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Der Flaucher: ein Ort zum Feiern, Grillen und Entspannen. Aber wenn sich die Rauchschwaden lichten, bleibt von der Party nur der Müll.

Auf Müllberge folgen Ratten

Rattenalarm am Flaucher: Stadt stellt hunderte Fallen auf – gefährlich für Kinder und Igel?

Sie lassen viele Menschen vor Ekel erschauern: Ratten. In den Münchner Isarauen hat man mit den ungemütlichen Nagern ein Problem. Besteht eine Gefahr für Kinder und Haustiere?

München - Kaum ein anderes Tier ist so unbeliebt. Der Grund: Ratten übertragen Krankheiten. Wenn man einen Blick über den Flaucher schweifen lässt, läuten deshalb schnell die Alarmglocken: Wir sind verratzt, die Ratten kommen! Und das nicht in kleinem Ausmaß. Wer in den Isar­auen spazieren geht, braucht gar nicht erst zu suchen. Alle paar Meter sieht man die rechteckigen, langen Metallröhren – gefüllt mit Giftködern für die Nagetiere. Neben ein paar Rattenfallen hängen rote Zettel: „Vorsicht! Rattenbekämpfung – Kinder und Haustiere fernhalten!“ Zu wenig Warnung, wie eine Leserin meint. „Die Fallen liegen auch in den Büschen und hinter Bäumen und Bänken versteckt.“

Der Anwohner Heribert Hammer (57) sagt: „Ich war gerade mal 10 Minuten mit dem Radl unterwegs und habe dabei schon etwa 100 Rattenfallen gezählt!“ Seine Sorge: „Hier leben auch Igel, Mäuse und Füchse, für die das gefährlich ist.“ Vor allem wegen des Gifts: Antikoagulantien, die Blutungen und damit schweres Tierleid verursachen können. EU-Behörden bewerten Antikoagulantien inzwischen äußerst kritisch, da diese Stoffe potenzielle Umweltchemikalien sind.

Ratten auch im Natur-Kindergarten Flaucherfüchse

Auch Eva Lengsfeld (71) ist besorgt: Sie geht täglich mit ihrem Hund Samadhi am Flaucher spazieren. „Hier kann man Hunde eigentlich frei laufen lassen – jetzt kann ich meinen keine Sekunde mehr aus den Augen lassen.“ Und sogar im Natur-Kindergarten Flaucherfüchse sind die Fallen aufgestellt. „Darum haben wir aber gebeten“, sagt Kita-Leiterin Elena Fürstweger (55). „Hier laufen schon sehr oft Ratten durch.“

Rattenplage am Flaucher: Die Stadt hat mehrere Hunderte Fallen aufgestellt.

Was hat es also mit den Fallen auf sich? Die von der Stadt beauftragte Schädlingsbekämpfungsfirma Top-Tox durfte sich auf unsere Nachfrage nicht dazu äußern – und verwies auf das Referat für Gesundheit und Umwelt. Bernd Hörauf, Sprecher des Referats, sagt: „Die Uferbereiche entlang der Isar sind zwar häufiger von Rattenbefällen betroffen, eine Rattenplage liegt aber nicht vor.“ Wegen des Infektionsschutzgesetzes sei die Stadt aber zur Bekämpfung verpflichtet – eine Gefahr für andere Tiere liege nicht vor.

Brennpunkt Flaucher: Eine Müllhalde

Der Flaucher: ein Ort zum Feiern, Grillen und Entspannen. Aber wenn sich die Rauchschwaden lichten, bleibt von der Party nur der Müll. Berge von Tüten, Papptellern und Flaschen: So sah der Flaucher diesen Sommer aus. Ein Paradies für Ratten - und vielleicht ein Grund für den Rattenalarm. Grundsätzlich ist das Grillen hier erlaubt - mit Vertrauen auf die Vernunft der Griller. Nun neigt sich der Sommer dem Ende zu, die Grillsaison ist vorbei - und was bleibt, sind die Konsequenzen vom Müll.

Sieht aus, wie ein Schnappschuss für Ratatouille 2, ist aber bitterer Ernst - besonders für die Betreiber des China-Restaurants „Gourmet-Tempel“ in Landsberg. Eine Ratte, ein Foto - und die Folgen.

Kathrin Braun

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