Blick ins Hackerzelt: Das Bier könnte in allen Zelten auf dem Oktoberfest 2018 mehr Geld kosten. 

Es könnte hohe Wellen schlagen

Die Oktoberfest-Mass könnte günstiger werden - der Grund ist ein Gerichtsurteil aus Berlin 

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Die Regierung von Oberbayern prüft, ob nicht doch der Freistaat für die Sicherheitskosten beim Oktoberfest aufkommen muss.

München - Hintergrund ist ein Urteil aus Berlin, wonach Festveranstalter nicht für Sicherheit bezahlen sollen. Ob das allerdings auch in München gilt, ist fraglich.

Es war im Grunde alles gesagt. Und so wollte im Wirtschaftsausschuss am Dienstag auch keine richtige Debatte zum Thema Sicherheitskosten für das Münchner Oktoberfest aufkommen. „Es ist völlig unnötig, das alle Jahre zu wiederholen“, sagte Helmut Schmid (SPD).

Wie berichtet, wird die Sicherheit bei der Wiesn wider Erwarten nicht günstiger. Rund 5,2 Millionen Euro muss die Stadt investieren, etwa für die Ordner und die Zäune. Das Geld wird sich die Verwaltung über die 2017 eingeführte Umsatzpacht von den Wirten wiederholen. Hinzu kommen Fehlbeträge aus den Jahren 2016 und 2017, die ebenfalls von den Gastronomen getragen werden müssen. Der Ausschuss stimmte am Dienstag zu, die Umsatzpacht anzuheben. Statt bisher 5,1 Prozent soll sie bei den großen Zelten 7,8 Prozent, bei den kleinen 6,1 Prozent betragen.

Nun stellt sich aber offenbar die Frage, ob die Stadt überhaupt für die Sicherheitskosten auf der Wiesn zahlen muss. Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin hatte das Verwaltungsgericht in der Bundeshauptstadt geurteilt, dass Festveranstalter grundsätzlich nicht für die Sicherheit der Veranstaltung sorgen oder sie bezahlen müssen. „Maßnahmen zur Abwehr von allgemeinen Gefahren durch Terroranschläge“ könnten „nicht dem Betreiber eines Weihnachtsmarkts auferlegt werden“.

Wiesnchef Josef Schmid (CSU) hat daher die Regierung von Oberbayern gebeten, zu prüfen, ob diese Rechtsauffassung in Bayern geteilt wird. „Viel Hoffnung habe ich nicht“, gestand Schmid. „Aber wir lassen nichts unversucht, die Kosten zu senken.“

Wird die Mass nun noch teurer?

Die Wirte hatten bereits im Vorfeld der Sitzung mit großem Unmut registriert, dass sie stärker zur Kasse gebeten werden sollen. Die Befürchtung ist nicht unrealistisch, dass die Gastronomen sich die gestiegenen Ausgaben über den Preis für Getränke und Essen vom Festgast wiederholen. Von Preissteigerungen für die Wiesnmass von deutlich über elf Euro ist die Rede. Es könnte eher in Richtung zwölf Euro gehen.

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Andre Wächter (LKR) forderte daher erneut eine Bierpreisbremse, blieb aber der einzige Befürworter. Die übrigen Stadträte beließen es lieber bei eindringlichen Appellen an die Wirte. CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl: „Es gibt keinen Automatismus bei der Bierpreiserhöhung. Wir appellieren an die Wirte, die Preise nicht oder nur moderat anzuheben.“ Auch Lydia Dietrich (Grüne) tat sich schwer mit der Vorstellung, dass der Preis nun deutlich klettert. „Gründe für Erhöhungen finden die Wirte doch immer.“ OB Dieter Reiter (SPD) schloss sich dem allgemeinen Appell an. Und der OB kritisierte, dass die Wirte die Preise nur anhöben, weil ihre Gewinnspanne kleiner zu werden drohe.

Ob dieser Automatismus auch umgekehrt funktioniert? Sollte die Regierung tatsächlich zu dem Schluss kommen, dass Freistaat oder Bund für die Kosten der Sicherheit aufkommen müssen, nicht mehr die Stadt und die Wirte, müsste der Bierpreis ja auf ein Rekordtief sinken... Aber auch zu derlei Gedankenspielen ist alles gesagt.

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Sascha Karowski

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