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In den Notaufnahmen der Krankenhäuser kommt es immer wieder zu kniffligen Situationen. Die Städtischen Kliniken setzen jetzt deshalb Wachpersonal ein.

Operation Sicherheit in München

Chaos in den Notaufnahmen: Städtische Kliniken installieren Wachmänner

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Dass die Verhältnisse auch in den Münchner Notaufnahmen immer schlimmer geworden sind, daran besteht kein Zweifel. Nun greifen die Städtischen Kliniken durch und installieren Sicherheitsdienste.

München - Pöbelnde und oft alkoholisierte Patienten sowie ungebetene Gäste in den Krankenhäusern - die Mitarbeiter der Notaufnahme in den Kliniken müssen viel aushalten. „Wir haben festgestellt, dass es in den Notaufnahmen immer ruppiger zugeht“, sagt Axel Fischer, Chef der Städtischen Kliniken. Um die Pflegekräfte zu schützen, hat die Leitung deshalb jetzt gehandelt. „Wir haben seit 1. Januar an allen vier Standorten einen Sicherheitsdienst installiert, der von 22 Uhr bis 6 Uhr vor Ort ist.“ 

Die Sicherheitsleute treten dezent auf, sollen den Klinik-Angestellten im Ernstfall aber als feste Ansprechpartner zur Verfügung stehen. „Das ist ein klares Bekenntnis zu mehr Sicherheit und Schutz für unsere Mitarbeiter in den Notaufnahmen“, stellt Fischer klar. Der Wachdienst sei fest in der Notaufnahme stationiert, führe aber auch Rundgänge durch das Haus durch. „So kommt er auch den Stationen zu Gute, falls es dort zu einer schwierigen Situation kommen sollte“, erklärt Fischer. 

BRK schlägt Alarm: Patienten mit Wehwehchen überlasten die Notaufnahmen

Die Maßnahme - Teil einer neuen Offensive zur Gewinnung von Pflegekräften. Fischer fordert eine gesellschaftliche Debatte über den Umgang mit den Helfern. „Wir registrieren natürlich auch, dass Einsatzkräfte immer häufiger bei ihrer Arbeit behindert werden.“ Dieser Trend mache auch vor den Kliniken nicht Halt. „In den Notaufnahmen ist das Anspruchsdenken höher geworden, und einige Menschen werden schneller aggressiv - etwa wenn es zu längeren Wartezeiten kommt“, so Fischer. 

Erschwerend komme in der Nacht hinzu, dass dann häufiger alkoholisierte Patienten eingeliefert würden. Außerdem „verlaufen“ sich auch immer wieder Menschen von der Straße. „Ein Krankenhaus ist immer offen“, so Fischer. Gerade wenn die Notaufnahme nur mit einer Person besetzt sei, gebe der Wachdienst ein Stück Sicherheit. Das Klinikum der Universität setzt bereits seit 15 Jahren einen Wachdienst in seinen Notaufnahmen ein.

Bauplan Schwabing & Bogenhausen 

Am Klinikum Schwabing geht der Neubau voran. Die Baugrube ist ausgehoben, die Bodenplatte wurde versenkt. „Bald wird das Gebäude in die Höhe wachsen“, freut sich Fischer. Denn dann ist die lang geplante Neuaufstellung der Städtischen Kliniken auch wirklich sichtbar. Bereits im Oktober soll in Schwabing Richtfest gefeiert werden. „Wir sind voll im Zeit- und auch im Finanzplan“, versichert Fischer. 

Am Klinikum Schwabing geht der Neubau voran. Die Baugrube ist ausgehoben, die Bodenplatte wurde versenkt.

Dreh- und Angelpunkt, was die Neubauten angeht, ist das Projekt in Bogenhausen. „Wir haben jetzt die Bäume fällen können, um Platz für den Anbau zu schaffen“, sagt Fischer. Ende des Jahres sollen die vorbereitenden Baumaßnahmen starten, von August 2019 bis Dezember 2022 soll der Neubau dann fertig sein. Der ist deshalb so entscheidend, weil erst nach der Fertigstellung Abteilungen von Schwabing nach Bogenhausen umziehen können.

Pflegepersonal gesucht! 

Neue Pfleger dringend gesucht! Derzeit sind bei den Städtischen Kliniken gut 80 Stellen unbesetzt. „Dabei hängt der Erfolg der Neuausrichtung unserer Kliniken davon ab, dass wir das richtige Personal finden“, sagt Klinik-Boss Axel Fischer. Er kündigt deshalb an: „Wir wollen, dass der Beruf attraktiver wird und endlich die Wertschätzung erfährt, die er verdient.“ Die Klinik handelt. 

So sollen heuer zusätzliche Servicekräfte eingestellt werden, damit sich die Pfleger auf ihren eigentlichen Job konzentrieren können. Wenn Pfleger krank werden, werden sie in den Städtischen Kliniken wie ein Privatpatient behandelt. „Wir bauen in Schwabing günstige Wohnungen für unsere Mitarbeiter“, sagt der Chef. Letzlich müsse das Gehalt aber deutlich steigen, vor allem im teuren München.

Marc Kniepkamp

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