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Die Angeklagte Beate Zschäpe sitzt am im Gerichtssaal im Oberlandesgericht neben ihrem Anwalt Mathias Grasel.

Letzte Etappe im Mammutverfahren

Wieder Verzögerung im NSU-Prozess: Darum wurde nun vertagt

Seit bald fünf Jahren läuft der NSU-Prozess. Doch die Serie von Verzögerungen reißt nicht ab. Grund ist diesmal aber nicht ein neuer Befangenheitsantrag.

München - Wieder eine Woche Verzögerung im NSU-Prozess: Weil einer der beiden Vertrauensanwälte der Hauptangeklagten Beate Zschäpe in dieser Woche fehlt, sollen die Verteidiger-Plädoyers nun erst kommende Woche beginnen. Das gab der Vorsitzende Richter Manfred Götzl am Dienstag vor dem Münchner Oberlandesgericht bekannt. Sollte es keine neuen juristischen Auseinandersetzungen geben, soll dann aber endgültig die letzte Etappe in dem Mammutverfahren starten.

Mehrere Befangenheitsanträge von Mitangeklagten und juristischer Streit hatten den Beginn der Verteidiger-Plädoyers in den vergangenen Wochen immer weiter verzögert. Zuletzt scheiterte der mutmaßliche Terrorhelfer André E. mit Befangenheitsanträgen gegen das Gericht. Am Dienstag fehlte dann Zschäpes Anwalt Hermann Borchert wegen eines „familiären Notfalls“. Und auch am Mittwoch werde er fehlen, hieß es.

Plädoyer für kommende Woche gefordert

Grasel und Borchert sollen nach bisheriger Planung des Gerichts als erste plädieren, gefolgt von Zschäpes Altverteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm. Götzl versuchte am Dienstag nun zwar, die Anwälte zweier Mitangeklagter zuerst plädieren zu lassen - die lehnten das aber ab. Für kommende Woche forderte das Gericht aber dann alle Verteidiger auf, sich für ihr Plädoyer bereitzuhalten.

Die Bundesanwaltschaft und die Nebenkläger hatten ihre Plädoyers bereits Anfang Februar beendet. Die Anklagebehörde fordert für Zschäpe lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Die heute 43-Jährige soll eines von drei gleichberechtigten Mitgliedern des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ gewesen sein und deshalb als Mittäterin an sämtlichen Verbrechen der Gruppe bestraft werden. Dazu zählen zehn Morde, neun davon aus rassistischen Motiven.

dpa

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