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Protest am Montag

Provokant: "Bagida"-Gegner planen Faschings-Gegendemo

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    Stefanie Wegele
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München - „Bagida“ will am kommenden Montag wieder vom Sendlinger Tor zum Stachus ziehen. In der Innenstadt ist damit erneut ein Verkehrschaos zu erwarten. Auch die „Bagida“-Gegner wollen wieder auf die Straße gehen. Und dort Fasching feiern.

Die „Bagida“-Unterstützer werten ihre Demonstration vom Montag als großen Erfolg. In den sozialen Netzwerken sind euphorische Kommentare zu lesen. Tenor: Wir waren viel mehr als erwartet. Und wir werden noch mehr.

Gestern meldete „Bagida“-Organisatorin Birgit W. die Demo für den kommenden Montag an. Sie rechnet mit 2000 Teilnehmern. Die Route ist dieselbe wie in der letzten Woche, die Zeit nicht ganz. Um 19 Uhr wollen sich die Demonstranten gegen eine angebliche „Islamisierung des Abendlandes“ an der Trambahninsel am Sendlinger Tor treffen, um gemeinsam zum Stachus zu marschieren.

Das Spiel gleicht dem vom vergangenen Montag. Denn auch das Bündnis der Gegendemonstranten um „München ist bunt“ und „Bellevue di Monaco“ trifft sich erneut am Sendlinger Tor. Um 17.30 Uhr beginnt dort eine Veranstaltung unter dem Motto „Tanzt den Bagida“. „Es soll eine Faschingsveranstaltung werden“, sagte Grünen-Stadtrat Dominik Krause. Offenbar sollen auch wieder Musiker auftreten. Politische Reden würden wohl etwas in den Hintergrund rücken, hieß es gestern.

Damit hat sich das Bündnis zunächst gegen die Strategie einer „kalten Schulter“ gegenüber „Bagida“ entschieden, über die die letzten Tage laut nachgedacht worden war. München erwartet den nächsten Groß-Demo-Tag mitten in der Innenstadt.

Für die Polizei wird das erneut eine große Herausforderung. Alle Seiten waren nach dem vergangenen Montag voll des Lobes für den Einsatz der bis zu 900 Beamten gewesen. Trotz aufgeheizter Stimmung war es weitgehend ruhig geblieben. Nun droht das Spektakel zur Routine zu werden. Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern sollen aber nicht angefordert werden. Noch nicht. „Momentan stemmen wir das noch mit unseren eigenen Kräften“, erklärte Polizeisprecher Wolfgang Wenger auf Nachfrage.

Er unterstrich erneut, dass es die Aufgabe der Polizei sei, die Versammlungsfreiheit zu gewährleisten. Wichtig sei dabei aber auch immer die Verhältnismäßigkeit. Wenger betonte, am vergangenen Montag seien „99 Prozent“ der Demonstranten friedlich gewesen. Nur ein „kleiner Prozentsatz“ sei gekommen, um Gewalt auszuüben. Einzelne Teilnehmer auf beiden Seiten waren rund um die „Bagida“-Demo gewalttätig geworden.

Teilnehmer des Bagida-Marsches klagen im Internet, dass sie durch die Absperrungen nur schwer zu ihrer Kundgebung gekommen seien und quer durch die Gegendemonstranten hätten laufen müssen. „Wenn jemand eine Veranstaltung anmeldet und diese genehmigt ist, müssen wir dafür sorgen, dass sich alle Beteiligten versammeln können“, sagte Wenger mit Blick auf nächsten Montag.

Wie es scheint, kommt die Stadt so schnell nicht zur Ruhe. Der bürgerlichere Pegida -Ableger „Mügida“ hat für Montag ebenfalls wieder einen „Spaziergang“ angemeldet. Es soll ab 18.30 Uhr von der Giselastraße über die Leopold- und Ludwigstraße bis vor die Universität gehen. Die Pegida-Sympathisanten wirken nicht, als hätten sie die Absicht, bald wieder mit dem Demonstrieren aufzuhören.

Die Gegendemonstranten aber auch nicht. Für den 2. Februar haben zwei Privatpersonen bereits eine Lichterkette angemeldet, die vom Salvatorplatz bis zum Sendlinger Tor über zwei Kilometer symbolisch die Gotteshäuser verschiedener Religionen verbinden soll.

„Bagida“-Organisatorin Birgit W. soll unterdessen laut „SZ“ planen, die Skandal-Autoren Akif Pirinçci und Udo Ulfkotte zu den Demonstrationen nach München zu holen. Für unsere Zeitung war W. gestern nicht zu sprechen.

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