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Kommentar: Sozialer Sprengstoff für München

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München - Neue Zahlen zeigen, dass jeder fünfte Münchner von Armut bedroht ist. Ein Alarmsignal für die Politik, kommentiert Merkur-Redakteur Felix Müller.

Biergarten, Isar, Gärtnerplatz: Auch in diesem eher trüben Sommer gibt es wieder viele Momente, in denen der Münchner sich gewiss ist, in der besten Stadt der Welt zu leben. Wenn man es sich leisten kann, muss man immer häufiger dazu seufzen. Denn die Preisentwicklung vor allem am Wohnungsmarkt versetzt dem Bild der fröhlichen, unbeschwerten Stadt immer wieder Kratzer.

Die Frage, wer sich künftig noch leisten kann, hier zu leben, gefährdet das Münchner Lebensgefühl. Sehr viele Menschen in dieser vordergründig so reichen Stadt leiden unter Abstiegsängsten. Familien leben auf viel zu wenig Platz. Gebürtige Münchner können sich ihr Viertel nicht mehr leisten. Vom Boom bei den Arbeitsplätzen profitieren vor allem Akademiker – die Zahl der Langzeitarbeitslosen stagniert. Dass jetzt neue Zahlen belegen, dass fast jeder fünfte Münchner Gefahr läuft, zu verarmen, mag da beinahe schon nicht mehr überraschen. Ein Alarmsignal ist es dennoch.

Ein Alarmsignal dafür, den Blick mehr auf die kleinen Leute zu richten. Die, die in dieser reichen Stadt unter die Räder zu kommen drohen. Man war in München immer stolz darauf, viel weniger sozialen Sprengstoff zu haben als andere Großstädte. Dass das so bleibt, ist die größte Aufgabe für die Politik – aus moralischen, aus sozialen und aus sicherheitspolitischen Gründen.

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