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Pläne für Großraum München vorgestellt

S-Bahn-Netz wird extrem ausgebaut: Die Vor- und Nachteile

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Die geplagten Fahrgäste der Münchner S-Bahn müssen sich in Geduld üben - es soll noch fast ein Jahrzehnt dauern, bis Entlastung für das unter dauernden Störungen leidende S-Bahn-Netz in Sicht ist.

München – Im April war Spatenstich im Münchner Marienhof, seitdem werden Leitungen verlegt, um dann in die Tiefe vorstoßen zu können – die Arbeiten zum Bau des zweiten Münchner S-Bahn-Tunnels laufen. Nur bruchstückhaft indes dringen Neuerungen zum Betriebskonzept nach Fertigstellung des Tunnels im Jahr 2026 nach außen. Gestern informierte der ÖPNV-Chef im bayerischen Verkehrsministerium, Carsten Fregin, den Wirtschaftsausschuss des Landtags.

Emsig trug der Beamte Zahl um Zahl vor. Das Angebotsvolumen soll – gerechnet nach Kilometern – um 40 Prozent pro Jahr steigen (30 Millionen Kilometer Gesamtleistung). Auf acht von zwölf Außenästen gibt es einen 15- statt des bisherigen 20-Minuten-Takts. Nur auf der S7-, S2- und S20-Strecke ändert sich nichts. Außerdem kommen wie berichtet drei Regional-Express-S-Bahnen ab Augsburg, Buchloe und Landshut.

Flughafen-Linien: Droht ein Gedränge in der S8?

Klingt alles gut – doch die Abgeordneten wiesen auf diverse Schwachstellen der Planung hin. So wird die S 1 künftig nur noch alle 30 Minuten zum Flughafen fahren – kuppeln und flügeln in Neufahrn entfällt dafür. Das Gros der Fahrgäste mit Ziel Flughafen müsse künftig die S 8 nehmen, habe aber auch die Möglichkeit eines Flughafen-Expresses S23X. Noch eine weitere Neuerung betrifft die S1-Fahrgäste: Ihre Linie wird (wie auch die S6) durch den neuen Tunnel geführt. Wer zum Stachus will, muss in Laim umsteigen. So etwas müsse man in Kauf nehmen, sagte Fregin. Protest aus der Region ist nicht bekannt.

Elf der 150 S-Bahn-Stationen werden künftig seltener angefahren – maximal im 15- statt wie bisher im 10-Minuten-Takt: Langwied, Lochhausen, Esting, Gernlinden, Neuaubing, Freiham, Harthaus, Gronsdorf, Haar, Vaterstetten und Baldham. Der CSU-Abgeordnete Reinhold Bocklet wies darauf hin, dass sich zu Stoßzeiten auf der S4-West das Angebot reduziere – von neun auf acht Züge pro Stunde. „Da tue ich mich schwer, meinen Wählern zu erklären, dass das ein Fortschritt ist.“ Fregin sagte, es könnten noch Taktverdichter kommen. Er rüffelte die Stadt München, weil sie den viergleisigen Ausbau Daglfing–Johanneskirchen blockiere. Kosten und Tunnellänge sind ungewiss. „Hier muss eine Entscheidung her“, so Fregin. 

Mehrmals angemahnt wurden Verbesserungen bei den neuen Zügen – wenn die gewohnte rote S-Bahn in sieben bis acht Jahren ersetzt wird. Unterschiedliche Bahnsteighöhen – auf der Stammstrecke 96 Zentimeter ab Schienenoberkante, draußen teils 76 Zentimeter – müssen durch technische Kniffe („Rampe“ oder Trittbrett) überwunden werden. Die Züge wie bei einem Niederflurbus abzusenken, ist nicht möglich. Der CSU-Abgeordnete Eberhard Rotter riet dringend dazu, in den Regional-S-Bahnen Toiletten einzubauen, was laut Johann Niggl, Chef der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, auch angedacht ist. Dass Doppelstock-Züge kommen, ist unwahrscheinlich. Immerhin verspricht die BEG, dass die Züge schneller sein werden als die jetzigen: 160 statt 140 km/h in der Spitze.

Verlauf der 1. und 2. Stammstrecke

Lesen Sie auch: Wegen zweiter Stammstrecke verschiebt die Bahn Projekte für S4 und S8

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