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Der Verkehr für Bus und Auto soll in München optimiert werden. 

Der Bus muss schneller werden als das Auto

Kampf dem Verkehrs-Chaos: Stadt München bringt Bus in die Schnellspur

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Nachdem bereits ein Pilotprojekt den S-Bahn-Verkehr optimieren soll, hat der Stadtrat am Dienstag nun beschlossen: Der Bus muss schneller werden als das Auto. Diese Straßen sollen dabei beschleunigt werden. 

Update vom 16. Oktober: Stadt bringt Bus in die Schnellspur

Grünes Licht für den Bus: Der Stadtrat hat am Dienstag ein erstes Maßnahmenpaket beschlossen, um neun Buslinien bereits im nächsten Jahr zu beschleunigen. In der Brudermühlstraße, auf der Friedenheimer Brücke, in der Allacher Straße, am Luise-Kiesselbach-Platz, in der Corneliusstraße, der Bergsonstraße, der Schellingstraße, der Moosacher Straße und der Prinzregentenstraße gibt es neue Busspuren und/oder Änderungen an den Ampeln, damit die Fahrzeuge nicht mehr im Stau warten müssen.

SPD-Stadtrat Jens Röver (38) sagt: „Wir wollen erreichen, dass mehr Menschen den ÖPNV nutzen. Daher müssen wir stetig die Qualität und Zuverlässigkeit steigern und haben uns letztes Jahr für eine Bus-offensive eingesetzt.“

Behinderungen durch Lieferverkehr oder andere Engstellen müssten beseitigt werden, sagt CSU-Stadtrat Johann Sauerer (48): „Wir nehmen bei allen Maßnahmen die Ängste und Sorgen der Anwohner und anderen Verkehrsteilnehmer sehr ernst. Daher setzen wir uns auch weiterhin dafür ein, dass verkehrspolitische Maßnahmen für alle verträglich sind!“

OB Dieter Reiter (60, SPD): „Wir müssen etwas tun, damit der Bus schneller wird als das Auto.“ Reiter ist froh, dass es für das erste Maßnahmenpaket eine Mehrheit gibt - die sei nicht immer erkennbar gewesen. „Das ist erfreulich. Und so viel Erfreuliches gab es in den letzten Tagen ja nicht…“

Ursprungsmeldung vom 12. Oktober: So will die Stadt den Stau bekämpfen

München - Schneller soll’s gehen. Pünktlicher und mit weniger Stress in die Arbeit und zu Terminen: Das ist die Idee hinter den neuen Plänen der Stadt und der Bahn. Konkret reden wir da von einem Maßnahmen-Paket, das die Münchner Stadt-Busse beschleunigen soll – und von einem Testlauf auf der Stammstrecke, der den S-Bahn-Verkehr reibungsärmer machen soll (wir berichteten). Beide Projekte klingen logisch. Klar ist aber auch: Beide haben nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. Hier erklären wir Ihnen die Maßnahmen für Auto- und Busverkehr.

Stadt München berät am Dienstag: Verkehr soll für Bus und Auto optimiert werden

Auf neun Straßen will die Stadt die Busse beschleunigen: Der Stadtrat befasst sich am Dienstag mit dieser Vorlage. Außerdem sollen ab 2019 weitere Ampeln für eine Grüne Welle umgestellt werden. Insgesamt investiert die Stadt 3,2 Millionen Euro für die Maßnahmen. 

Ein Beispiel: Auf der Brudermühlstraße kosten Staus auf der Kreuzung zur Schäftlarnstraße die beiden Linien X30 und 54 durchschnittlich eineinhalb bis zweieinhalb Minuten Fahrzeit, manchmal sogar acht. Nun soll die Dreiecksinsel auf der Ostseite des Kreuzung so verändert werden, dass neben einer gemeinsamen Fahrspur Geradeaus-/Links für den Autoverkehr eine kurze Busspur in Fahrtrichtung Westen entsteht. Die Rechtsabbiegespur zur Großmarkthalle würde Richtung Baumgraben verlegt.

Stadtrat berät am Dienstag: Diese Straßen sollen beschleunigt werden

Zudem soll die Ampelschaltung angepasst werden - und damit auch der Stau in der Gegenrichtung bekämpft werden. Von diesen Änderungen würden auch Autofahrer profitieren - sie stehen auf der Brudermühlstraße gemeinsam mit dem Bus im Stau.

Anders sieht es auf der Friedenheimer Brücke aus, hier sollen Parkplätze wegfallen. Der Grund: Der 62er-Bus verliert in der Hauptverkehrszeit in Fahrtrichtung Süden 45 Sekunden. Ferner sind die Haltestellen wegen der Parksituation nicht immer gut zu erreichen. Deshalb sollen die bestehenden 59 Stellplätze auf der Brücke entfallen und eine Busspur nach Süden entstehen.

Ebenfalls Stellplätze kosten wird eine neue Busspur in der Allacher Straße. Die Parkplätze auf der Südseite der Allacher Straße zwischen Amboss- und Netzerstaße müssen weichen - zur Not aber nur zwischen 6.30 und 20 Uhr. Immerhin: die vorhandenen zwei Fahrspuren je Richtung sollen erhalten bleiben. Auch in der Corneliusstraße soll geprüft werden, ob die Stellplätze auf einer Fahrbahnseite zwischen Gärtnerplatz und Baaderstraße entfallen können. 

Auch Autofahrer sollen Nutzen aus Verkehrs-Optimierung ziehen

Andere Veränderungen kommen Autofahrern teilweise zugute, schließlich geht es oft darum, Staus zu vermeiden. Neue Ampelschaltungen sollen den Verkehr an der Moosacher Straße am Knoten Lerchenauer Straße beschleunigen, auch in der Prinzregentenstraße könnten neue Grünzeiten Staus verhindern. Klar ist aber auch: Wo der Eine Grün hat, steht die Richtung quer dazu auf Rot.

In der Schellingsstraße behindert der Lieferverkehr häufig die Busse. Hier sollen ausgeweitete - und stärker kontrollierte - Lieferzonen für Abhilfe schaffen. Und am Luise-Kieselbach-Platz, wo Linksabbieger den Verkehr und damit die Linie 63 behindern, soll eine zusätzliche Fahrspur in Richtung Norden zu Lasten des Mittelteilers der Albert-Roßhaupter-Straße entstehen. Dann stünden zwei Linksabbiegespuren plus eine Geradeausspur zur Verfügung. 

Lesen Sie auch: Währenddessen raste ein Münchner (27) mit unglaublichen 148 km/h die Einsteinstraße entlang. Die Polizei konnte den Fahrer schnell stoppen - sein Auto war nicht zu überhören.

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