaltsarbeiten, die keine gartenbau- bzw. sportplatzbaulichen Kenntnisse erfordern, werden vom Platzwart übernommen, sofern einer vom Sportamt bestellt wurde. Hierzu gehört auch der Winterdienst, der von den Platzwarten auf dem gesamten Areal der Sportanlagen durchgeführt wird. Städtische Sportanlagen, für die ein Verein einen entsprechenden Trägerschaftsvertrag mit dem Sportamt geschlossen haben, werden von diesen Vereinen mit Ausnahme des Gehölzbestandes eigenverantwortlich unterhalten und gepflegt.

„Plätze könnten nachhaltig beschädigt werden“

Kunstrasenplätze sind im Vergleich zu anderen Sportbelägen wie Tenne oder Rasen sicher am ehesten zur ganzjährigen Nutzung geeignet. Jedoch sind auch sie bei extremen Witterungsbedingungen, wie starkem Schneefall oder/und anhaltendem Frost nicht bespielbar.

Bei einer dünneren Schneeauflage können Kunstrasenplätze geräumt werden, allerdings nur von Hand und mit der gebotenen Vorsicht. Die Plätze können sonst nachhaltig beschädigt werden. Bei Frost besteht beispielsweise die Gefahr, dass die Fasern und das Granulat mit dem Schnee oder/und dem vorhanden Eis verkleben und beim Schneeräumen beschädigt werden. Die Platzwarte wurden über das Sportamt in einer Handlungsempfehlung ausdrücklich darauf hingewiesen. Unter Gegebenheiten, wie sie beispielsweise letzte Woche herrschten, kann ein Kunstrasenplatz grundsätzlich nicht geräumt und bespielt werden.“

Betroffene Kicker: „Kunstrasen ist für Training im Winter da“

Soweit die Stellungnahme des Sportamts. Alle Fragen sind dadurch längst nicht beantwortet. "Es ist paradox. Ein Kunstrasenplatz ist für Trainingseinheiten und Spiele im Winter da und dann darf man nicht darauf spielen", wundert sich Alkan.

Nach Rückfrage bei mehreren Vereinen überrascht die Argumentation des Sportamts. Klubs wie zum Beispiel der FC Ismaning, der VfR Garching und der FC Unterföhring haben ihre eigenen Sportanlagen mit Kunstrasenplätzen. Diese wurden jeweils vom zuständigen Platzwart trotz widriger Bedingungen geräumt, damit die Mannschaften trainieren können. Auch einige Testspiele wurden auf den Anlagen absolviert.

"Eigentlich ist da überhaupt kein Problem. Beim Räumen muss man dann die Schneefräse etwas höher stellen. Es geht etwas von dem Granulat dabei auch verloren, aber dass kann man auffüllen. Wenn man mit dem Schneepflug räumt, dann geht der Kunstrasen schon kaputt", sagt Platzwart Matthias Kufer vom VfR Garching auf Nachfrage. "Es sind halt drei bis vier Arbeitsstunden, die man aufbringen muss."

Dass "Kunstrasenplätze grundsätzlich nicht geräumt werden können", wie es in der Stellungnahme der Stadt München heißt, erscheint also fragwürdig. Vor allem, wenn man sich bei nicht-städtischen Sportplätzen umschaut. Der SV München von 1880, der ASV Dachau und der FC Oberau vermieten gegen eine Gebühr ihre Kunstrasenplätze an andere Vereine, auch in der vergangenen Woche, als die Plätze in München gesperrt waren.

Aylin Bahrmann

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